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Grenzgänger der Archäologie: Lennart Madsen erhält höchste Ehrung

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Am vergangenen Freitag erhielt Lennart Secher Madsen die höchste Auszeichnung seines Fachgebiets. Im Nationalmuseum überreichte ihm Direktor Rane Willerslev (Mitte) den Erik-Westerby-Preis als Brückenbauer und Bewahrer der Grenzlandgeschichte. Ein Reisestipendium in Höhe von 50.000 Kronen ging an Tim Flohr Sørensen (links). Er ist Dozent für Zeitgenössische Archäologie und Archäologietheorie am Saxo-Institut der Universität Kopenhagen.

Mit Leidenschaft und Ausdauer hat Lennart Secher Madsen das archäologische Erbe des Grenzlands ins Rampenlicht gerückt. Dafür hat der Direktor des Nationalmuseums den Museumsinspektor Emeritus mit Dänemarks höchstem Preis für Archäologie geehrt.

Gerade zwei Monate ist Lennart Secher Madsen im Ruhestand: Soeben hat der Archäologe und langjährige Leiter am Museum Sønderjylland in Hadersleben den renommierten Erik-Westerby-Preis erhalten. Die Auszeichnung, die als wichtigste Ehrung der Archäologie in Dänemark gilt, ist mit 100.000 Kronen dotiert und würdigt Madsens außergewöhnliches Engagement für das kulturelle Erbe der Grenzregion.

Feierliche Preisverleihung

Lennart Secher Madsen, hier zu sehen mit dem früheren Haderslebener Bürgermeister Jens Christian Gjesing, hat sich als Vermittler der Geschichte auch international einen Namen gemacht (Archivbild).

In der vergangenen Woche hat Rane Willerslev, Direktor des Nationalmuseums und Vorsitzender der Erik-Westerby-Stiftung, die Auszeichnung im festlichen Rahmen des Nationalmuseums überreicht. Madsen wurde dabei von Ulf Ickerodt, Direktor des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein, begleitet. Beide verbindet eine jahrzehntelange, enge Zusammenarbeit über die deutsch-dänische Grenze hinweg.
„Diese enge Zusammenarbeit war auch eine Begründung für den Preis“, sagt Lennart Madsen.

Meilensteine einer Grenzgänger-Karriere

Der Verband der dänischen Amateurarchäologen hat Lennart Madsen und dessen langjährigen Kollegen Per Ethelberg (2. v. r.) überdies den Titel „Archäologen des Jahres 2025“ verliehen (Archivbild).

Im Gespräch erinnert sich Lennart Madsen an zwei Höhepunkte seiner Laufbahn.

„Die Gründung der Zeitschrift ‚Archäologie in Schleswig‘ 1991 war für mich ein Meilenstein. Es freut mich, dass sie inzwischen hohe wissenschaftliche Anerkennung genießt.“

Zudem verweist der Archäologe auf die enge Kooperation mit dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein bei den Ausgrabungen am Danewerk. Ein umfassendes Werk über diese Arbeiten wird voraussichtlich zum Jahreswechsel 2026/27 erscheinen.

Brückenbauer

Lennart Secher Madsen hat nicht nur das Museum Sønderjylland geprägt, sondern sich auch als engagierter Vermittler im Grenzland einen Namen gemacht – sei es durch Artikel, Vorträge oder Stadtführungen in Hadersleben.

Lennart Madsen gehört zur Redaktion des lokalhistorischen Almanachs „Langs Fjord og Dam“ (Archivbild).

Auch der Direktor des Nationalmuseums hob Madsens Einsatz für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervor, etwa bei Forschungsprojekten und beim Austausch von Museumsobjekten wie dem sogenannten Mankestuhl, der im 19. Jahrhundert auf Alsen (Als) gefunden wurde.

Zukunftspläne

Lennart Madsen freut sich über die Anerkennung – und er weiß auch schon, wofür er das Preisgeld ausgeben wird.

Im März 2025 verabschiedete sich der langjährige Museumsleiter der Archäologie in den Ruhestand.

„Ich werde verreisen – unter anderem zu einem Fachseminar nach Finnland, wo es um Schlösser im Ostseeraum geht. Man legt sein Fachgebiet ja nicht zu den Akten, nur weil man in Rente geht.“

„Archäologie in Schleswig“

Die Fachzeitschrift „Archäologie in Schleswig“ (dänisch: „Arkæologi i Slesvig“) ist seit 1991 ein renommiertes wissenschaftliches Medium einer deutsch-dänischen Redaktion, das sich der Archäologie in Nord- und Südschleswig widmet. Sie erscheint alle zwei Jahre und veröffentlicht Beiträge über aktuelle Ausgrabungen, Forschungsprojekte sowie kulturhistorische, naturwissenschaftliche und historische Aspekte der Region. Die Artikel basieren auf Vorträgen eines alle zwei Jahre stattfindenden Symposiums, das abwechselnd dänische und deutsche Archäologinnen und Archäologen organisieren. Die Beiträge erscheinen auf Deutsch und Dänisch, jeweils mit englischen Zusammenfassungen.