Sommerferien

Ein Regentag im Universe: Einfach mal vom Hochhaus fallen

Ein Regentag im Universe: Einfach mal vom Hochhaus fallen

Ein Regentag im Universe: Einfach mal vom Hochhaus fallen

Norburg/Nordborg
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Gewichtsverlagerung ist alles: Vor dem Eingangsportal des Universe können Besuchende ein Auto per Hebelwirkung hochheben. Foto: Sara Wasmund

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Der Science-Park Universe auf der Insel Alsen erlebt derzeit einen Besucheransturm und ist immer wieder ausverkauft. Beim Besuch im Park testet „Der Nordschleswiger“ einige der neuen Attraktionen und stellt fest: Nicht jeder Sturz vom Hochhaus endet böse …

Für Aya Mazen Esskandarini ist es ein ganz normaler Arbeitstag, für rund 3.000 Personen ein ganz besonderer Ausflug: Die Mitarbeiterin sitzt im Empfang des Erlebnisparks Universe und teilt Karten und Infobroschüren aus.

Schlange stehen per App

„Für unsere sehr gefragten Attraktionen könnt ihr euch über eine App anmelden, dann kriegt ihr Bescheid, wenn ihr dran seid. So braucht ihr nicht so lange Schlange stehen“, sagt die 18-jährige Gymnasiastin aus Sonderburg.

Universe-Mitarbeiterin Aya empfängt die Besucher, die noch keine Karten online gekauft haben, am Kassenhäuschen. Foto: Sara Wasmund

Die „Universe App“ ist schnell heruntergeladen, das kostenlose und offene Wlan-Netz im Park sorgt für eine schnelle Internetverbindung. Wir sind vier Personen, jeder hat ein Armband mit einem QR-Code, der gescannt und mit Namen versehen in der App abgespeichert wird.

Wir melden uns für das Haus der virtuellen Realitäten (VR) an. Die App zeigt eine 45-minütige Wartezeit an, bevor wir uns in Richtung VR-Haus begeben sollen.

Nur eine Warteschlange pro Person möglich

Statt nur darauf zu warten, wollen wir uns für die Segway-Bahn anmelden – doch die App lässt nur eine digitale Warteschlange pro Person gleichzeitig zu – das ist vonseiten der App-Anbieter sicher noch ausbaufähig.

Das Kartenmaterial gibt einen guten Überblick über das Gelände im Universe. Foto: Sara Wasmund

In der Zwischenzeit besuchen wir also einen der Erlebnisorte, die ohne vorherige Anmeldung zu sehen sind. Wir begeben uns in die „Fire Zone“, wo wir lernen, wie man sich in einem brennenden Haus richtig verhält und welche Eigenschaften Feuer hat.

Feuer-Erzählstation

Eine Mitmach-Station lädt dazu ein, sich in ein brennendes Haus hineinzuversetzen. Je näher am Boden, desto weniger dicht ist der Rauch. Das Hindurchkriechen ist eindrucksvoll – doch für den Rest des Tages laufe ich mit nassen Flecken auf den Knien rum, die nassen Schuhe der Besuchenden haben ihre Spuren hinterlassen.

In einer Feuer-Erzählstation teilen wir eigene Geschichten und Erlebnisse mit Feuer. Minuspunkt der neuen Attraktion sind mehrere Mitmachstationen, die außer Betrieb sind.

Kristian Lakjer erklärt, wie die virtuellen Auto-Scooter funktionieren. Foto: Sara Wasmund
Kurz vor dem Einstieg: In der Virtual Reality-Attraktion „Bumper Cars“ fährt man auf einem Hochhaus Auto-Scooter und schießt dabei Monster ab. Foto: Sara Wasmund

Da es mittlerweile wie aus Strömen gießt und das Trampolinspringen im Wasser nur bedingt Spaß macht, suchen wir Schutz in einem gläsernen Gewächshaus. Zusammen mit Dutzenden anderen Besucherinnen und Besuchern atmen wir stickige Dschungelluft, während uns das Kondenswasser in die aufgeschlagenen Jackenkragen tropft.

Immer wieder öffnen wir die App, um zu sehen, wann wir endlich dran sind. Endlich springt die Anzeige auf Grün – wir sollen uns zum Eingang begeben. Im strömenden Regen sprinten wir dorthin – doch der Mitarbeiter schickt uns zurück an ein Gerät, wo wir zunächst unsere Armbänder einscannen sollen.

Endlich sind wir im VR-Haus …

Zurück am Eingang stellt er fest, dass wir alle vier über die App angemeldet sind – und scannt die Codes auf dem Handy. Etwas kompliziert, und keiner versteht so richtig, was Sache ist, aber immerhin sind wir jetzt im VR-Haus, wo wir virtuelle Boxerautos, Fallschirmflüge, Rutschbahnen und einen virtuellen Spaziergang auf einem Hochhaus machen können.

verteilen die VR-Brillen und desinfizieren sie nach jedem Gebrauch. Foto: Sara Wasmund

Zu unserer Enttäuschung teilt uns der Mitarbeiter mit, dass wir nur eine Münze pro Person erhalten. So können wir nur eine der Attraktionen wählen. Wir entscheiden uns für die neue Attraktion im VR-Haus: die E-Autoscooter-Station „Bumper Cars“.

