Jubiläum

Deutsch-dänische Schule in Kopenhagen: „Ein unsagbarer Schatz“

Veröffentlicht Geändert
Die Vorstandsvorsitzende Heike Omerzu betonte die Bedeutung des deutsch-dänischen Austauschs in ihrer Festrede.

Die Petri Schule in Kopenhagen feiert ihr 450-jähriges Bestehen. Sie ist somit die älteste der deutschen Auslandsschulen.

Sie könnte kaum zentraler liegen: die Sankt Petri Schule in Kopenhagen. Das ursprüngliche Gebäude der Universität liegt in unmittelbarer Nähe; der Kopenhagener Dom ebenso. Direkt gegenüber auch die älteste Bäckerei der Stadt, Sct. Peders Bageri.

Und auch die deutsch-dänische Schule selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück, eine 450-jährige, um genau zu sein. Die Feier aus diesem Anlass wurde in der vergangenen Woche in der deutschen Botschaft begangen.

„Das 450-jährige Erbe, das wir zu verwalten haben, ist ein gewichtiges“, sagte die Vorstandsvorsitzende Heike Omerzu in ihrer Festrede.

Sie ist somit die älteste der deutschen Auslandsschulen. Welches auch Botschafter Pascal Hector in seiner Ansprache betonte. Es sei jedoch keine Selbstverständlichkeit, dass man auf die lange ungebrochene Geschichte zurückblicken könne.

Die Petri Schule liegt im Herzen von Kopenhagen (Archivfoto).

„Auch die dänische Geschichte ist von vielen Ereignissen geprägt, die diese Schule nicht unbehelligt gelassen haben. Kriege, Brände, Epidemien und Pandemien wurden gemeistert – und auch eine nicht unerhebliche Konkurrenz überwunden“, so Hector.

Deutsch-dänische Begegnungsschule

Die Petri-Schule wurde 1575 auf Geheiß von König Frederik II. als eine Chorschule für Jungen gegründet, die der nur wenige Wochen älteren Petri-Kirche angegliedert war. Im späten 18. Jahrhundert wurde auch eine Mädchenschule ins Leben gerufen und seit 1935 werden Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet.

Heute besuchen 620 Schülerinnen und Schüler aus 22 Nationen die Schule. Es gibt einen Kindergarten, eine gymnasiale Oberstufe sowie eine Musikschule. Schülerinnen und Schüler der Letzteren begleiteten die Festveranstaltung mit musikalischen Beiträgen. Im eigenen Verständnis ist die Petri-Schule eine moderne deutsch-dänische Begegnungsschule.

Schulleiterin Svenja Kuhfuss bedankte sich bei Schülersprecher Bjørn Bolvinkel Andersen und Schülersprecherin Malene Erhardt, die die Festveranstaltung moderierten.

„Die täglich gelebte, ja im Wortsinne alltägliche Begegnung von dänischer und deutscher Kultur auf Augenhöhe, (ist) ein unsagbarer Schatz, den es gerade heute mit aller Kraft zu bewahren gilt“, so Omerzu.

„Interkulturelle Bildung“

Gerade heute sei die Bildung, die die Schule den Schülerinnen und Schülern vermittelt, aktueller denn je. Omerzu verwies auf die geopolitischen Umbrüche, die Errichtung von Grenzen, die Instrumentalisierung der Angst vor Fremden sowie die Bedrohung von humanistischen Werten.

„In einer solchen Zeit ist die umfassende und interkulturelle Bildung, für die die Sankt Petri Schule steht, ein wesentlicher Beitrag für unsere und nicht zuletzt für die Zukunft unserer Kinder und nachfolgender Generationen.“

Zu dieser Bildung gehört auch der Umgang mit der eigenen Geschichte. Ähnlich wie die deutsche Minderheit in Nordschleswig hat sich auch die Petri-Schule vor und während des Zweiten Weltkrieges nazifizieren lassen. Sie hat den Historiker Jacob Halvas Bjerre beauftragt, die braune Vergangenheit zu untersuchen. Sein 2023 erschienenes Buch ist Unterrichtsmaterial an der Schule.

Pascal Hector lobte die Aufarbeitung der Vergangenheit der Schule.

„Es freut mich sehr, dass Sie diese Schritte unternommen haben und sicherlich auch in Zukunft noch weitere Schritte unternehmen werden, um auf die Schrecken von Hass und Intoleranz hinzuweisen“, so Botschafter Pascal Hector.