Kommunales

Der Bahnhof in Tondern soll voll funktionstüchtig bleiben

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Die Kontraband trat im vergangenen Jahr beim Festival vor dem Bahnhof auf. Dieser soll zum neuen kulturellen Zentrum der Stadt werden (Archivfoto).

Die Kommune Tondern legt einen Entwurf für einen neuen Bebauungsplan für das Bahnhofsgelände vor. Der Abriss der Überdachung am Bahnsteig soll verhindert werden. Daher wurde der Antrag von Bane Dan-mark zunächst abgelehnt. Der Zeitpunkt für den Einzug des Tønder Festivals und des lokalhistorischen Archivs steht nicht fest.

Auch wenn das lokalhistorische Archiv in Tondern und das Tønder Festival mit seinem Sekretariat in den Bahnhof in Tondern einziehen, muss dort die Funktionalität des Schienenverkehrs bewahrt bleiben.

Das fordert die Kommune Tondern, die den verlassenen und heruntergekommenen Bahnhof im Jahr 2022 für 750.000 Kronen den Dänischen Staatsbahnen (DSB) abkaufte, um ihn dann zum gleichen Preis dem Tønder Festival weiterzuverkaufen.

Die Kommune will sicher sein, dass die Überdachung an den Bahngleisen auf keinen Fall entfernt wird. Im Zuge des neuen Verwendungszwecks musste ein neuer Bebauungsplan erstellt werden, der dies verhindern soll. Der Stadtrat hat den Plan bis zum 21. Januar in die Anhörung geschickt.

Tonderns Bahnhofgelände bei Schneewetter

Im Dezember 2023 hatte die Kommune bereits eine sogenannte Paragraf-14-Sperre verhängt, die bauliche Veränderungen am Gebäude und auf dem Bahnhofsgelände untersagt.Im Dezember 2023 hatte die Bahngesellschaft Bane Danmark den Abriss der östlichen Überdachung beantragt, direkt vor dem Bahnhofsgebäude. Sie wurde im Gegensatz zum westlichen Schutz vor Regen kaum gewartet.

Der Technische Ausschuss wollte dafür keine Genehmigung erteilen, sondern schritt zur Veränderungssperre. Bei dieser Maßnahme muss innerhalb eines Jahres ein neuer Bebauungsplan vorliegen.

Das Bahnsteig-Dach direkt vor dem Bahnhof wurde kaum instand gehalten. Bane Danmark meint, es kann weg.

Denn auch die Überdachung der Bahngleise sei alt und soll erst Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut worden sein. Sie binde die Geschichte Tonderns als Bahnhofsstadt zusammen. Der Bahnhof, die Remise, das Packhaus und die Überdachung am Bahnsteig seien noch erhalten und seien ein Teil des kulturell bewahrungswürdigen Umfelds für das Gelände des Bahnhofs, meinte der Technische Ausschuss.

„Das historische Gebäude ist einzigartig. Es hat Besseres verdient als zu verfallen. Daher haben wir den Bahnhof erworben, da wir spannende Möglichkeiten für das Gebäude sehen“, sagte Bürgermeister Jørgen Popp Petersen, Schleswigsche Partei, beim Kauf im März 2022. Der Stadtrat einigte sich über den Kauf hinaus, das Projekt jährlich mit 250.000 Kronen zu bezuschussen.

Beide Überdachungen der Bahnsteige (hier die westliche) müssen bleiben, meint die Kommune.

Das historische Gebäude ist einzigartig. Es hat Besseres verdient als zu verfallen.

Jørgen Popp Petersen

Der Träger und Besitzer des Hauses ist jedoch der Eigentumsfonds Ejendomsfond Tønder Station. Hinter der Stiftung steht aber das Tønder Festival. Als Startkapital steuert das Festival 300.000 Kronen bei. Das Festival nahm das bewahrungswürdige Gebäude erstmals 2023 mit einer kleinen Bühne ins Programm auf. Gleiches geschah im vergangenen Jahr, als dort Konzerte stattfanden.

Der Fonds Ejendomsfond Tønder Station

Dem Vorstand gehören Vertreterinnen und Vertreter des Festivals, des lokalhistorischen Archivs und der Kommune an.

Auch Platz für das lokalhistorische Archiv

Neben dem Festivalsekretariat soll dort auch ein nationales und internationales Zentrum für die Musikrichtungen Folk und Roots einrichten. Zudem sollen auch die Galerie mit bekannten Festivalkünstlerinnen und -Künstlern, die Hall of Fame, und das Folk-Archiv des Festivals dort einziehen. Auch für das lokalhistorische Archiv für Tondern sollen Räumlichkeiten eingerichtet werden.

Die Aussichten, in den Bahnhof, Baujahr 1890, einziehen zu können, liegen in weiterer Ferne. Ein Termin, wann mit der umfassenden Renovierung des verwahrlosten Hauses begonnen werden kann, gibt es daher auch noch nicht. Zunächst muss die Finanzierung in trockene Tüchern kommen, heißt es.

Das Bahnhofsgebäude wurde 1890 gebaut.
Der frühere Wartesaal (Archivfoto)
Mit seinen Plakaten ist das Festival schon mal „eingezogen" (Archivfoto).

Warten auf Stiftungen

Mehrere Antworten auf Anträge von Stiftungen stehen noch aus, die zur Finanzierung des Projekts beitragen sollen. Nach ersten Kostenvoranschlägen wird mit Kosten in Höhe von 25 und 30 Millionen Kronen ausgegangen.

Sehr gelegen kam daher die Überraschung, dass auch der Staat von der Idee überzeugt ist und die Renovierung des Bahnhofes finanziell unterstützen will. Zwei Millionen Kronen werden aus der Staatskasse fließen.