Naturbehörde

Totes Wild: Noch keine Entscheidung bei Wildschweinzaun

Totes Wild: Noch keine Entscheidung bei Wildschweinzaun

Totes Wild: Noch keine Entscheidung bei Wildschweinzaun

Apenrade/Gram
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Ein Reh bei Fröslee hatte sich kürzlich so schwer verletzt, dass ein Landwirt es erlöste. Er geht davon aus, dass es sich die Verletzungen am Zaun zuzog. Foto: privatfoto/JV

Qualvoll verendete Tiere haben zuletzt für Aufsehen gesorgt. Die zuständige Naturbehörde will schnell handeln – wie genau, das steht nach einem Treffen mit Fachleuten aber noch nicht fest. Der WWF hat unterdessen gegen den Zaun Klage eingereicht.

Die dänische Naturbehörde (Naturstyrelsen) will Teile des 70 Kilometer langen Wildschweinzauns entlang der dänisch-deutschen Grenze nachbessern, nachdem kürzlich ein verendeter Rothirsch im Zaun hängend gefunden wurde und in sozialen Medien weitere Aufnahmen verendeter oder noch lebender Tiere kursieren, angeblich in der Nähe des Zaunes oder am Zaun selbst gefunden.

Behörde: Vorfälle „nicht besonders witzig“

„Das finden wir, die die Verantwortung haben, auch nicht besonders witzig und wir merken auch, dass es zu heftigen Reaktionen führt“, so Bent Rasmussen, der für den Zaun bei der Naturbehörde Wattenmeer zuständig ist, zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Die Behörde hat in der Sache Kontakt zu Grundbesitzern und Jägern aufgenommen, um eine Lösung für das Problem zu finden. „Es ist noch keine Entscheidung getroffen worden“, so Rasmussen am Donnerstag zum „Nordschleswiger“.

Mehrere Lösungen im Gespräch

„Wir versuchen, eine technische Lösung zu finden, sodass Beine und Hufe nicht in die Maschen geraten können und sich dort verkeilen“, so Rasmussen zu Ritzau. „Es könnte zum Beispiel sein, dass wir die oberen 60 Zentimeter des Zaunes an ausgewählten Abschnitten feinmaschiger machen, aber es kann auch andere technische Lösungen geben“, sagt er.

Den Zaun insgesamt anzupassen, das sei wohl nicht nötig, meint Rasmussen, es gebe bestimmte Stellen, an denen die Tiere den Zaun überspringen würden.

„Es geht darum, das Risiko, dass Schäden entstehen, so weit wie möglich zu minimieren“, sagt er – ganz ausschließen ließen sich solche Vorfälle aber nicht. Das sei von Anfang an allen klar gewesen.

Eine Lösung soll Anfang des kommenden Jahres bereitstehen. Geld ist dafür noch reichlich vorhanden: Von den für den Zaunbau veranschlagten 80 Millionen Kronen sind bisher nur 45 Millionen verbraucht worden.

WWF hat Klage eingereicht

Bei der Naturschutzorganisation WWF Danmark ist der Biologe Thor Hjarsen derweil weiter äußerst skeptisch, was den Wildschweinzaun angeht. „Es ist ein fester Stadionzaun, der so konstruiert ist, dass er den Tieren nicht viele Chancen gibt“, sagt er zu Ritzau. Die Grundkonstruktion des Zaunes sei also das Problem.

WWF Danmark hat bereits Klage bei der Berner Konvention eingereicht. Dänemark hat das Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume 1982 ratifiziert, 1983 trat es für Dänemark in Kraft. Laut WWF hindert der Zaun Wildtiere daran, sich zu verbreiten.

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