Kommunalpolitik

Bahnhofsplatz Woyens: Mit Bodenschwellen gegen Raser

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Dangira und Kim Koch haben das Hotel in Woyens im Jahr 2023 übernommen. Kim Koch ist beeindruckt von der schnellen Reaktion der Politik.

Die Politik hat entschieden, der Bahnhofsplatz in Woyens wird verkehrsberuhigt. Qualmende Reifen, aufheulende Motoren und Lärm soll damit ein Riegel vorgeschoben werden. Ein Schritt, der Hotelier Kim Koch Hoffnung macht.

Nachdem der Jugendausschuss der Kommune Hadersleben Anfang Juni grünes Licht für eine Videoüberwachung des Areals am Bahnhof von Woyens gegeben hatte, folgte eine Woche später ein weiteres grünes Licht für eine Maßnahme, die die besagte Gegend ruhiger machen soll.

Dieses Mal beschlossen die Politikerinnen und Politiker im Entwicklungsausschuss für Stadt und Land (Land- og Byudviklingsudvalget) verkehrsberuhigende Maßnahmen auf dem Bahnhofsplatz. Das hat einen Grund: Es kommt zu Lärmbelästigung und zu rasanten Autofahrten, wie aus dem Ausschussbericht hervorgeht.

Schwellen sollen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge begrenzen. Diese Schwellen, so geht es aus dem Bericht auch hervor, sollen beweglich sein und so verlegt werden, dass Fahrradfahrerinnen und -fahrer weiterhin eine glatte Straße befahren können. Es wird zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde eingeführt. Die Kosten werden auf 65.000 Kronen veranschlagt.

Schnelle Reaktion der Politik

Kim Koch vom Bahnhofshotel in Woyens ist von der Schnelligkeit der Politik beeindruckt. „Es ist erst zwei Monate her, dass wir zu einem ersten Treffen Politikerinnen und Politiker der Kommune sowie Anwohnerinnen und Anwohner zu einem Gespräch eingeladen haben, jetzt sind schon Maßnahmen unterwegs.“ Er habe auch den kommunalen Amtsträgerinnen und Amtsträgern eine kostenlose Übernachtung im Hotel angeboten, um sich von den Zuständen zu überzeugen.

Kim Koch berichtet von Autorennen und von Donuts. Er sagt: „Die Leute hier sind frustriert.“ Ob Schwellen und das Tempolimit die jungen Leute von ihrem Zeitvertreib abhalten werden, weiß auch der Hotelier nicht. Er hoffe es, so Koch.

Wer einen Donut nicht essen, sondern fahren will, lässt sein Auto schnell im Kreis fahren, sodass die Reifen heiß werden und sie Abrieb auf der Straße hinterlassen – einem Kringel – oder Donut – gleich.

Nikolaj Hølmkjær, Vizepolizeiinspektor der Polizei von Südjütland und Nordschleswig, kann dezidierte Autorennen nicht bestätigen: „Wir haben Meldungen von Rasern und von Lärmbelästigung erhalten, weil junge Autofahrende am Bahnhof laute Musik hören, aber nicht von organisierten Autorennen.“

Kim Koch führt fort: „Die kommen von außerhalb und nicht aus der Stadt, wenn wir sie mit diesen Maßnahmen vom Rennenfahren und vom Hören lauter Musik abhalten können, umso besser“, sagt er und erinnert sich an eine Begebenheit im Februar. In einer frostigen Nacht fuhr eine Person um 1.30 Uhr auf den Bahnhofsparkplatz und hörte eine Stunde lang so laut Musik, dass die Anwohnenden wach wurden. Wach werden offenbar auch die Gäste des Hotels, die dann morgens Kim Koch irritiert fragen, was das denn nun gewesen sei.