Insel Aarö

Personalnot und Bürokratie: Brummers Gaard steht zum Verkauf

Veröffentlicht Geändert
Stefan und Antina Schulz in dem rundum sanierten Haupthaus des geschichtsträchtigen Anwesens (Archivbild)

Trotz großer Nachfrage nach Ferienwohnungen und umfassender Sanierung steht Brummers Gaard auf Aarö zum Verkauf. Das Ehepaar Schulz aus Schleswig-Holstein hat sich nach zahlreichen Hürden im dänischen Inselleben entschieden, das traditionsreiche Anwesen zu verkaufen.

Seit geraumer Zeit bereits versucht das Ehepaar Stefan und Antina Schulz, Brummers Gaard auf Aarö zu verkaufen. Die Nachfrage nach ihren Ferienwohnungen im Sommer ist hoch, doch das Paar hat Schwierigkeiten, Personal für Reinigung und Hausmeisterdienste zu finden.

Große Nachfrage, keine Hilfe

„Wir finden keine Reinigungskraft und niemanden, der auf der Insel Hausmeistertätigkeiten für uns übernimmt. Das ist für eine Vermietung an Feriengäste nicht gut“, sagt Stefan Schulz.
Eine Zusammenarbeit mit einer dänischen Ferienhausagentur habe nicht funktioniert, da die Qualität der Reinigung mangelhaft gewesen sei.

Bürokratie als Stolperstein

Bei den Sanierungsarbeiten hat Schulz auch selbst Hand angelegt.

Als Deutsche mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein und ohne Dänischkenntnisse hat die Familie die Tücken des hoch digitalisierten dänischen Systems kennengelernt. So seien Rechnungen und Mahnungen nicht eingegangen, weil die digitale Postzustellung nicht zuverlässig funktioniert habe.

„Wir sind gerade noch an einer Zwangsversteigerung vorbeigeschlittert – schlicht, weil unsere Rechnungen im elektronischen Postkasten nicht zugestellt worden sind“, sagt Stefan Schulz.

Da bleibt bei der Ursachenforschung nur der Griff zum Telefon, doch Telefonate mit Behörden enden häufig in Warteschleifen oder mit Verbindungsabbrüchen. „Zuständig fühlt sich keiner. Dann reißt irgendwann die Verbindung ab – und alles fängt von vorn an“, seufzt Schulz.

Gastronomiepläne verworfen

Brummers Gaard war früher ein beliebtes Restaurant.

Das Restaurant von Brummers Gaard, einst ein beliebter Treffpunkt auf der Insel, steht inzwischen leer. Stefan Schulz hat sogar überlegt, selbst die Gastronomie zu übernehmen: „Die Insel ist wunderschön.“ Doch gemeinsam mit seiner Frau hat er entschieden, dass ein Neuanfang am Kleinen Belt altersbedingt nicht mehr infrage kommt.

Rückblick mit gemischten Gefühlen

Nach dem Kauf des Anwesens vor drei Jahren standen umfangreiche Sanierungsarbeiten an. „Alles haben wir neu machen lassen“, sagt Stefan Schulz. Die Verpachtung an ein junges Paar endete mit einem Rechtsstreit. „Den haben wir zwar gewonnen, das nützt uns aber auch nichts, da die Gegenseite zahlungsunfähig ist.“

Trotz langjähriger Erfahrung als Immobilieninvestor in Deutschland hat ihn das Inselleben in Dänemark vor ungeahnte Herausforderungen gestellt – von der Sprache, über eine kulturelle Kluft bis hin zu einer ausgeprägten behördlich-digitalen Infrastruktur: „Als Tourist ist man hier willkommen, als Gewerbetreibender aber ist es schwer, jemanden zu finden, der sich zuständig fühlt.“

Blick nach vorn

„Wir würden Brummers Gaard gern verkaufen, weil wir uns aus persönlichen Gründen anderweitig orientieren möchten“, ergänzt Antina Schulz. Daher sucht das Ehepaar nach einer Nachfolge. Ungeachtet aller Widrigkeiten, die hinter ihnen liegen, finden beide: „Die Insel ist wunderschön.“

Zu dem Anwesen gehört ein kleines Hotel mit Ferienwohnungen, deren Interieur Antina Schulz mit sicherem Gespür gestaltet hat.