Erlebniscenter

Hjemsted wird wohl doch verkauft

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Tondern/Hjemstedt  
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1996 wurde das Erlebniscenter am Ortsrand von Scherrebek errichtet. Foto: Danernes Verden

Nach dem Rückzug der Stiftung Skærbækcentret als Betreiber des frühgeschichtlichen Erlebniscenters zieht die Kommune Tondern nun die Reißleine.

Der archäologische Erlebnispark „Hjemsted – Danernes Verden“ bei Scherrebek ist seit Jahren ein politischer Zankapfel. War die seit ihrer Errichtung 1996 meist defizitäre touristische Attraktion seit der Kommunalreform 2007 doch ein millionenschwerer finanzieller Klotz am Bein der Kommune Tondern.

Nach einer Krisensitzung sämtlicher Rathausfraktionen deutet alles darauf hin, dass die Kommune die finanzielle Reißleine zieht. Nach Angaben von Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre) haben sich die Fraktionen darauf verständigt, den Erlebnispark im Bereich einer eisenzeitlichen Siedlung zu verkaufen oder langfristig zu verpachten.

Betreiber zieht sich zurück

Hintergrund ist der Rückzug der Stiftung „Fonden Skærbækcentret“ als Betreiber des Erlebniscenters Ende 2019, obwohl erst im Kommunalhaushalt 2019 ein Zuschuss der Kommune in Höhe von 2,6 Millionen Kronen für den Erlebnispark bewilligt worden war.

„Die Stiftung Skærbækcentret hat seit einigen Jahren den Betrieb des Frühgeschichtsparks durchgeführt und hat es richtig gut gemacht. Aber wenn man das nicht fortführen möchte, dann müssen wir darauf reagieren“, begründete Bürgermeister Frandsen den Kurswechsel. Man müsse jetzt nach Alternativen suchen.

Konkrete Projektbetreibung gefordert

Angestrebt werde laut Frandsen ein Verkauf oder eine Verpachtung mit „kommerzieller/erlebnisbasierter Zielsetzung“ im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung. Die Interessenten müssten dabei eine konkrete Projektbetreibung für den künftigen Betrieb vorlegen.
„Wir legen uns nicht fest, wie die Einrichtungen künftig genutzt werden. Es bleibt den Bietern überlassen, gute Ideen zu präsentieren, ich bin gespannt, was für Vorschläge kommen“, so der Bürgermeister.

Der Kreis der Fraktionen, die den Haushalt 2019 unterstützen, schlägt vor, dass die über vier Jahre vereinbarten Zuschüsse von 2,6 Millionen Kronen für „Hjemsted – Danernes Verden“ für Projekte zum Werk des Möbeldesigners Wegner und der früheren Zeppelinstation in Tondern verwendet werden. Über die Zukunft des Erlebnisparks soll auf einer kommenden Stadtratssitzung entschieden werden.

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