Soziales

Odinsgaard soll eine der besten Betreuungseinrichtungen des Landes werden

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Vorstandsvorsitzender Anders Fløjborg

Anders Fløjborg ist Vorstandsvorsitzender der selbstständigen Betreuungseinrichtung Odinsgaard, die als Odinsgård vor gut einem Jahr in die Schlagzeilen geriet, die nicht positiv waren. Anders Fløjborg will einen Kurswechsel um 180 Grad und Odinsgaard zu einer Einrichtung machen, in der Menschen gern wohnen und auch gern arbeiten. Laut Fløjborg ein Weg über mehrere Jahre.

Nachdem der Kommunalrat die Umwandlung des Odinsgård in Woyens (Vojens) in die selbstständige Institution Odinsgaard gutgeheißen hatte, hat die Einrichtung mit 31 Wohnungen für geistig und körperlich eingeschränkte Menschen kürzlich den Neuanfang gefeiert. Dieser wurde nötig, da die Institution im vergangenen Jahr stark in die Kritik geraten war; ein Beitrag des Senders „TV2“ sorgte landesweit für Aufsehen. „Der Nordschleswiger“ hat mit dem Vorstandsvorsitzenden Anders Fløjborg gesprochen.

Wie war die Stimmung auf dem Empfang?

„Der Andrang war sehr groß; das hat mich gefreut. Es war schön zu sehen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Gäste viel gute Laune mitgebracht hatten. Es war ein gelungenes Fest.“

Welche Erwartungen hast Du an den neuen Odinsgård?

„Odinsgård soll eine der besten Institutionen im Land werden. Es soll den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Zuhause sein. Menschen mit Handicap sollen dort gern wohnen, und wir wollen sicherstellen, dass sie sich dort im Rahmen ihrer Möglichkeiten entwickeln können. Das bedeutet: Unser Augenmerk soll auf der Pflege und der Unterstützung der Bewohnenden liegen. Wir möchten auch, dass Odinsgård ein attraktiver Arbeitsplatz ist, an dem die Mitarbeitenden gerne arbeiten.“

Wann wird das Ziel erreicht sein?

„Das Aufarbeiten der Vergangenheit wird Zeit in Anspruch nehmen. Wir sind dabei, Schritt für Schritt. Aber es wird ein paar Jahre dauern, da habe ich keinen Zweifel. Wir konnten sehen, dass in der Vergangenheit die Fluktuation der Mitarbeitenden, auch der Leitung, hoch war. Das sieht jetzt schon anders aus, wir konnten den Personalwechsel wesentlich verringern. Es ist wichtig, dass die Bewohnerinnen und Bewohner dieselben Bezugspersonen haben. Das schafft Sicherheit und Geborgenheit. Das war auch ein sehr großer Wunsch, dass wir das ändern. Die neue Leitung der Einrichtung nimmt am 1. Januar die Arbeit auf, das ist ein weiterer Schritt hin zu verlässlichen Rahmenbedingungen. Das Wichtigste ist und das stimmt mich sehr positiv: Alle ziehen an einem Strang, damit es besser wird.“

Wie kann man sich den Umbau einer kommunalen Einrichtung in eine selbstständige vorstellen?

„Die kurze Version: Es macht sehr viel Arbeit. Es ist sehr kompliziert, viele Formalien sind zu erfüllen. Vorschriften und Betriebsvereinbarungen mit der Kommune müssen umgesetzt werden, die Sozialbehörde prüft und erteilt die Zulassung und natürlich mussten wir das Budget festlegen, die Frage lautete: Wie viel Geld ist notwendig, um die Einrichtung zu betreiben? Zudem mussten Vereinbarungen, die die kommunale Einrichtung Odinsgård eingegangen war, auf die nun selbstständige Institution übertragen werden. Das ist wie bei einer Scheidung.“

Was ist Ihrer Meinung nach in der Vergangenheit falsch gelaufen?

Darüber möchte ich nicht urteilen. Meine Aufgabe ist es, nach vorn zu schauen und Odingsgård zu einer Einrichtung zu machen, die Angehörige für ihre Nächsten aktiv aussuchen, weil sie wissen, dass es ihnen dort gut geht.