Politik

Der ehemalige Steuerminister Peter Christensen ist tot

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Peter Christensen (Archiv).
Peter Christensen (Archiv).

Nach Angaben seiner Familie erlag der gebürtige Sonderburger einer längeren Krankheit. Er wurde nur 49 Jahre alt.

Der frühere Verteidigungsminister Peter Christensen ist nach längerer Krankheit verstorben. Er wurde 49 Jahre alt. Das teilte seine Familie „TV2 Østjylland“ mit.

„Familie, Freunde, Kolleginnen und Kollegen wussten schon seit langem von Peters Krankheit. Er hat tapfer gekämpft, um das Beste aus dem Leben zu machen, das wir gerne mit ihm geteilt haben“, heißt es. Nach Informationen von „DR“ erlag er einem Krebsleiden.

Sohn eines Landwirts aus Nordschleswig

Christensen wurde 1975 in Sonderburg (Sønderborg) als Sohn des Landwirts Anton Boisen Christensen und der Laborantin Grete Christensen geboren. Er schloss die Schule in Aggerschau (Agerskov) mit der 10. Klasse ab und erlernte den Beruf des Elektrikers.

Über die Jugendpartei Venstres Ungdom und weitere politische Stationen wurde er 2001 im Alter von 26 Jahren erstmals Mitglied des Folketings – und sollte es bis 2015 bleiben.

Ministerposten und Rückzug aus der Politik

Von 2011 bis 2013 löste er Troels Lund Poulsen als Steuerminister ab. 2015 gewann er bei der Folketingswahl sein Mandat in Nordschleswig nicht erneut. Christensen zog Konsequenzen aus der Wahlniederlage und teilte dem Kreisvorstand Apenrade (Aabenraa) mit, nach 14 Jahren im Folketing seine politische Karriere zu beenden. Der damals 40-Jährige galt als kompetenter finanzpolitischer Sprecher seiner Partei als Anwärter auf den Posten des Finanzministers. Doch bei der Bildung der schmalen Venstre-Regierung wurde er trotz seiner engen, jahrelangen Freundschaft zu Lars Løkke vom Staatsminister nicht berücksichtigt.

Ab September 2015 und bis November 2016 erhielt er dann doch erneut einen Posten, als er als Verteidigungsminister und Minister für nordische Zusammenarbeit in die Regierung von Lars Løkke Rasmussen einberufen wurde, nachdem Carl Holst (Venstre) seine Posten aufgab.

Erste Reaktionen auf Tod

Der derzeitige Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) schrieb auf Facebook in einem Beitrag, dass er „mit großer Trauer“ vom Tod Christensens erfahren habe. „Man konnte sich auf ihn verlassen. Er war hervorragend in politischen Verhandlungen und spielte eine Schlüsselrolle bei den Wirtschaftsreformen, die die dänische Wirtschaft so stark gemacht haben, wie sie ist. Er hat die dänische Politik in jeder Hinsicht verändert, und dafür sind wir von Venstre ihm zu großem Dank verpflichtet“, so der ehemalige Weggefährte.

Der Folketingsvorsitzende Søren Gade (Venstre) äußerte sich gegenüber „Ritzau“ ähnlich. „Es macht mich sehr traurig, von Peter Christensens frühem Tod zu hören. Ich erinnere mich an ihn als einen sehr talentierten Politiker, der sowohl bei Venstre als auch als Verteidigungsminister herausragende Positionen innehatte.“

Lund Poulsen und Gade sprachen Christensens Ehefrau, der „TV2“-Moderatorin Josefine Kofoed, und den drei Kindern ihr Beileid aus.

Auch andere Politikerinnen und Politiker äußerten sich bestürzt zum Tod des 49-Jährigen, der oft nur „PC“ genannt wurde. Jesper Petersen von der Sozialdemokratie bezeichnete ihn als „liebenswerten“ Menschen, der trotz schwerer Krankheit viel zu früh gehen musste. Petersens Parteikollege Benny Engelbrecht sagte, Christensen sei einer von denen gewesen, bei denen man wirklich früh aufstehen musste, aber man konnte sich immer darauf verlassen, dass ein Wort ein Wort ist.

Wirtschaftsministerin Stephanie Lose (Venstre), die 2001 mit Christensen den Wahlkampf im Tønderkredsen machte, betonte seine Bedeutung für die Partei und als Mensch.

Ex-Parteifreund Lars Løkke Rasmussen (Moderate) sagte: „Mit Peter Christensen ist ein glücklicher Junge, ein Mann mit Prinzipien, ein liebevoller Familienvater und eines der größten Talente der dänischen Politik zu früh von uns gegangen.“ Die gemeinsame politische Zeit sei in eine lebenslange Freundschaft gemündet, so der Außenminister, der einst Venstre-Vorsitzender war, als Christensen den größten Einfluss hatte. Zwar habe das Aus als Minister 2016 Risse in der Freundschaft hinterlassen, es sei dennoch gelungen, diese zu kitten, so Løkke.

Obwohl der 49-Jährige wusste, dass er sterben würde, sei er voller Lebensfreude gewesen. „Intelligent, erfahren, neugierig. Gute Laune. Keine Pläne für eine große Reise ins Ausland oder irgendetwas anderes, bevor es vorbei war – aber eine Hingabe, die letzten Tage zu genießen, mit guten Freunden zu Mittag zu essen, sich gebührend zu verabschieden, für die enge Familie da zu sein. Aufräumen, Dinge ordnen, den Weg für die Zurückgebliebenen bereiten. Geerdet, solide und ein wirklich guter Freund. Das sagt alles über Peter aus“, so Løkke. Er werde ihn vermissen.