Raus in die Natur

Der Lockruf des „Berges“

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67 Meter über dem Meeresspiegel ist auf dem Wongshoi-Turm Weitsicht in alle Himmelsrichtungen angesagt.

Wer auf den Spuren der Ochsen und des Riesen Vong wandern will, hat dazu im Umfeld von Lügumberg gute Möglichkeiten. Die abwechslungsreiche Strecke durch den Wald empfiehlt sich zu jeder Jahreszeit.

Wer beim Wandern für die Beine etwas Herausforderung sucht und nicht ausschließlich im flachen Westküsten-Gelände unterwegs sein möchte, für den bietet sich eine Tour durch den Wald mit dem hügeligen Terrain in der Nähe von Lügumberg an.

Dort hat die vorletzte Eiszeit mit Steilhängen ihren Abdruck in der Landschaft hinterlassen.

Nicht nur im Frühling, sondern zu allen Jahreszeiten empfiehlt sich die abwechslungsreiche Strecke vom Parkplatz in Lügumgaard am Koldingvej durch den Laubwald zum Aussichtsturm Wongshoi.

Hoch und runter – mit und ohne Stufen - geht es bei dieser Wanderung.

Bewegung und Geschichtliches

Dabei kann die Kombination aus Bewegung und Tanken von frischer Luft mit einem Hauch von Geschichte gewürzt werden.

Auf der höchsten Erhebung im alten Kreis Tondern, dem Wongshoi, soll der Riese Vong einer Sage zufolge seine letzte Ruhestätte gefunden haben.

Als sich die Mönche um 1173 herum in Locus Dei, dem Ort Gottes, in Lügumkloster (Løgumkloster) ansiedelten, trieb der Hüne dort sein furchterregendes Unwesen.

Dies änderte sich jedoch durch die Begegnung mit dem frommen Bruder Martin. Der Riese wurde bekehrt und diente fortan Gott.

Steilhänge im Laubwald

Während seiner letzten Jahre soll der Hüne oft auf der Spitze von Lügumberg gesessen haben, und später wurde er an seinem Lieblingsort zur letzten Ruhe gebettet.

Der Wongshoi ist das höchste der dort registrierten 40 bis 50 Hügelgräber. Fünf gibt es im nahe gelegenen Wäldchen, wenn man ein Feld überquert hat.

Unweit des Wongshois gibt es mehrere Hügelgräber.

Rund 741 Jahre nach Beginn der Mönchsära spielte der Wongshoi im Zusammenhang mit der Befestigungsanlage Sicherungsstelle Nord während des Ersten Weltkriegs eine Rolle.

Kleine Stege führen über das Wasser.
Man kommt auch mit einem Sprung rüber.

Eine gute Funkposition

Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde der Standort vom deutschen Militär genutzt, und es gab einen 40 Meter hohen Funkmast.

Der Turm aus roten Ziegelsteinen wurde 1930 errichtet und ragte seinerzeit höher in die Gegend, da er einen 20 Meter hohen Holzturm hatte.

Obgleich der Kalender den Frühlingsanfang deklariert, halten sich die Anzeichen von Frühling bei unserem Fußmarsch in Grenzen.

Das dominierende Grün liefern gegenwärtig immer noch Efeu, das Bäume umarmt, und der blanke Christdorn, der sich stechend hervortut. Am Wegesrand trägt der Farn noch sein Winterkleid.

Knorrige alte Bäume sind in dem Wald keine Mangelware.

Für die frühlingshafte Geräuschkulisse sorgt jedoch das Vogelgezwitscher, vermischt mit dem leisen Plätschern in den kleinen Bächen.

Efeu rankt überall empor.

Diese verlocken Kids zum Hinüberspringen. Wer Glück hat, setzt sich nicht im Matsch auf den Hosenboden.

Über kleine Stege und Stufen, die nicht unbedingt in Topform sind, geht es weiter zu dem Trampelpfad, auf dem Ochsen in früheren Zeiten getrieben wurden.

Umgestürzte Bäume verleiten Kinder oder jung gebliebene Seelen zum Balancieren. Das steile Terrain im Nahbereich mag für manchen Flachland-Westküstler eine neue Erfahrung sein.

Umgestürzte Bäume laden zum Balancieren ein.

Nach etwa 20 Minuten ist der Aussichtsturm mehr als nur in Sicht.

Ein prunkhaftes Aussehen kann man dem Bauwerk nicht gerade bescheinigen.

Den fehlenden dekorativen Eindruck macht jedoch die weitläufige Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen wett, wenn die knapp 40 Stufen des fünf Meter hohen Turms erklommen sind.

Der einzige blühende Farbtupfer auf dem Trampelpfad

„Wow, das ist ganz schön hoch“, entfährt es dann 67 Meter über dem Meeresspiegel so manchem Begleiter oder mancher Begleiterin in Kinderhöhe.

Wer weiß, vielleicht ist es doch ein Gruß vom Riesen Vong, wenn dort auf der kleinen Plattform ein kühler Wind vorüberstreift und der Blick bei klarem Wetter sogar die Insel Röm (Rømø) erhaschen kann.

Den Turm gibt es seit 1930. Ursprünglich war er 20 Meter höher.

Der Aussichtspunkt kann auch direkt vom Vinumvej über den Vongshøjvej mit dem Auto erreicht werden.

Bei ungetrübtem Wetter entfaltet sich eine noch tollere Aussicht.

Und wer sich mit dem Treppensteigen am Turm schwertut, kann dennoch eine gute Aussicht genießen – und gegebenenfalls auf der Bank die mitgebrachte Brotzeit.