Natur & Umwelt

SP will Naturpark neu denken – Chancen für alle statt Fiasko

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Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP) sieht in dem potenziellen Standort Pamhule als einem der sechs geplanten dänischen Naturnationalparks eher Chancen als Einschränkungen (Archivbild).

Pamhule steht wieder im Rampenlicht der dänischen Naturschutzpolitik. Während viele Menschen und Interessengruppen in Hadersleben nach wie vor skeptisch auf die Pläne für einen möglichen Naturnationalpark blicken, sieht Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei darin eine echte Chance – vorausgesetzt, diesmal läuft der Prozess anders ab als beim gescheiterten Anlauf vor vier Jahren.

„Wir müssen es diesmal richtig angehen, damit das Ganze nicht wieder in einem Fiasko endet“, sagt Carsten Leth Schmidt.

Für den Vorsitzenden des kommunalen Ausschusses für Technik und Klima ist entscheidend, dass Hadersleben diesmal alle Interessengruppen von Anfang an einbindet: Ein Dialogprozess, bei dem der Grüne Rat (Grønt Råd) eine zentrale Rolle spielen sollte, könnte sicherstellen, dass niemand übergangen wird.

„Ich bin davon überzeugt, dass eine früh durchgeführte gegenseitige Abstimmung von Wünschen und Bedenken wichtig ist für eine breite Akzeptanz von einem Naturnationalpark in Pamhule.“

Grøn Trepart und Grüner Rat als Ressource

„Wir haben auch Grøn Trepart als Ressource dabei und können rund um den Pamhule-Wald Alternativen zur Naherholung aufbauen. Das würde viel bedeuten, beispielsweise für die Entwicklung des Projekts Udsigten im ehemaligen Krankenhaus am Damm.“

Chancen statt Begrenzung

Der SP-Politiker hebt hervor, dass mit einem Naturnationalpark auch staatliche Förderungen in Millionenhöhe verbunden wären – etwa für neue Wanderpfade und Freizeitangebote rund um das Naherholungsgebiet Pamhule: Dies sei eine Alternative zu dem bisherigen Konzept, das mehrheitlich auf Ablehnung gestoßen ist. Statt Begrenzungen sieht Leth die Chancen für die Region und die Möglichkeit, Pamhule als attraktives Ausflugsziel weiterzuentwickeln.

SP: Keine Sorge um die Tiere

Mit Blick auf die geplanten größeren Weidetiere in einem solchen Park und die Sorgen des Tierschutzes um deren Wohl betont Leth Schmidt: „Ein Naturnationalpark Pamhule soll kein Paradebeispiel dafür werden, wie elend es Tieren gehen kann. Natürlich würden sie genauso gut betreut werden wie in unserem Tierpark.“

Alle an einem Tisch

Der Grüne Rat (Grønt Råd) der Kommune Hadersleben ist ein beratendes Gremium, das sich aus Umwelt-, Landwirtschafts- und Freizeitorganisationen sowie Behörden zusammensetzt. Es dient als Forum für Zusammenarbeit zu Themen wie Klima, Natur, Energie und Umwelt und bringt die Perspektiven verschiedener Interessengruppen in kommunale Entscheidungsprozesse ein.
Grøn Trepart ist eine Vereinbarung zwischen der Regierung, Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen sowie weiteren Interessengruppen aus dem Jahr 2024. Ziel ist es, durch einen historischen Umbau der Landnutzung und Landwirtschaft den Natur- und Klimaschutz in Dänemark voranzubringen, unter anderem durch Renaturierung und mehr geschützte Naturflächen. Für die Umsetzung stehen 43 Milliarden Kronen bereit. Die Maßnahmen werden in lokalen Partnerschaften – sogenannten „Treparter“ – konkretisiert.