Gesellschaft

Neue Optionen für eine gemeinsame Begegnungsstätte

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Der ehemalige Kirchenkrug in Tingleff mit deutscher Bücherei (weißes Gebäude) und das angrenzende Supermarktgebäude könnten laut Idee des Trägervereins Teil eines neuen Kulturhauses in Tingleff werden.

Ein Kulturhaus mit deutscher und dänischer Bibliothek, mit Versammlungsräumen und mit Übernachtungsmöglichkeiten steht in Tingleff nach wie vor oben auf der Wunschliste. Der Trägerverein setzt nach einer Zwischenbilanz einmal mehr auf politisches Goodwill.

Zwei Standortmöglichkeiten brachte Morten Heilmann Sørensen, Vorsitzender des Kulturhausträgervereins „TINKA“ (Tinglev Fælles-, Kultur- og Aktivitetshus), auf der Frühjahrsversammlung von „Tinglev Forum“, Dachverband örtlicher Vereine und Institutionen, ins Spiel. Das über längere Zeit in Erwägung gezogene Grundstück des alten Pflegeheims am Grønnevej ist nicht mehr aktuell, da die Kommune im Trakt „Bella Vista“ die Heimhilfe unterbringen wird.

Im Raum stehen nun zwei Alternativen. Eine Variante wäre eine Begegnungsstätte in unmittelbarer Nähe zur Schwimmhalle und Kommunalschule. Dort könnte das gewünschte Kulturhaus für Mehr- und Minderheit, bestehend aus Versammlungssaal, Küche, deutscher und dänischer Bibliothek sowie Übernachtungsmöglichkeiten, mit vorhandenden Trakten verknüpft werden.

So auch bei Variante zwei. Die Idee: den ehemaligen Kirchenkrug, in dem sich bereits die deutsche Bücherei befindet, mit dem angrenzenden ehemaligen Aldi-Laden erweitern und die dänische Bücherei mit unterbringen. Auf dem nahe gelegenen Grundstück des ehemaligen Gasthofs könnte die Begegnungsstätte mit Großküche, Café, Aufenthaltsräumen und Übernachtungsräumen entstehen.

„Es sind mögliche Standorte. Ob sie infrage kommen, muss der weitere Prozess zeigen. Es geht einfach darum, das Vorhaben weiter voranzutreiben und die Kommunalpolitik als Unterstützerin zu gewinnen“, so Morten Heilmann zum „Nordschleswiger“.

Das Grundstück des ehemaligen Gasthofs an der Hauptstraße könnte ebenfalls für eine neue Begegnungsstätte genutzt werden, so die Idee in Tingleff.

Zuspruch aus der Politik

Dass bei der Frühjahrsversammlung neben Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.) unter anderem die Parteispitzen Erik Uldall Hansen (Sozialdemokratie) und Thomas Andresen (Venstre) zugegen waren und zum Vorhaben Stellung bezogen, traf sich gut, so das Resümee von Heilmann Sørensen.

Ob Jan Riber, Erik Uldall oder Thomas Andresen – die Kommunalpolitiker sagten Unterstützung zu, auch wenn die ganz großen Versprechungen nicht gemacht und auch nicht die großen Zuschüsse zugesagt wurden. „Es klang aber verheißungsvoll, und wir setzen auf die Unterstützung der Kommunalpolitik. Ohne geht es nicht“, so Heilmann Sørensen, seines Zeichens Leiter der Kommunalschule in Tingleff.

Die Hoffnung ruht auch auf der Analyse zu kommunalen Gebäuden, bei der ein Kulturhaus mitgedacht wird. „Die Politiker sagten zu, dass die 2 Millionen Kronen, die für die Analyse angesetzt wurden, bald freigegeben werden, und es dann damit weitergeht.“

Es spiele keine Rolle, ob sich durch die Analyse andere Standorte und andere Modelle für das gewünschte Kulturhaus ergeben, so Sørensen. „Ich persönlich halte es aber für wichtig, dass die Begegnungsstätte zentral liegt und mit anderen Einrichtungen wie Schule und Kindergärten eine Einheit bildet“, sagt der Schulleiter.

Konkret werden

Wichtig sei, dass ein konkretes Projekt einschließlich Standort ein für alle Mal festgelegt wird. Das sei nicht nur entscheidend, um die Bürgerinnen und Bürger als Mitspielende und Fördernde zu gewinnen, sondern auch für die finanzielle Unterstützung von Stiftungen. Spätestens 2026 müsse ein konkretes Projekt vorliegen, sonst trete man weiter auf der Stelle, und das Vertrauen in das Unterfangen gehe verloren, so Sørensens Einschätzung.

Eine Investitionssumme ist nicht festgelegt. Je nach Modell werde man aber mindestens von einer zweistelligen Millionenhöhe ausgehen müssen, so Heilmann.

Der TINKA-Vorstand liebäugelt damit, vom Fördertopf „Grøn Ordning“ profitieren zu können, der durch den Bau von regenerativen Energieanlagen – wie Solar und Windkraft – Zuschüsse für die umliegenden Orte und für die gesamte Kommune ausschüttet. Gerade im Großraum Tingleff stehen zahlreiche große Projekte auf der Planungsliste, von denen sich etliche Millionen Kronen Fördergelder ableiten. Laut Aufstellung der Apenrader Verwaltung würden bis 2030, sollte das angepeilte Volumen für Energieanlagen erreicht werden, rund 200 Millionen Kronen „Grøn Ordning“-Zuschüsse bereitstehen.

„Wir haben uns im Vorstand darauf verständigt, dass sich jeder bis zur konstituierenden Sitzung mit diesen Zuschussmöglichkeiten befasst und wir dann alles sammeln, um die Möglichkeiten auszuloten, solche Fördergelder zu beantragen“, so Morten Heilmann Sørensen.