Kontaktausschuss

Zur Person: Diese Abgeordneten sollen sich im Folketing für die deutsche Minderheit einsetzen

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Sämtliche Parteien sind im Ausschuss für die Deutsche Minderheit vertreten.

Der Ausschuss für die Deutsche Minderheit hat im Oktober den bisherigen Kontaktausschuss ersetzt. Montag nimmt der neue Ausschuss die Arbeit auf. „Der Nordschleswiger“ stellt die Mitglieder vor.

Der Ausschuss für die Deutsche Minderheit beim Folketing soll sich ab Montag für einen engeren Austausch zwischen der Volksgruppe und dem Parlament einsetzen.

60 Jahre lang war der Kontaktausschuss für die Deutsche Minderheit der heiße Draht des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) zur dänischen Politik. Doch dieser war zuletzt nicht mehr sonderlich aktiv. Er war beim Kulturministerium angesiedelt und stand dort nicht sonderlich hoch auf der Agenda.

Auf Betreiben des BDN ist er jetzt ins Folketing umgezogen. Der neue Ausschuss hat sich am 30. Oktober konstituiert. Bei seiner Sitzung am Montag nimmt er die inhaltliche Arbeit auf. Folgende Abgeordnete sollen den Kontakt zur Minderheit pflegen:

Jesper Petersen

Partei: Sozialdemokratie (bis 2013 Sozialistische Volkspartei)

Geburtsort: Hadersleben (Haderslev)

Ausbildung: Lehrer

Jesper Petersen wurde 2008 erstmals Mitglied des Kontaktausschusses (damals noch für SF). Er hat laut Sekretariatsleiter Harro Hallmann „immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Minderheit“. Ende Oktober wurde er zum Vorsitzenden des Ausschusses für die Deutsche Minderheit gewählt.

(Archivfoto)

Frederik Bloch Münster

Partei: Die Konservativen

Geburtsort: Esbjerg

Ausbildung: Staatswissenschaften (statskundskab)

Frederik Bloch Münster übernahm im Juni 2024 das Folketingsmandat von Niels Flemming Hansen, da dieser ins Europaparlament wechselte. Gleichzeitig übernahm er auch dessen Platz im Kontaktausschuss. Der Esbjergenser hat nach eigener Aussage großes Interesse für das Grenzland und dessen Geschichte. Er ist Fraktionssprecher seiner Partei. Anfang Oktober wurde er zum zweiten Vorsitzenden des Ausschusses für die Deutsche Minderheit gewählt.

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Hans Christian Schmidt

Partei: Venstre

Geburtsort: Nustrup bei Vojens (Woyens)

Ausbildung: Lehrer

Hans Christian Schmidt setzt sich, seit er 1994 ins Folketing gewählt wurde, engagiert für die Belange der Minderheit ein. Bei der finanziellen Gleichstellung der deutschen Schulen spielte er eine ganz zentrale Rolle. Dasselbe gilt für das zweisprachige Hinweisschild beim Knivsberg. Nach der kommenden Wahl verlässt er das Folketing.

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Søren Espersen

Partei: Dänemarkdemokraten (bis 2022 Dänische Volkspartei)

Geburtsort: Svenstrup in Nordjütland

Ausbildung: Journalist

Søren Espersen zählt ebenfalls zu den langjährigen Stützen der Minderheit. Er wurde 2011 erstmals Mitglied des Kontaktausschusses und hat nach eigener Aussage ein engeres Verhältnis zur deutschen als zur dänischen Minderheit. Jüngst setzte er sich bei der Diskussion um das Flaggengesetz vehement für eine Ausnahmeregelung für die Minderheit ein. Nach der kommenden Wahl verlässt er das Folketing.

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Lotte Rod

Partei: Radikale Venstre

Geburtsort: Aarhus

Ausbildung: Staatswissenschaften (statskundskab)

Lotte Rod kennt die Minderheit von innen, sie hat nämlich zehn Jahre lang die Deutsche Schule Apenrade besucht. Sie möchte nach eigener Aussage die Institutionen der Minderheit stärken, um „das Geschenk“ einer zweisprachigen Bildung an andere weiterzugeben.

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Karina Lorentzen Dehnhardt

Partei: Sozialistische Volkspartei

Geburtsort: Kolding

Ausbildung: Lehrerin und Master in Kommunikation

Karina Lorentzen Dehnhardt ist seit 2020 Mitglied des Kontaktausschusses gewesen. Sie setzt sich jedoch bereits wesentlich länger für das Grenzland ein, da sie langjähriges Mitglied des Südschleswigausschusses gewesen ist. Die Justizsprecherin hat wiederholt die Grenzkontrollen hinterfragt. Sie hat sich vor Ort über die Minderheit informiert und im vergangenen Jahr bei der Neujahrstagung in Sankelmark gesprochen.

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Christina Olumeko

Partei: Die Alternativen

Aufgewachsen: Greve bei Kopenhagen

Ausbildung: Staatswissenschaften (statskundskab)

Christina Olumeko ist, seit sie 2022 ins Folketing gewählt wurde, Mitglied des Kontaktausschusses gewesen. Sie hat bereits kurz danach das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig und die Jungen Spitzen besucht. Ihr Eindruck ist, dass es in der Minderheit ein starkes politisches Engagement vor allem auch unter jungen Menschen gibt. Sie ist Minoritätensprecherin ihrer Partei.

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Peter Kofod

Partei: Dänische Volkspartei

Geburtsort: Snogebæk auf Bornholm (Wohnhaft in Hadersleben)

Ausbildung: Lehrer

Peter Kofod wurde 2022 bei seiner Rückkehr ins Folketing Mitglied des Kontaktausschusses. Er zeigt sich offen für Anliegen der Minderheit, vertritt jedoch in zentralen Fragen eine gegensätzliche politische Position als der Bund Deutscher Nordschleswiger. Das gilt für die Grenzkontrollen und die Ausnahme beim Flaggengesetz.

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Søren Søndergaard

Partei: Einheitsliste

Ausbildung: Metallarbeiter

Geburtsort: Kyndby auf Seeland

Søren Søndergaard war bereits von 1994 bis 2005 Mitglied des Kontaktausschusses. Nachdem der eifrige Fürsprecher der Minderheit, Christian Juhl, bei der vergangenen Wahl das Folketing und damit den Ausschuss verlassen hat, wurde Søndergaard erneut Mitglied. Er zählt zum Urgestein der linken Partei.

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Helena Artmann Andresen

Partei: Liberale Allianz

Ausbildung: Abitur

Geburtsort: Kolding

Helena Artmann Andresen ist neu im Ausschuss. Bis er im Juni ins Europaparlament gewählt wurde, hatte Henrik Dahl aus Ripen (Ribe) die Partei im Kontaktausschuss vertreten. Artmann Andresen wurde 2022 mit 21 Jahren als jüngstes Mitglied ins Folketing gewählt.

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Rosa Eriksen

Partei: Moderate

Ausbildung: Krankenschwester

Geburtsort: Holbæk

Rosa Eriksen ist neu im Ausschuss. Sie löst den ehemaligen Tondern-Bürgermeister Henrik Frandsen ab, der seit dem Einzug der Moderaten ins Folketing 2023 im Kontaktausschuss gesessen hatte.

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