Deutsche Minderheit

Wenn Glaube schützt wie ein Dach – elf Jugendliche in Rinkenis konfirmiert

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Hintere Reihe (v.l.): Julian Erik Bartsch, Emilio Benthien Giuranna, Viktor Schwarz Larsen, Jonas Nesbigall Thun, Luka Rohr. Vordere Reihe (v.l.): Vega Bossen Bendiksen, Johanne Stubkjær Schubert, Katrine Hammerich, Smilla Amaliegaard Nielsen, Signe Roth-Heldt, Nalani Soley Echternacht, Pastorin Cornelia Simon

Weil die Schlosskirche renoviert wird, wurde diesmal in Rinkenis gefeiert: 270 Gäste erlebten die Konfirmation des Pfarrbezirks Gravenstein in der Dorfkirche – mit steinernen Emojis aus einer anderen Zeit und liebevoll gestalteten Überraschungen.

Zum ersten Mal fand die Konfirmation des Pfarrbezirks Gravenstein nicht in der Schlosskirche, sondern in der Kreuzkirche von Rinkenis (Rinkenæs) statt. Grund dafür ist die laufende Renovierung des Gravensteiner Gotteshauses.

Doch auch am neuen Ort war die festliche Stimmung spürbar: Elf Jugendliche wurden am Sonntag in die Nordschleswigsche Gemeinde und in die christliche Gemeinschaft aufgenommen – begleitet von vielen Gästen, persönlicher Kreativität und einer ganz besonderen Predigt.

270 Gäste und 25 Gesichter aus einer vergangenen Zeit

„Sie sind wie Emojis aus einer vergangenen Zeit“, sagte Pastorin Cornelia Simon in ihrer Predigt über die 25 Gesichter, die hoch oben an den Gewölben der Rinkenisser Kirche auf die Gemeinde herabblicken. „Wahrscheinlich stellen sie Menschen dar, die vor knapp 100 Jahren lebten.“

Für die Pastorin symbolisieren sie etwas Zeitloses: „Sie erzählen im übertragenen Sinn davon, wie sie vom Dach geschützt und in Gottes Welt gehalten werden. Der Glaube kann wie ein Dach und wie eine Stütze im Leben von Jung und Alt sein.“

Die steinernen Gesichter in der Rinkenisser Kirche – von Pastorin Cornelia Simon als „Emojis aus einer vergangenen Zeit“ bezeichnet – begleiteten den Konfirmationsgottesdienst mit stillem Blick von oben.

Eine Kirche mit eigenem Charme

Die Kirche zu Rinkenis war mit rund 270 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Für viele war es das erste Mal, diesen Ort in festlichem Rahmen zu erleben. „Sie ist viel einfacher gehalten, aber dadurch auch sehr hell. Der vorhandene Schmuck kommt dadurch noch mal mehr zum Ausdruck“, sagte Pastorin Simon.

Besonders die 25 Gesichter fügen sich harmonisch in das Raumgefühl ein. „Die wenigen, aber betonten Schmuckelemente haben ihren ganz eigenen Charme“, so die Pastorin.

Die Kreuzkirche in Rinkenis bot einen stimmungsvollen Rahmen für die Konfirmation – schlicht, aber voller Ausdruck.

Oldtimer und selbst gestaltete Taschen

Auch die Jugendlichen trugen dazu bei, dass der Tag ein ganz Besonderer wurde. „Sie hatten Baumwolltaschen selbst gestaltet – mit ihrem Namen und Konfirmationsspruch. Denn wir wissen: Schon in der Kirche gibt es die ersten Geschenke. Mit vollen Taschen gingen sie nach Hause“, erzählt Cornelia Simon schmunzelnd.

Und auch der Ausklang hatte Stil: „Einige Kinder wurden in Oldtimer-Autos abgeholt. Die Kinder waren aufgeregt und haben sich riesig gefreut.“

Ein Tag voller Vorfreude, Spannung und Bedeutung für die Konfirmandinnen und Konfirmanden

Für Simon und das Vorbereitungsteam war es eine bereichernde Premiere in Rinkenis: „Das war noch einmal eine ganz andere Erfahrung, aber es hat wirklich Spaß gemacht.“