Deutsche Minderheit

Vertrag: Schleswig-Holstein erhöht Förderung an die Minderheit

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Hinrich Jürgensen unterzeichnete den Vertrag für die deutsche Minderheit, während Ministerpräsident Daniel Günther seine Unterschrift für Schleswig-Holstein auf den Vertrag setzte.

Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die deutsche Minderheit bis 2028 mit 9,5 Millionen Euro. Dabei gibt es zwei große Änderungen bei der Förderung.

Die deutsche Minderheit in Nordschleswig erhält in den kommenden vier Jahren insgesamt 9,5 Millionen Euro vom Land Schleswig-Holstein. Am Mittwoch unterzeichneten Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, den dazugehörigen Vertrag.

„Die deutsche Minderheit kann sich auf die Landesregierung verlassen“, sagte Daniel Günther in Verbindung mit der inzwischen vierten Vereinbarung zwischen Land und Minderheit.

Die Minderheit erhält in diesem Jahr 2,33 Millionen Euro für ihre Arbeit mit Sprache und Kultur. Darin sind erstmals 97.000 Euro für das Deutsche Museum in Sonderburg enthalten.

Schulgelder werden laufend erhöht

Hinrich Jürgensen und Daniel Günther bei der Vertragsunterzeichnung in Kiel.

In dem Vertrag ist außerdem zum ersten Mal eine laufende Erhöhung der Gelder für die deutschen Schulen in Nordschleswig eingebaut. Diese Förderung soll in den kommenden Jahren jährlich um 1,5 Prozent steigen. Es dreht sich dabei um die Grundschulen sowie das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig und die Deutsche Nachschule Tingleff.

Dadurch ergeben sich in den kommenden Jahren folgende Zuschüsse vom Land Schleswig-Holstein an die deutsche Minderheit:

2025: 2,33 Millionen Euro
2026: 2,36 Millionen Euro
2027: 2,39 Millionen Euro
2028: 2,41 Millionen Euro

Hinrich Jürgensen: „Verlässlicher Partner“

Bei der Vertragsunterzeichnung waren Vertreter der Minderheit und des Landes Schleswig-Holstein dabei.

Der Hauptvorsitzende der Minderheit, Hinrich Jürgensen, freut sich vor allem über die Planungssicherheit, die der Vertrag der Minderheit gibt. Er bezeichnete das Land Schleswig-Holstein als „verlässlichen Partner“.

„Die Landesregierung unterstreicht mit dem vierten Vertrag die Kontinuität ihrer Unterstützung für die Deutschen in Nordschleswig. Das ist in einer von Unsicherheit und Krisen geprägten Welt von enormer Bedeutung für unsere Arbeit“, sagt Jürgensen.

Bei der Unterzeichnung wurde Jürgensen begleitet von BDN-Generalsekretär Uwe Jessen und dem BDN-Hauptgeschäftsführer Bernd Søndergaard. Vom Land Schleswig-Holstein nahm auch der Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen teil.

„Die Minderheit hat als Impulsgeber und Brückenbauer für die historische Annäherung von Deutschen und Dänen beiderseits der Grenze bis heute eine enorm wichtige Bedeutung“, so Callsen.

Freude über den Museums-Zuschuss

BDN-Generalsekretär Uwe Jessen (links), BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen (Mitte) und Ministerpräsident Daniel Günther im Gespräch

Uwe Jessen zeigte sich über die steigenden Zuschüsse und die neue Finanzierung für das Deutsche Museum in Sonderburg zufrieden. Letztere sei zustande gekommen, nachdem Schleswig-Holstein und das Land Dänemark sich auf eine Finanzierung für das neue Danevirke-Museum der dänischen Minderheit in Südschleswig geeinigt hatten.

„Daraufhin hat Schleswig-Holstein sich bereiterklärt, auch unser Museum zu unterstützen“, erklärt Uwe Jessen. Außerdem hat die Landesregierung in einem Schreiben den dänischen Kulturminister Jakob Engel Schmidt (Moderaten) dazu aufgefordert – wie beim Danevirke-Museum – gemeinsame Sache zu machen. Eine Antwort aus Kopenhagen steht noch aus.

Bei dem 40-minütigen Treffen in der Landeshauptstadt Kiel gewährte Daniel Günther den Vertretern der Minderheit einen Einblick in die aktuellen Entscheidungen in der Bundespolitik und die daraus entstehenden Möglichkeiten für Schleswig-Holstein und die Minderheit.

Die deutsche Minderheit

Die deutsche Minderheit betreibt in Nordschleswig unter anderem Schulen, Kindergärten, Sportvereine, Büchereien, Kulturvereine, einen Sozialdienst und den „Nordschleswiger“.

Die Gesamtkosten belaufen sich jährlich auf etwa 400 Millionen Kronen im Jahr. Für die Förderung kommen der dänische Staat, die vier Kommunen in Nordschleswig, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Schleswig-Holstein auf. Außerdem gibt es Eigeneinnahmen durch Elternbeiträge und von Veranstaltungen und Verkäufen.