Kristian Lakjer teilt dort die VR-Brillen aus und erklärt uns, was wir tun sollen: Platz nehmen in den E-Scootern, Brille aufsetzen, abwarten. Und wenn es so weit ist, mit dem linken Fuß Gas geben. Vor meinen Augen entsteht über die VR-Brille eine virtuelle Welt und plötzlich befinde ich mich in einem Raumschiff auf einem Hochhaus. Ich gebe Gas und fliege mit meinem Gefährt über die Platte, bis ich anderen Teilnehmern in den Weg fahre – und Minuspunkte kassiere.

Mir wird so richtig schlecht

Mir wird schlecht, so richtig übel im Sinne von seekrank. Mein Gehirn kann Geschaukel und virtuelle Sicht nicht verarbeiten und ich bin froh, als die VR-Brillen erlöschen, die Musik verstummt und ich endlich aussteigen kann. Vermutlich bin ich für eine virtuelle Monster-Jagt im Boxauto schlichtweg zu alt …

Man glaubt wirklich, man steht auf einem Hochhaus … Foto: Sara Wasmund
In der virtuellen Achterbahn des Universe Foto: Sara Wasmund

Da ich für den „Nordschleswiger“ unterwegs bin und die Kinder auch die anderen VR-Attraktionen testen wollen, kriegen wir noch weitere Plastik-Coins. Ich stelle mich, etwas bleich um die Nase, zum Zuschauen und Mitschreiben daneben.

Auch ein Sprung in die virtuelle Tiefe erfordert Mut

Eine der faszinierendsten Erlebnisse für die Kinder wird der virtuelle Spaziergang auf einem Hochhaus. Es ist lustig zu sehen, wie die Mädchen auf dem Boden stehen und mit ihren VR-Brillen über ein virtuelles Brett auf einem Hochhaus spazieren. Jeder Schritt wird bewusst gesetzt und am Ende soll man springen – was mit Blick in die VR-Tiefe richtig viel Mut erfordert.

Auch die VR-Achterbahn sorgt für Begeisterung und Adrenalinschübe. Nach einem selbst gezeichneten Streckenverlauf nimmt die Berg- und Talfahrt ihren Lauf.

Der blaue Kubus ist ein Wahrzeichen des Universes, er war vor 20 Jahren der isländische Pavillion bei der Weltausstellung Expo in Hannover. In ihm können Besuchende unter anderem durch einen Gletscher gehen und erleben, wie Blitze entstehen. Foto: Sara Wasmund

Danach brauchen wir alle eine Stärkung. Wir entscheiden uns für Pommes und Kebap von der Bude im Freien – Büfett- und Burger-Restaurant waren zu überlaufen und unter einem kleinen Zelt im Freien isst es sich deutlich ruhiger.

Blitze berühren

Während wir am Tisch sitzen und es erneut beginnt, zu regnen, melden wir uns für den Segway-Parcours an. Die Wartezeit beträgt rund 30 Minuten. Wir nutzen die Zeit für einen Besuch im blauen Kubus, wo Umweltphänomene erklärt werden. Im Erdgeschoss laufen wir durch einen Gletscher und meine Knie fühlen sich nun nicht nur nass, sondern auch kalt an.

Spannend wird es ganz oben: hier können Besucher mit einem Stahlhandschuh Blitze berühren. Und verstehen, was ein Gewitter auslöst.

In der Gewitter-Station können Besuchende Blitze mit einem Stahlhandschuh berühren und leiten. Foto: Sara Wasmund

Apropos Unwetter: Draußen regnet es erneut in Strömen. Doch laut App ist es jetzt unsere Tour und wenigstens können wir im Häuschen warten, bis wir dran sind. So ganz ohne Schlange stehen läuft es nämlich auch mit App nicht: Bis wir unser Segway schließlich besteigen können, vergehen noch einmal mindestens 20 Minuten.

Doch die Segway-Runde macht auch im strömenden Regen Spaß – ist aber viel zu kurz. Kaum hat man sich an das Gerät gewöhnt, endet die Fahrt auch schon wieder. Durchnässt schlendern wir durch den Souvenir-Shop zum Ausgang.

Unser Fazit:

  • Die Attraktionen haben Spaß gemacht, wir haben viel gelernt. Die Angst vor Blitzen und Feuer ist beispielsweise ein bisschen kleiner geworden.
  • Die App hilft, das Anstehen zu minimieren, kann aber noch deutlich besser werden. Trotz App standen wir oft in einer Schlange und konnten dadurch weitaus weniger Attraktionen ausprobieren als erhofft.
  • Ein Regentag im Universe ist möglich, ein guter Regenmantel aber erforderlich.
  • Um alle Attraktionen ausgiebig auszuprobieren, empfiehlt sich eine Saisonkarte, um mehrere Besuche im Jahr einzuplanen, vor allem außerhalb der Saison. Ganz ohne Schlange stehen.
Auf Wiedersehen, Universe: Der eine Besuchstag hat bei Weitem nicht gereicht, um alle Attraktionen des Parks auszuprobieren. Foto: Sara Wasmund
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