Center für Weltziele

Nachhaltig Bauen: „Wir bräuchten einen Recycling-Baumarkt“

Nachhaltig Bauen: „Wir bräuchten einen Recycling-Baumarkt“

Nachhaltig Bauen: „Wir bräuchten einen Recycling-Baumarkt“

Kjär/Kær
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Projektleiter Bent Albæk zeigt das alte Mauerwerk des Frydendals, das lediglich überarbeitet werden soll. Er plädiert für nachhaltiges Bauen. Foto: Sara Wasmund

Wie kann klimafreundliches Bauen gelingen? Als Projektleiter des Centers für Weltziele auf der Halbinsel Kjär befasst sich Bent Albæk intensiv mit dieser Frage.

„Es ist einfach traurig, was beim Abriss eines alten Hauses alles entsorgt wird. Fenster, Balken, Ziegelsteine – das sind oft Materialien, die man noch einmal verbauen könnte. Wir wollen mit dem Center für Weltziele eine Bewegung in Gang setzen, die Bauen mit recycelten Baustoffen Alltag werden lässt.“

Bent Albæk ist Projektleiter für die Kommune Sonderburg. Er steht für den Umbau von drei Höfen, die als Zusammenschluss zum Center für die UN-Weltzeile auf Kær Vestermark werden. Die Bauarbeiten haben in dieser Woche begonnen. Sie sollen so nachhaltig vor sich gehen, wie irgendwie möglich.

Weg von der Wegwerf-Gesellschaft

„Beim Umbau der Höfe verbauen wir recyceltes Material, wo immer das möglich ist. So nehmen wir die Eisensprossenfenster aus der alten Scheune des Møllestedgårds und bauen sie in die neuen Fenster im ersten Stock im Frydendal. Der Umbau des Lykkegaards soll dann möglichst zu 100 Prozent mit wiederverwertetem Material ausgeführt werden.“

Ziel ist es, dass sich die Bürger Gedanken machen: weg von der Wegwerf-Gesellschaft und hin zu einer nachhaltigen Lebensweise.

„Heutzutage reißt man Häuser einfach ab und baut neu – dabei halten Ziegelsteine Hunderte von Jahren. Das Gleiche gilt für alte Holzbalken – die sind viel zu schade, um entsorgt zu werden. Das sind wertvolle Materialien, die man wiederverwenden sollte.“

Die alte Frydendal-Scheune wird nach dem Umbau ein Naturvermittlungs-Center beherbergen. Foto: Sara Wasmund

Es fehle ein entsprechendes System. „Wir bräuchten einen Recycling-Baumarkt, in dem man gebrauchte Baumaterialien kaufen kann. Von Balken über Holz bis hin zu Ziegelsteinen, alten Fenstern oder Türen. Wir wären als Kommune sehr daran interessiert, dass ein Unternehmen so einen Baumarkt betreibt.“ Zwar habe die Versorgungsgesellschaft „Sønderborg Forsyning“ einen kleinen „Genburg-Markt“, „das ist vom Umfang her aber viel zu klein für eine Gesamtlösung. Und es ist ja auch nicht die Kernaufgabe von Sønderborg Forsyning, einen solchen Recycling-Handel aufzubauen.“

Altes Baumaterial vor dem Abriss sichern

Eine weitere Idee der Kommune ist es, Abrissgenehmigungen für Häuser und Gebäude erst nach einem Besuch von kommunaler Seite zu genehmigen. „So könnten wir uns altes Baumaterial sichern, ob das Fußböden oder Ziegelsteine oder Balken sind.“ So stehe das Bauunternehmen, das Frydendal umgestaltet, derzeit vor der Herausforderung, auf die Schnelle wiederverwertbare Materialien zu beschaffen.

Hintergrund ist, dass die Bauarbeiten am Gebäude wegen der genehmigten Corona-Kredite vorgezogen werden konnten – und Anfang Januar losgehen mussten, um die Auflagen zu erfüllen.

„Wir wollen mit dem Center für Weltziele zeigen, wie viel nachhaltiger Bauen sein könnte, wenn wir alle bereit sind, neu zu denken und neue Infrastrukturen dafür zu schaffen“, so Bent Albæk.

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