Kommunalpolitik

Thomas Ørting Jørgensen beendet seine politische Laufbahn

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Bei der Kommunalwahl 2021 war Thomas Ørting Jørgensen der Bürgermeisterkandidat von Borgerlisten (Archivfoto).

Nach acht Jahren kehrt der markante Politiker zum Jahresende der Kommunalpolitik den Rücken. Der Gründer der früheren Borgerlisten will sich auf seine internationale Karriere und seine Familie konzentrieren. Er findet klare Worte zur Energiepolitik in Tondern.

Der Stadtratspolitiker Thomas Ørting Jørgensen (Venstre) zieht nach acht Jahren in der Kommunalpolitik in Tondern die Reißleine und kandidiert nicht erneut.

„Die Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, hängt damit zusammen, dass ich heute eine spannende internationale Position bei Hapag-Lloyd habe. Ich arbeite mit der Entwicklung des Geschäfts des Unternehmens in Afrika – einer Region mit großem Potenzial, vielen Reisen und viel Dynamik“, teilt Ørting Jørgensen mit.

Er fühle sich mit dieser Aufgabe wohl und wolle ihr künftig noch mehr Aufmerksamkeit schenken. „Gleichzeitig gibt mir die Entscheidung auch etwas mehr Flexibilität in Bezug auf meine Familie und das Leben in Grøngård und in Hamburg. Etwas, das mir sehr am Herzen liegt“, so der Venstre-Politiker.

Ørting Jørgensen zog als Einzelkämpfer in den Stadtrat

Ørting Jørgensen gründete 2017 Borgerlisten. Die Liste erzielte auf Anhieb 939 Stimmen und Thomas Ørting Jørgensen zog im Januar 2018 in den Stadtrat ein.

Im April 2021 gab es Verstärkung durch den früheren Venstre-Mann Allan Skjøth. Sieben Monate später entfielen bei der Kommunalwahl 1.509 Stimmen auf Borgerlisten und es sprangen drei Mandate heraus.

Ende Januar 2025 überraschte die dreiköpfige Fraktion damit, dass sie die Partei auflöste und sich Venstre anschloss. Ørting und seine Gefolgsleute begründeten den Schritt damit, dass die Partei ihre Ziele erreicht hatte und die Zeit für das Bündeln von politischen Kräften reif sei. Damals hieß es noch, dass Ørting Jørgensen wieder kandidieren und Martin Iversens Kandidatur als Bürgermeister unterstützen würde.

„JydskeVestkysten“ zitiert Ørting Jørgensen, dass der Beschluss aufzuhören, über die letzten Monate gereift sei.

Ein Vorkämpfer für die grüne Umstellung

Thomas Ørting Jørgensen und seine Frau Lone Overgård Thier bei der Eröffnung der neuen Attraktion auf der Schiffbrücke.

Als Vorsitzender des kommunalen Ausschusses für Klima, Wachstum und Entwicklung hat sich Ørting Jørgensen an die Spitze der Entwicklung für die regenerative Energie in der Kommune Tondern gestellt. Er bedauert, dass der Kommunalrat im August nur zwei von vier Solar-Projekten billigte.

„Dass zwei Projekte, die den politischen Leitlinien vollständig entsprachen, in einem Wahljahr abgelehnt wurden, kann ich nur als eine verpasste Chance und als Ausdruck dafür bezeichnen, dass wir als Kommunalvertretung unsere Führungsverantwortung nicht wahrgenommen haben, als es darauf ankam“, so der 64-Jährige.

Thomas Ørting Jørgensen sicherte sich 2021 als Kandidat für Borgerlisten 552 Stimmen und landete damit hinter Henrik Frandsen (Tønder Listen), Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) sowie Barbara Krarup Hansen (damals noch Sozialdemokratie, jetzt parteilos) auf Platz vier in der Hitliste der meisten Stimmen.

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Die Entwicklung von Borgerlisten

• Die Parteibezeichnung Borgerlisten stand im November 2017 das erste Mal auf den Wahlzetteln.
• Die Liste bekam 939 Stimmen, und Thomas Ørting Jørgensen wurde gewählt.
• Im April 2021 wechselte Venstre-Mann Allan Skjøth zu Borgerlisten.
• Bei der Kommunalwahl 2021 erzielte die Partei 1.509 Stimmen.
• Außer Ørting Jørgensen und Skjøth wurde als landesweit jüngstes Stadtratsmitglied Ørtings Sohn, Carl Thier Ørting Jørgensen, gewählt.
• Er verließ den Kommunalrat Ende August 2024, um in Kopenhagen zu studieren.
• Für ihn rückte Anton Schulz nach. Schulz kandidiert nicht wieder.
• Anton Schulz vertrat in den 1990er-Jahren im damaligen Stadtrat in Lügumkloster (Løgumkloster) Venstre.

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