Deutsche Minderheit

Christian feiert seinen 70. Geburtstag mit Christa im Wohnmobil

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Christian Andresen grüßt aus dem Sommerurlaub.

Der frühere Geschäftsführer des „Nordschleswiger“ Christian Andresen befindet sich an seinem Ehrentag im Skandinavien-Urlaub. Der gebürtige Gaardebyer und seine Frau zählen zu den Aktivposten in Seth, um das Dorf zu einem noch besseren Wohnort zu machen.

Nicht zu Hause, in einem schnieken Restaurant oder in einem Zelt – wie vor 10 Jahren zum 60. – feiert Christian Andresen aus Seth seinen 70. Geburtstag. Der frühere Geschäftsführer des „Nordschleswigers“ befindet sich fünf Wochen mit seiner Ehefrau Christa auf Skandinavienurlaub. Norwegen, Finnland und Schweden werden im gemieteten Wohnmobil erkundet. Und bis zum Sonnabend, 21. Juni, werden die Urlauber nicht zu Hause sein. Das sind sie erst Ende Juni. Der Geburtstag wird aber nachgefeiert, versichert der bald 70-Jährige aus Schweden.

Christan Andresen und seine Frau kosten es aus, nicht mehr berufstätig zu sein. Der frühere Geschäftsführer des „Nordschleswigers“ und die Umweltchefin der Kommune Tondern verreisen viel und gern und verbringen Zeit in ihrem Sommerhaus in Wenningbund (Vemmingbund).

Zu Hause gibt es viel zu tun, denn das Ehepaar engagiert sich über ihr eigenes Haus und Grundstück hinaus fleißig bei den Arbeiten, das Dorf zu einem noch besseren Wohnort zu machen. Für beide ist es wichtig, möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner für diese Arbeit zu motivieren, um so auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Das Ehepaar lebt seit 1993 im Grenzort.

Im Lokalrat sind sie im Vorstand aktiv und packen tatkräftig (meist Christa) mit an, wenn der gemeinschaftliche Dorfgarten versorgt werden soll. Dieser ist Teil des Umwelteinsatzes, für den Seth in diesem Jahr mit dem Klimapreis der Kommune Tondern ausgezeichnet wurde.

Es mache Spaß, sich einzubringen, meint Christian Andresen, der trotz seines Ausscheidens aus dem Berufsleben noch viel zu tun hat. Es bleibe immer noch genug zu tun. Noch sei er Vorsitzender des Hausvereins des Kindergartens Jeising, an dessen Erhalt er als private Kindertagesstätte maßgeblich beteiligt war.

Mit junger Unterstützung packt Christian Andresen bei der Einrichtung des Zuzüglerhauses in Seth an (Archivfoto).

Und er führt die Finanzen des Lokalrats und für das Zuzüglerhaus, das die Dorfgemeinschaft vor einigen Jahren einrichtete. Dank des Lokalrats wurde vor einigen Jahren auch ein Marktplatz in zentraler Lage eingerichtet, wo sich die Menschen vom Dorf begegnen und schnacken und wo man sich auch sportlich betätigen kann. Dort gibt es auch eine sogenannte Freitagsbar. Einmal im Monat trifft man sich dort und der Verein gibt ein Bier aus. Christian Andresen war natürlich auch dabei, als im früheren Gefrierhaus in Seth eine kleine Minibrauerei eingerichtet wurde.

„Das Wort Rentner kommt von rennen“

„Als ich als Geschäftsführer in den Ruhestand ging, meinte der ehemalige Vorsitzende des Pressevereins, Hans Christian Bock, dass es genug zu tun gebe. Schließlich war das Wort Rentner von rennen abgeleitet, meinte Bock.“

Ein Läufer ist der frühere Handballspieler des SV Tingleffs nicht. Auch seine Frau und die Kinder der sportlichen Familie haben diesen Sport ausgeübt. Christian Andresen hält sich mit Fitnesssport in Form. Wenn er und die Familie sich im Sommerhaus in Wenningbund aufhalten, wird zunächst in der Ostsee geschwommen, bevor es Frühstück gibt. Und das Geburtstagskind ist ein erfolgreiches Mitglied im Kegelverein Legan.

