Grenzüberschreitendes

Geschichte aus dem Boden: Abschied von zwei Meistergräbern

Veröffentlicht
Lennart Secher Madsen und Per Ethelberg (Mitte) verabschiedeten sich am vergangenen Freitag vom Museum Sønderjylland.

Mehr als 80 Jahre haben die Archäologen Lennart Madsen und Per Ethelberg gemeinsam gegraben, vornehmlich im Grenzland. Jetzt geben sie den Spaten aus der Hand und gehen in den Ruhestand. Ihr Abschied vom Museum Sønderjylland war ein emotionaler Rückblick auf ein Leben voller Ausgrabungen, Anekdoten und bleibender Spuren – nicht nur im Boden.

In der vergangenen Woche hat die Archäologie-Abteilung vom Museum Sønderjylland in Hadersleben zwei ihrer prägendsten Persönlichkeiten in den Ruhestand verabschiedet: Lennart Secher Madsen und Per Ethelberg. Im prall gefüllten Saal blickten Kolleginnen, Kollegen, Weggefährten und Familien auf über 80 gemeinsame Berufsjahre zurück.

Ineinander verwoben

Museumsdirektor Axel Johnsen und Museumsvermittlerin Merete Essenbæk würdigten in ihren Reden das Engagement des Duos Madsen-Ethelberg.

„Wir waren wie ineinander verwobene Baumwurzeln.“ – So beschreibt Lennart Madsen den langjährigen Paarlauf mit Ethelberg.
Der Leiter der Archäologie zog die Zuhörenden mit seinen Erinnerungen in den Bann. Er erzählte von frostigen Münzausgrabungen und von den Anfängen als Reserve-Archäologe in Hadersleben.

Der Schattenmann

Das Team von Museum Sønderjylland machte seinen langjährigen Kollegen zum Abschied ein besonderes Geschenk: zwei Setzlinge.

Per Ethelberg, laut Madsen der „Schattenmann der Bodenfunde“, habe durch seine stille, akribische Arbeit Ausgrabungstechniken entscheidend geprägt. Gemeinsam haben die beiden Wissenschaftler nicht nur den Boden Nordschleswigs „umgegraben“, sondern auch Spuren in der archäologischen Landschaft des Grenzlands hinterlassen. Erwähnt sei hier die enge Zusammenarbeit am Grenzwall Danewerk und mit der obersten Denkmalschutzbehörde im Nachbarland, dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein.

Eiche und Blutbuche

Die Baumgeschenke werden im Museumsgarten Wurzeln schlagen.

Zum Abschied erhielten die beiden Archäologen neben zahlreichen Geschenken zwei Setzlinge: eine Eiche für Ethelberg und eine Rotbuche für Madsen.

„Die beiden Bäume gehören zusammen, wie ihr – sie stehen oft gemeinsam im Wald und in der Geschichte“, sagte Museumsvermittlerin Merete Essenbæk – und sie pflanzte die beiden Bäume noch während der Festveranstaltung im Museumsgarten an. Dort sollen sie als lebendige Erinnerung an das wissenschaftliche Wirken des Duos Ethelberg-Madsen Wurzeln schlagen.