Wirtschaft

Die Kräfte schwinden: Supermarktbetreiberin in Rapstedt zieht sich zurück

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Hat den kleinen Supermarkt in Rapstedt zehn Jahre lang betrieben und macht Ende des Jahres Schluss: Sabine Jørgensen (Archivfoto).

Sollte sich keine Nachfolge finden, droht eine Einkaufsmöglichkeit im Ort wegzufallen: Die Betreiberin des Let-Køb-Supermarkts in Rapstedt wird zum Jahreswechsel aufhören. Sie nennt mehrere Gründe.

Holebüll hat den ortseigenen Kaufmannsladen vor der drohenden Schließung gerade noch bewahren können, in Bollersleben ist man kurz vor dem Ziel, nach längerer Sendepause wieder eine Einkaufsmöglichkeit bieten zu können. Weniger gute Nachrichten gibt es aus Rapstedt.

Dort hat Sabine Jørgensen mitgeteilt, dass sie als Betreiberin des Supermarktes „Let-Køb“ im Gebäude des Trägervereins „Andelsforen. Ravsted Hovedgade 77“ nach zehn Jahren aufhören wird. Zum Jahresende soll Schluss sein.

Jørgensen, die den Laden nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes Ole vor drei Jahren mit Unterstützung ihrer Tochter und ihres Sohnes allein weiterführte, nennt mehrere Gründe für ihren Entschluss.

An der Zeit, aufzuhören

Die hohe Arbeitsbelastung und der Wunsch, mehr Zeit für das Privat- und Familienleben zu haben, spiele eine große Rolle.

„Die vergangenen zehn Jahre sind deutlich zu spüren. Es hat an den Kräften gezehrt“, sagt Sabine Jørgensen. Entscheidend für das Aufhören sei auch, dass ihre Kinder das Geschäft nicht übernehmen wollen. „Was ich gut verstehen kann."

Hinzu komme, dass die Leute weniger einkaufen, als in den Anfangsjahren. Der Umsatz ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. „Alles ist teurer geworden, und es ist deutlich zu merken, dass die Menschen jede Krone umdrehen und sich woanders nach günstigeren Waren umschauen. Man kann es ihnen nicht verdenken. Auf Sicht ist ein Laden in einem kleinen Ort wie Rapstedt so aber schwierig zu halten“, sagt die Kauffrau.

„Es gibt treue Kunden, die ihren gesamten Einkauf hier tätigen. Es gibt aber auch viele, die man nur einmal im Monat sieht.“

Potenzial bei entsprechender Rückendeckung vorhanden

Trotz der schwierigeren Ausgangslage wurden rote Zahlen verhindert. Die Voraussetzungen für ein Fortbestehen seien also durchaus gegeben, „wenn Ortsansässige den Laden mit ihrem Einkauf wieder mehr unterstützen. Ich habe immer wieder gesagt: Wenn ihr mich heute unterstützt, dann bin ich auch morgen noch da“, sagt die bald ehemalige Ladenbetreiberin.

Sie hege keinen Gräuel, und sie sei gern Kauffrau in Rapstedt. Sie werde auch im Ort wohnen bleiben, sagt die 54-Jährige, die beruflich erst einmal keine neuen Pläne hat.

Jørgensen drückt dem Trägerverein und dem Ort die Daumen, dass eine Nachfolge gefunden wird. Physisch könnte es nahtlos weitergehen, denn in den vergangenen Jahren sind am und im Gebäude energetische Optimierungen vorgenommen worden, darunter die Anschaffung neuer Kühltruhen.

Im Interesse aller

Der Verein steht nun vor der Herausforderung, möglichst zeitnah eine Nachfolge zu finden, um es gar nicht erst zu einem Leerstand kommen zu lassen.

Ein großes Interesse am Fortbestehen des Ladens hat nicht zuletzt auch der Rapstedter Bürgerverein. „Eine Einkaufsmöglichkeit ist von großer Bedeutung, um die Menschen im Ort zu halten und Neuansiedlung zu sichern“, sagt Bürgervereinsvorsitzender Thomas Juhl.

Der Verein werde daher alles in seiner Macht Stehende tun, um den Trägerverein dabei zu unterstützen, neue Pächter für das Geschäft oder andere Lösungen für eine Einkaufsmöglichkeit zu finden, so Juhl.