Vereinsleben

Diese Sportangebote gibt es für Seniorinnen und Senioren

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Bent Holt hat den Tischtennis-Sport beim SV Tingleff initiiert (Archivfoto).

Fit im Alter: Auch die deutschen Vereine in Nordschleswig haben sich auf die Nachfrage eingestellt und bieten verschiedene Sportarten an.

Wir werden älter und älter. Die Lebenserwartung steigt zunehmend. In Dänemark liegt der Durchschnitt bei Frauen bei 83,4 Jahren, Männer liegen mit 79,6 Jahren etwas darunter.

Sport als Schlüssel zu einem aktiven Alter

Der Wunsch vieler ist es, auch im Alter aktiv zu sein. Doch das kommt nicht von allein. Mehrere medizinische Studien haben gezeigt, dass Menschen, die ihr Leben lang Sport getrieben haben, auch im Alter allgemein fitter sind. Es ist jedoch nie zu spät anzufangen. Auch dafür gibt es inzwischen viele medizinische Untersuchungen, die das belegen.

Vom Haderslebener TB bis zum MTV Apenrade: Sport fördert Gemeinschaft

Deutsche Sportvereine in Nordschleswig und der Sozialdienst Nordschleswig haben verschiedene Angebote für Seniorinnen und Senioren oder haben Sparten, die sich an diese Altersgruppen richten.

So berichtete Rolf Meyer, Vorsitzender des Haderslebener Turnerbundes von einer Fußball-Gruppe, die sich regelmäßig trifft. Das Durchschnittsalter – so schätzt er – liege wohl bei 60 Jahren. Ausschließlich Männer spielen dort und nehmen sogar an der dänischen Oldboys-Punkterunde teil.

Seit 50 Jahren gibt es die Sparte, die sich allerdings kaum verjüngt hat. „Viele sind schon seit 40 Jahren dabei“, berichtete Meyer. Man kennt sich also. Nach dem Training treffen sich die Fußballer in der Lounge der Turnhalle.

Überdies findet einmal wöchentlich ein Zirkeltraining statt. Auch hier sind die Teilnehmenden Ü60. Kraft und Ausdauer stehen im Fokus des Angebots.

Beim MTV Apenrade (Mein Turnverein Apenrade) gibt es ähnliche Entwicklung: Die Handball-Sparte wird von den Oldboys gebildet. Alle Spieler sind Ü60 und treffen sich seit Jahrzehnten zum gemeinsamen Training.

Neben Handball wird Pickelball und Volleyball gespielt. Spaß an der Bewegung steht im Fokus des Angebots. Beim Frauen- und Männerturnen werden Kraft und Beweglichkeit trainiert. Beide Sparten erfreuen sich neuer Beliebtheit und sind gut besucht, freut sich der MTV-Vorsitzende Gösta Toft. Bei den Übungen wird Wert darauf gelegt, dass alle mitmachen können, egal welches Alters und welchen Fitnesszustands.

Tischtennis und Fitness: Sportarten mit Mehrwert im Alter

Neu im Programm ist Tischtennis. Die Sportart gilt zwar als schnellste Rückschlagsportart und erfordert Beweglichkeit und Reaktionsvermögen, doch gerade das spricht auch ältere Menschen an, denn diese Fähigkeiten lassen im Alter nach, werden sie nicht trainiert.

Beim SV Tingleff ist schon seit einigen Jahren die Tischtennis-Sparte ein großes Zugpferd. Dort treffen sich viele Seniorinnen und Senioren und kämpfen um den weißen Plastikball. Der SV bietet zudem spezielle, auf Seniorinnen und Senioren zugeschnittene Sparten: Seniorenschwimmen und Seniorenturnen. Beide werden unter der professionellen Leitung von Trainerinnen und Trainern des Deutschen Jugendverbandes Nordschleswig durchgeführt.

Der Tingleffer Verein verfügt außerdem über einen eigenen Fitnessraum, in dem individuell trainiert werden kann.

Floorball in der Spielgemeinschaft

Einen anderen Weg hat der SC Saxburg eingeschlagen. Dort wird Floorball gespielt. Allerdings hat sich der Minderheitenverein mit dem örtlichen Sportverein Bylderup-Bov Idrætsforening (BBI) zusammengeschlossen. „Dadurch erreichen wir mehr Leute“, sagt der SC-Vorsitzende Martin Hansen.

Das hat Erfolg. Inzwischen ist aus der Ü60-Sparte eine Männer- und eine Frauensparte entstanden. „Wir würden auch gerne noch mehr Angebote machen, doch die Hallenzeiten sind begrenzt“, so Hansen.

Weitere Angebote

Die dem Sozialdienst Nordschleswig angeschlossenen Ortsvereine haben ebenfalls Angebote, die sich an Seniorinnen und Senioren richten. Die Ortsvereine arbeiten teilweise mit den örtlichen Sportvereinen zusammen. Es gibt unter anderem Tischtennis und Sitzgymnastik.

Die SG West in Tondern (Tønder) hat durch eine solche Zusammenarbeit unter anderem eine Stuhlgymnastik im Angebot.

Herausforderung Ehrenamt: Wenn neue Ideen an Helfermangel scheitern

Für Abwechslung sorgte vor zwei Jahren ein Tanzkurs, berichtet der HT-Vorsitzende. Der Tanzlehrer musste jedoch nach einigen Monaten aufhören. Ersatz zu finden sei schwierig, so Meyer, der zusammen mit seinen Vorstandskolleginnen und -kollegen zwar neue Angebotsvisionen ausgetüftelt hatte, diese jedoch aus Mangel an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Nichts verpufften.

Dieser Herausforderung stehen viele Sportvereine gegenüber. Man versucht, mit verschiedenen Mitteln mehr freiwillige Helferinnen und Helfer, Trainerinnen und Trainer zu finden.

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