Gesundheit

Alle Erwachsenen sind jetzt automatisch mögliche Organspendende

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Gesundheitsministerin Sophie Løhde setzt darauf, dass mehr Menschen zur Frage einer Organspende Stellung beziehen werden (Archivfoto).

Seit Sonntag gilt die neue Regelung, die bedeutet, dass alle über 18 Jahre als Spenderin oder Spender registriert werden. Man muss jedoch weiterhin zustimmen. Mit dem Gesetz soll dem Mangel an Organen entgegengewirkt werden.

Mit dem 1. Juni werden alle Personen in Dänemark über 18 Jahre als mögliche Organspendende registriert. Man muss jedoch weiterhin die Registrierung bestätigen, um aktive Spenderin oder aktiver Spender zu werden.

Der Anstoß für die Gesetzesänderung ist, dass es an lebenswichtigen Organen wie Nieren und Lungen fehlt. Jährlich sterben Menschen, während sie auf ein neues Organ warten. Im vergangenen Jahr waren es 15, im Jahr davor 28. Momentan stehen 400 Personen auf der Warteliste für eine Organspende.

Ein Drittel hat nicht Stellung bezogen

Obwohl laut einer Umfrage aus dem Jahr 2023 83 Prozent der Bevölkerung Organspenden befürworten, hatten sich bis September vergangenen Jahres lediglich 1,4 Millionen Personen registrieren lassen. Ein Drittel der Bevölkerung hat der Gesundheitsbehörde nicht mitgeteilt, ob ihre Organe für eine Spende zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund hat eine breite Mehrheit des Folketings das neue Zustimmungsmodell eingeführt. Das Gesetz bedeutet, dass sämtliche Personen über 18 Jahren als potenzielle Organspendende im Organspendenregister aufgenommen werden.

Danach müssen sie bestätigen, dass sie diese Registrierung anerkennen. Das Gesundheitsministerium wird daher in den kommenden Wochen Briefe an bis zu 5 Millionen Bürgerinnen und Bürger schicken, um die Bestätigung oder Absage einzuholen.

Information fördert Stellungnahme

Innen- und Gesundheitsministerin Sophie Løhde (Venstre) erhofft sich davon, dass mehr Menschen zu der Frage Stellung beziehen werden.

„Es macht einen Unterschied, wenn wir über Organspenden informieren und dazu auffordern, das schwere Gespräch zu führen, was geschehen soll, wenn man zum Beispiel von einem Verkehrsunfall betroffen ist und das Leben nicht gerettet werden kann”, sagt sie laut einer Pressemitteilung.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres schickte das Gesundheitsministerium einen Brief an alle erwachsenen Personen, in dem es über das kommende Zustimmungsmodell informierte. Das führte dazu, dass 155.000 Menschen ihre Einstellung zu einer Organspende im Register festhalten ließen.