Kulturgeschichte in Nordschleswig

Frelle Petersens dritter Film steht kurz vor der Premiere

Frelle Petersens dritter Film steht kurz vor der Premiere

Frelle Petersens dritter Film steht kurz vor der Premiere

Tondern/Tønder
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Regisseur Frelle Petersen mit zwei seiner Hauptdarsteller: Ole Sørensen (l.) und Lasse Lorenzen (Archivfoto) Foto: Jane Rahbek Ohlsen

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Im Tonderner Kino wird „Resten af livet“ bei einer Galavorstellung präsentiert. Der Streifen wurde unter strengsten Corona-Auflage in Tondern gedreht. Am 7. Juli kommt der Film in 120 Kinos in Dänemark.

Mit dem Film „Onkel“, der in der Kommune Tondern aufgenommen wurde, schaffte der aus Nordschleswig gebürtige Regisseur Frelle Petersen seinen Durchbruch. Dieser Streifen wurde mit Lob überhäuft und gewann auch den dänischen Oscar (Bodil) als bester dänischer Film. In dieser Kategorie gewann der 1980 bei Apenrade (Aabenraa) geborene Petersens Produktion auch einen Robert-Preis. Für Petersen persönlich gab es eine Auszeichnung für die beste Regiearbeit.

In Kürze hat sein neuer Films „Resten af Livet“ Premiere, der in Tondern gedreht wurde. Unter strengsten Corona-Restriktionen musste gearbeitet werden, als die ersten Aufnahmen im Herbst 2020 in den Kasten gingen. Im Frühsommer 2021 wurde die Filmproduktion fortgesetzt. Auch diesmal mussten sich alle Beteiligten, von den Hauptpersonen bis zur Produktionscrew, Disziplin beweisen und mussten sich auch jeden Morgen testen lassen. Dafür wurde eigens eine ausgebildete Krankenschwester angeheuert.

Frelle Petersen und seine vier Hauptdarsteller: Die Filmfamilie vor dem Kaffeegeschäft des Vaters dargestellt von Ole Sørensen, Filmmutter Mette Munk Plum, Filmtochter Jette Søndergaard und Filmsohn Lasse Lorenzen. Links die wirkliche Besitzerin des Ladens Kong Christian, Kirsten Lützen. Sie wirkt als Statistin mit (Archivfoto). Foto: Jane Rahbek Ohlsen

„Ein Abbruch der Filmproduktion kostet wahnsinnig viel Geld. Daher wurden alle, die Betonung liegt auf alle, aufgefordert, sich beim Set, aber auch in der Freizeit an die Restriktionen zu halten“, erklärt Pressesprecher Freddy Neumann. Vermutlich weil so streng verfahren wurde, habe es auch keinen Corona-Fall gegeben. „Da hatten wir richtig Glück und kamen glimpflich durch diese Zeit. So geriet der Zeitplan auch nicht ins Wanken“, freut sich Neumann. Die letzten Aufnahmen wurden im Sommer 2021 gedreht, wonach es ans Schneiden ging.

„Da die Kommune Tondern und so viele Privatleute uns bei den Aufnahmen unterstützt haben, gab es gar keine andere Option, als die Galapremiere in Tondern stattfinden zu lassen. Das ist quasi unsere Art, danke zu sagen. Der Film lebt irgendwie in Tondern“, betont Freddy Neumann.

Am Freitag, 24. Juni, findet die Galapremiere für geladene Gäste im Tonderner Kino statt, wo auch alle Darstellenden und Statisten im Publikum sitzen werden. „Die Hauptdarsteller haben zwar den Film schon gesehen, nicht aber die anderen. Für sie wird es also auch spannend werden“.

Ab 7. Juli in 120 Kinos

Der Film wird ab 7. Juli in 120 Kinos in Dänemark kommen und ist jetzt auch in das Filmangebot für den Biografklubben aufgenommen worden. „Beim Film 'Onkel' wurden bereits 45.000 Eintrittskarten verkauft, was schon exzeptionell war. Mit dieser Produktion rückte Frelle Petersen in eine ganz andere Filmliga auf. 'Resten af livet' könnte so 100.000 Eintrittskarten verkaufen“, hofft der Pressesprecher.

Der nordschleswigsche Regisseur arbeitete bei „Onkel“ mit Amateurschauspielerinnen und -schauspielern. Der einzige Halbprofi war die aus Lügumkloster (Løgumkloster) gebürtige Jette Søndergaard. Auch in der neuesten Produktion steht die junge Frau vor der Kamera. Sie und die restlichen Darstellerinnen und Darsteller sprechen erneut den nordschleswigschen Dialekt. Seine Beherrschung war eine Voraussetzung, um mitspielen zu können.

Im Gegensatz zu „Onkel“ stehen diesmal aber auch Profis vor der Kamera. Ole Sørensen, der beim Theater Møllen in Hadersleben engagiert ist, und die aus Sonderburg (Sønderborg gebürtige Mette Munk Plum, die 1984 als Erste einen Robert-Preis für die beste weibliche Nebenrolle im Film „Isfugle“ gewann.

Jette Søndergaard spielte bereits im Film „Onkel" die Hauptrolle (Archivfoto). Auch der ehemalige Tierarzt Ole Caspersen aus Lügumkloster wird wieder zu sehen sein. Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Zwar wird „Resten af livet“ als Filmdrama bezeichnet, ist aber dennoch lebensbejahend. Erzählt wird die Geschichte einer vierköpfigen Familie in Tondern. Die Eltern und ihre beiden Kinder wohnen in einem einfachen Einfamilienhaus am Margrethevej (in der Nähe ist Frelle Petersen aufgewachsen). Ihr Leben gerät aus den Fugen, als der Sohn stirbt. Die Zeit nach seinem Tod, die Zeit der Trauerbearbeitung und die Rückkehr der Familie in ein halbwegs normales Leben werden in diesem Film beschrieben.

Universelles Familienporträt

„Ich möchte ein universelles Familienporträt zeichnen, den Alltag der Familie und das gute Verhältnis zueinander. Und wie diese Familie von einer Tragödie herausgefordert wird. Es sind die kleinen Details in den zwischenmenschlichen Beziehungen und die Konflikte, die meine größte Aufmerksamkeit finden. Diese stehen im Mittelpunkt dieses Films", erklärt Filmregisseur Frelle Petersen. Er sei stolz auf seine familiären Wurzeln. Nordschleswig unterscheide sich von anderen Regionen des Landes aufgrund seiner ganz besonderen Natur, seines ureigenen Humors und Dialekts.

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