Kommunales

Bürgermeister: „Das Hotelprojekt in Lakolk auf Röm lebt noch“

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Das geplante Badehotel aus der Vogelperspektive

Bei der Bürgerfragerunde im Rathaus stellte der Venstre-Vorsitzende Hans Otto Sørensen kritische Fragen zum Mega-Vorhaben auf Röm. Jørgen Popp Petersen berichtete von ministeriellen Ermutigungen, weiterzuarbeiten.

Einer der größten Kritiker des Lakolker Hotelprojekts ist der Venstre-Vorsitzende in Scherrebek (Skærbæk), Hans O. Sørensen. Er zog während der Bürgerfragerunde nach der Stadtratssitzung am Donnerstagabend über das Vorhaben her, das kein gutes Projekt sei. Während Sommerhausbesitzende von Lakolk auf den Zuhörerrängen saßen, nutzte er die auf fünf Minuten begrenzte Redezeit, Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) zu fragen, ob das Hochhaushotel vom Tisch genommen worden sei.

Popp Petersen entgegnete – vermutlich zur Enttäuschung des Fragestellers und der Zuhörenden –, dass das Projekt noch lebe. Das Hotelprojekt sei ursprünglich von allen Mitgliedern des Tonderner Stadtrats begrüßt worden. Doch später zogen Bjarne Lund Henneberg (Sozialistische Volkspartei), die frühere Sozialdemokratin Barbara Krarup Hansen (heute parteilos), ihr früherer Parteikollege Flemming Gjelstrup und Allan Svendsen (Dänische Volkspartei) ihre Unterstützung zurück.

„Der gesamte Stadtrat kannte das Hotelprojekt, das nicht in die Kategorie Hochhaushotel fällt. Da muss man schon 12- bis 14-stöckig bauen“, erklärte Popp Petersen in seiner Antwort am Donnerstagabend. „Wir wussten also, worauf wir uns einließen.“

Wir wussten also, worauf wir uns einließen.

Jørgen Popp Petersen

Doch im November 2024 war das geplante Badehotel als Versuchsprojekt zur Ankurbelung des Küsten- und Naturtourismus abgelehnt worden. Bis zu 16 Projekte hätten von dieser Regelung profitieren können. Gewählt wurden aber nur neun vom Ministerium für Stadt und den ländlichen Raum, die von gelockerten Richtlinien und weniger Bürokratie profitieren können. Anfang 2024 hatte eine große Stadtratsmehrheit beschlossen, sich für die Versuchsregelung im Bereich Küsten- und Naturtourismus zu bewerben.

Der Antrag aus Tondern bezog sich damals auf ein erweitertes Projekt der Hamburger Hotelkette Heimathafen. Dabei sollte auch das heutige Campingplatzgelände teilweise für den Bau von Ferienhütten und einem Wellnessbereich einbezogen sowie künstliche Dünen geschaffen werden.

Jetzt geht es um das ursprüngliche Projekt, mit dem weitergearbeitet wird. „Wir sind sogar vom Minister ermutigt worden, einen neuen Antrag zu stellen, da es eine zweite Antragsrunde geben wird“, erläuterte Popp Petersen.J

Das Vorhaben, ein 16 Meter hohes Hotel direkt am Lakolker Strand zu bauen, löste in Sommerhauskreisen einen Sturm von Kritik aus. In der Anhörung gingen 63 Kommentare ein und eine Unterschriftensammlung, der sich mehr als 1.000 Personen angeschlossen. An diesen geübten Widerstand – die meisten der Eingebungen waren negativer Art – erinnerte Hans Otto Sørensen in seiner Frage und verwies auch auf die größere Überschwemmungsgefahr, die dem gegen Hochwasser nicht geschützten Lakolk drohte. Das Geschäftszentrum habe oft unter Wasser gestanden.

Das Lakolker Hotelprojekt

Im Frühjahr 2023 verkaufte die Kommune Tondern der Hamburger Hotelkette Heimathafen für 35 Millionen Kronen eine zwei Hektar große Fläche in Lakolk, wo heute unter anderem der Kaufmannsladen in der Nähe des Campingplatzes liegt. Dieser sollte um 161 Einheiten auf 777 Stellplätze verkleinert werden. Der Verkauf hing davon ab, dass das Projekt mit einem Kostenvolumen von 500 Millionen Kronen tatsächlich realisiert werden konnte. Geplant sind ein 16 Meter hohes Hotel mit 100 Zimmern und 55 Ferienwohnungen, ein Wellnessbereich, Restaurants und Geschäfte.