Verteidigungspolitik

Staatssekretär besucht Grönland: Zukünftig deutsche Kriegsschiffe in der Arktis

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Staatssekretär Nils Schmid (links) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Nuuk mit Naalakkersuisoq Vivian Motzfeld und Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.

Am Sonnabend hat eines der größten Schiffe der Deutschen Marine direkt neben einem der Dänischen in Nuuk festgemacht. Das sei das Symbol einer neuen Verteidigungszusammenarbeit der beiden Nachbarländer, so der parlamentarische Staatssekretär Nils Schmid. Grönlands Sicherheit betreffe auch Deutschland.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner in der grönländischen Hauptstadt war es ein ungewöhnlicher Anblick, als eines der größten Schiffe der Deutschen Marine, die „Berlin“, am Sonnabend in Nuuk festmachte. So große Kriegsschiffe sei man hier nicht gewohnt, schreibt das grönländische Medium „Sermitsiaq.ag“. Es ist ein Symbol dafür, dass die sicherheitspolitischen Uhren in der Arktis jetzt anders ticken.

„Was hier passiert, betrifft auch uns in Deutschland“, sagte der parlamentarische Staatssekretär bei einer Pressekonferenz auf dem dänischen Inspektionsschiff „Trition“, das direkt neben der „Berlin“ lag. Auch die grönländische Naalakkersuisoq (Ministerin) für Äußeres, Vivian Motzfeld (Siumut), sowie der dänische Außenminister Trols Lund Poulsen (Venstre) haben am Montag an der Pressekonferenz teilgenommen.

Deutschland schickte U-Boote und Fregatten in den Nordatlantik

„Unsere Region ist bislang nicht Schauplatz großer militärischer Konflikte geworden. Hier legen wir Wert auf niedrige Spannungen, aber die Realitäten zwingen uns zu handeln“, so Motzfeld laut „Sermitsiaq.ag“.

„Wir sind bereit, mehr Verantwortung für Stabilität und Sicherheit hier im hohen Norden gemeinsam mit Grönland und Dänemark zu übernehmen“, wird Schmid in einer Pressemitteilung zitiert.

Dänemark und Deutschland arbeiten bereits seit Jahrzehnten in der Ostsee sicherheitspolitisch zusammen. Zukünftig werden deutsche Fregatten, U-Boote und Seeaufklärer auch dazu beitragen, die Gewässer im Nordatlantik zu überwachen.

Schmid sieht russische Aggression auch in der Arktis

„Klar ist: Russlands ungezügelter Herrschaftsanspruch beschränkt sich nicht auf die Ukraine oder Teile des Ostseeraums“, so der Parlamentarische Staatssekretär. Man dürfe die einzelnen Regionen nicht isoliert voneinander betrachten.

Hinzu kommt, dass das Gewässer zwischen Grönland, Island und Großbritannien (die GIUK-Lücke) ein strategisch wichtiges Gebiet ist. Hier fahren Atom-U-Boote der russischen Nordmeerflotte durch – häufig unerkannt.

Diese könnten „im Falle eines russischen Angriffs auf Europa die transatlantischen Versorgungsrouten stören“, so das Bundesverteidigungsministerium.