Nordschleswig

Diese Zuschüsse zahlt der dänische Staat der Minderheit

Diese Zuschüsse zahlt der dänische Staat der Minderheit

Diese Zuschüsse zahlt der dänische Staat der Minderheit

Kopenhagen/Nordschleswig
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Ein Zuschuss direkt für den Bund Deutscher Nordschleswiger ist jetzt fest im Haushalt verankert worden. Foto: Karin Riggelsen

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Im Haushaltsentwurf sind Zuschüsse in Höhe von knapp 30 Millionen Kronen für die Volksgruppe vorgesehen. Hinzu kommt der generelle Zuschuss für die Schulen über das Freischulgesetz sowie der Medienzuschuss für den „Nordschleswiger“.

Im Haushaltsentwurf der Regierung für 2023 machen die Zuschüsse für die deutsche Minderheit nur eine geringfügige Summe aus. Für die Arbeit der Minderheit sind sie jedoch entscheidend.

Dies gilt insbesondere für die Schulen, die weitgehend vom dänischen Staat finanziert werden. Zunächst erhalten sie Zuschüsse in derselben Höhe, wie die übrigen Frei- und Privatschulen auch. Das sind gut 70 Prozent der Gelder, die die öffentlichen Schulen erhalten.

 


 

Grundschulen finanziell gleichgestellt

2010 wurde beschlossen, dass die deutschen Grundschulen in Nordschleswig sowie die Nachschule finanziell den dänischen Volksschulen gleichgestellt werden sollen. Dafür sind im Haushalt insgesamt 18,8 Millionen Kronen vorgesehen. Dies umfasst Gelder für den täglichen Betrieb wie auch für die Instandhaltung der Gebäude.

Wie vor zwei Wochen im „Nordschleswiger“ beschrieben, entspricht die Höhe dieser Zuschüsse nicht mehr den aktuellen Schülerzahlen. Über diese Frage verhandelt der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) mit der Regierung. Dies gilt auch für die finanzielle Gleichstellung des Gymnasiums, das bislang nur zu 70 Prozent vom dänischen Staat finanziert wird.

Hinzu kommt für die Schulen ein Zuschuss von 2,8 Millionen Kronen, der die Transportkosten für die Kinder mindern soll. Auch die Bibliotheken und der Sozialdienst erhalten Gelder über den Staatshaushalt.

Mehr Information über die Minderheit

Neu ist, dass ein Zuschuss von 2,4 Millionen Kronen für den BDN jetzt fest im Haushalt verankert ist. Das Geld gab es in den vergangenen Jahren auch, aber bisher war es eine zeitlich befristete Bewilligung.

„Wir haben lange darum verhandelt, und daher bin ich auch sehr zufrieden, dass er drin ist, so wie es auch schon beim Haushaltsentwurf der vorherigen Regierung im vergangenen Herbst der Fall war. Alles andere wäre daher auch enttäuschend gewesen“, sagt Harro Hallmann, Leiter des Kopenhagener Sekretariats und Kommunikationschef des BDN.

Harro Hallmann will mehr Information über die Minderheit unter die Leute bringen. Foto: Ute Levisen

Das Geld soll dafür eingesetzt werden, dass Dänemark den Empfehlungen des Europarates zur Europäischen Sprachencharta nachkommt. Konkret will der BDN damit die Informationsarbeit über die Minderheit stärken.

„Die Planungssicherheit bedeutet, dass wir jetzt dafür feste Stellen einrichten können. Dies gilt im Haus Nordschleswig, wo wir Paul Krauskopf für die sozialen Medien eingestellt haben, und auch im Deutschen Museum in Sonderburg verstärken wir die Kommunikation mit einer Stelle“, so Hallmann.

Das Sekretariat in Kopenhagen erhält 0,9 Millionen Kronen. Weitere 0,9 Millionen Kronen gehen nicht direkt an die Institutionen der Minderheit, sondern an die Kommune Apenrade (Aabenraa). Aus einem Topf für Kommunen in schwieriger Lage sollen die Gelder zugunsten der Volksgruppe eingesetzt werden.

„Der Nordschleswiger“ erhält, wie die anderen regionalen Medien auch, einen staatlichen Zuschuss. Das macht gut 3 Millionen Kronen aus.

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