Kommentar

„Die Natur Röms ließ das Badehotel im Sand verlaufen“

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Der Lakolker Strand ist auch bei den Nordschleswigerinnen und Nordschleswigern sehr beliebt. Scheint die Sonne, gibt es für Autos und Menschen nur schwer ein Vorankommen. (Archivfoto).

Man hätte es voraussehen können, dass es für das in Lakolk auf Röm geplante Badehotel nie eine Baugenehmigung geben wird. Entsprechend hat sich der Investor jetzt verabschiedet. An diesem Standort wird solch ein Bauvorhaben auch in Zukunft niemals grünes Licht bekommen, meint Lokalredakteurin Brigitta Lassen.

Nach jahrelanger Planung ist der Bau eines modernen Badehotels in Lakolk auf Röm Geschichte.

Obwohl Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) seinen gewohnten Optimismus erneut bemüht, dass es zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht doch eine Grundlage für den Bau eines solchen Kolosses geben könnte, scheint dieser in diesem Fall vergebens. In einer Presseerklärung der Kommune wird von einem vorläufigen Aus geredet.

Es gab den Wunsch nach einem Hotel

Es ist verständlich, dass die Kommune Tondern als Tourismuskommune noch mehr Gäste auf die Insel locken will. Das steigert den Umsatz und lässt auch bei der Kommune die Kasse klingeln. Die Gewerbetreibenden und der Touristikverein wünschten sich ein Hotel in gehobener Klasse, aber alles in Maßen, denn Röms Belastbarkeit zeigt sich auch in seiner schwachen Infrastruktur, noch mehr Feriengäste aufzunehmen.

Aus Erfahrung weiß die Kommune, dass alles, was neu auf der beliebten Insel geplant ist, von den Besitzerinnen und Besitzern eines Sommerhauses auf der Insel heruntergeputzt wird – man fühlt sich im Feriendomizil gestört.

An Sommertagen mit Sonne sieht es in Lakolk so aus (Archivfoto):

Stärkste Touristikkommune in Nordschleswig

In der Kommune übernachteten laut Zahlen von Destination Sønderjylland in Nordschleswig die meisten Feriengäste mit 2.230.647 Gästen, was 44 Prozent aller Urlauberinnen und Urlauber im Landesteil entspricht. In der Kommune Tondern übernachteten die meisten in einem Sommerhaus. Die meisten Ferienhäuser liegen auf Röm. Die Insel ist aus dieser Sicht das goldene Kalb.

Ein wenig kann einem die Kommune Tondern schon leidtun. Erst platzt das geplante Ferienprojekt in Emmerleff. Jetzt ist auch dem Mega-Hotel in Lakolk die Luft ausgegangen. Einen Trumpf hat die Kommune noch mit dem geplanten Hotel in Havneby im Ärmel.

Dort hätte auch das Projekt der Hamburger Hotel-Kette Heimathafen hingehört. Lakolk ist nicht mehr als die Geschäftsmeile, Sommerhäuser und ein ellenlanger und breiter Sandstrand. Eine weitere Bebauung ist Fehlanzeige. Da finden sich schon mehr größere Bauten im Süden der Insel. Dort gibt es in dem Umfang auch nicht die schützenswerte und unter Naturschutz stehende Natur.

Nordborg Resort hatte es einfacher

Da war es schon einfacher, das Nordborg Resort mit Linak und Danfoss als Trümpfe zu bauen, obwohl dieses in der malerischen Natur im Norden von Alsen platziert ist. Dort gab es aber vorher nur landwirtschaftliche Flächen, ein paar kleinere Wäldchen und nur ganz wenige Anwohnende. Dort waren alle zufrieden. Protest blieb aus. Dort gibt es auch keine Dünen, viele Sommerhausbesitzende und einen Nationalpark.

Die Kommune Tondern hätte sich sehr viel früher oder vielleicht schon ganz am Start darüber im Klaren sein müssen, dass es so gut wie unmöglich war, eine Baugenehmigung für Lakolk als Standort für ein 16 Meter hohes Badehotel zu bekommen.

Eine Weiterentwicklung der Insel in diesem Kaliber ist nicht alles. Die vielen Gäste von Röm kommen schließlich wegen der Natur und Ruhe.