Für die deutsche Minderheit, in der der Bauerssohn aus Gaardeby aufgewachsen ist, hat der noch 69-Jährige viel geleistet. Besonders aktiv ist er auf politischer Ebene. Er ist noch stellvertretender Vorsitzender der Schleswigschen Partei für ganz Nordschleswig und bekleidet in der Kommune Tondern den Posten als Kommunalvorsitzender der SP. Eine Genugtuung war es für ihn, als Jørgen Popp Petersen vor vier Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde und die SP mit vier Vertreterinnen und Vertretern in den Stadtrat einzog.

Arno Knöpfli (l.) und Christian Andresen sind stellvertretende Vorsitzende der Schleswigschen Partei (Archivfoto).

Der schlaue Fuchs

Dieses Resultat werde auch mindestens bei der Kommunalwahl im November dieses Jahres erreicht, und zu einer Wiederwahl von Popp Petersen als Bürgermeister würde es sowieso kommen, ist sich der Parteivorsitzende sicher, der hinter den Kulissen an den Fäden zieht und sich als schlauer Fuchs vor und nach der Wahl behauptet hat.

Vom ehrenamtlichen Einsatz will sich der dreifache Vater im kommenden Jahr ausklinken und hat schon frühzeitig sein Ausscheiden als Kommunalvorsitzender und stellvertretender Parteivorsitzender im neuen Jahr bekanntgegeben.

Bei Christian Andresens Abschiedsempfang war Bürgermeister Jørgen Popp Petersen unter den Gästen (Archivfoto).

Und da sind ja auch noch die drei heute erwachsenen Kinder Jacob, Louise und Lasse. Die Tochter lebt in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren Eltern in Seth. Sie und ihr Mann Lehnhard haben Christian und Christa zu zweifachen Großeltern gemacht, die gerne als Kindermädchen einspringen.

Und nochmals zurück zum langjährigen Arbeitseinsatz von Christian Andresen beim „Nordschleswiger“. Er begann seine Tätigkeit beim „Nordschleswiger“ 1981 als Lokalredakteur in Tingleff (Tinglev). Vier Jahre bestritt er diesen Posten, bevor es zum Studieren nach Kopenhagen ging. Andresen kehrte zur Zeitung zurück, als er 1990 die Lokalredaktion in Apenrade (Aabenraa) übernahm. Anschließend war er 27 Jahre Verlagsleiter. Dank seines Know-hows für die moderne Technologie war er auch der Retter in der Not, wenn das Zeitungssystem den Geist aufgab.

Auf dem Marktplatz wurde unter anderem ein großes Schachbrett aufgebaut. Unser Archivfoto zeigt den Vorsitzenden des Lokalrats Flemming Frandsen (hinten) und Christian Andresen.

Hilfe aus der Schwimmhalle

Sogar aus der Schwimmhalle in Tondern beim Familienschwimmen der SG West wurde er geholt, als eine ganze Tagesproduktion verschwunden war. Er bekam das System auf seine besonnene und ruhige Art wieder zum Laufen, während die aufgeregten und entnervten Journalistinnen und Journalisten ausatmen konnten.

Denn das Motto der Zeitung hieß: Die Zeitung muss raus. Christian Andresen erinnert sich nur an einen Zwischenfall in seiner Zeit, als sich der Druck des „Nordschleswigers“ verzögerte. Die Zeitungen wurden in Rendsburg geholt und die Bündel direkt zu den Postämtern gefahren.

Zeitung ausfahren übernahm er auch noch im Ruhestand für das Medienhaus, nachdem er Ende 2021 als Geschäftsführer ausgeschieden war. Er holte die 14-tägliche Papierzeitung in Apenrade und fuhr sie in die Lokalredaktionen. Auch an der Vorbereitung des „Nordschleswigers“ als Online-Medium hat Christian Andresen maßgeblich mitgewirkt. Er ist ein Mann für alle Fälle.