Meerestourismus

Angelurlaub in Süddänemark – Mats lebt seinen Traum

Angelurlaub in Süddänemark – Mats lebt seinen Traum

Angelurlaub in Süddänemark – Mats lebt seinen Traum

Mummark/Mommark
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Mats Korth mit einem Dorsch – mit dem Angeln auf dem Kleinen Belt hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, indem er Angelurlaube für Gäste organisiert. Foto: Privat

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Mit Angeln Geld verdienen: Diese Vision lebt der 47-jährige Mats Korth auf der kleinen Insel Alsen in Süddänemark aus. Wer eines seiner Charterboote im Mommarker Hafen bucht, bekommt Insider-Tipps, Seekarten und eine Fanggarantie für den Kleinen Belt mit auf den Weg. Ein Besuch in der Winterpause.

Die fette Scholle hat sogar noch den Wurm im Maul. Mats Korth lacht entspannt in die Kamera – einen dicken Plattfisch aus der Ostsee zu ziehen, ist für ihn keine Sensation, sondern täglich Brot.

Mit diesem Foto und seiner Reportage vom Kleinen Belt hat es der Meeresangler 2020 auf die Titelseite von „Kutter und Küste“ geschafft – der größten Meeresanglerzeitschrift Deutschlands. Exklusivbericht vom Kleinen Belt inklusive.

An diesem Februartag ist Mats Korth nur auf dem Magazin-Cover am Fischefangen. Er bereitet seinen Angelladen, der kurz vor dem Mummarker Hafen liegt, auf die Saison vor.

Während des Corona-Lockdowns begann Mats Korth, für deutsche Angelmagazine zu schreiben. Mit seiner ersten Reportage landete er auf dem Titelblatt von „Kutter & Küste“. Foto: Sara Eskildsen

Das Radio dudelt, draußen pfeift der Wind, und in den Regalen und an den Ständen hängen Gegenstände, mit denen die Kundinnen und Kunden in den kommenden Monaten Fische aus dem Wasser ziehen werden. Spinner und Blinker, Spulen und Vorfächer, Angelruten und Kescher.

Im April geht die Angelsaison los, bis dahin müssen die Auslagen bestückt und die 15 Charterboote aus dem Winterlager geholt worden sein. Der Mann lebt seinen Traum: Mats Korth ist leidenschaftlicher Angler und verdient sich in Mummark direkt an der Ostsee seine Fischbrötchen.

Zusammenarbeit mit einer Ferienhausvermietung

15 Charterboote, einen Angelladen und eine eigene Angelmarke hat der 47-Jährige in den vergangenen zehn Jahren in Stellung gebracht. Zusammen mit einer Ferienhausvermietung zieht er Jahr für Jahr Hunderte Urlaubsgäste nach Südalsen (Sydals). 

Mats Korth hat unter anderem eigene Ruten entwickelt, mit denen man Plattfische in der Ostsee angelt. In seinem Laden verkauft er seine Produkte. Foto: Sara Eskildsen

Mats Korth ist Gründer und Geschäftsführer von „Mommark Charterboot”, und er hat mit „tock!“ seine eigene Angelmarke entwickelt.

2010 zog das Ehepaar Korth von Dithmarschen nach Dänemark. Nach dem Umzug nach Dänemark arbeitete Korth zunächst als gelernter Fahrzeugsattler und Segelmachermeister  in seinem eigenen Betrieb. Der Traum von einem Bootsverleih aber ließ ihn nicht los.

Neuer Hafenbesitzer, neue Möglichkeiten

Dänemark kannte er seit seiner Kindheit – von den Angelurlauben mit seinem Bruder und dem Vater. „Irgendwann hatte ich im Kopf: Das will ich mal beruflich machen. Aber mir fehlten immer Mut und Zeit und Geld.“

2013 ergab sich dann eine Möglichkeit. Die Mommarker Marina wechselte den Besitzer. Mats Korth sah die Gelegenheit für einen professionellen Bootsverleih gekommen. Nach Gesprächen mit Carsten Kock fiel die Entscheidung, den eigenen Bootsverleih zu wagen. Der passende Hafen für Mats Korths Geschäftsidee war gefunden.

Ein Teil der Flotte von Mommark Charterboot Foto: Privat

Im Laufe der vergangenen Jahre hat Korth seinen Betrieb schrittweise ausgebaut. Mittlerweile vermietet er von April bis November 15 Angelboote zum Meeresangeln, die führerscheinfrei zu haben sind. Schlachtbrett, Echolot und Fischkiste inklusive.

In Zusammenarbeit mit Fejo.dk vermietet er Ferienhäuser in Mummark, sodass die Angelgäste direkt vor Ort einquartiert sind.

Mats schreibt für deutsche Angelmagazine

Als Autor schickt Mats Korth regelmäßig Reportagen an deutsche Angelmagazine. Schreibt vom Angeln im Kleinen Belt, wo Fischarten wie Scholle, Dorsch, Flunder, Kliesch, Steinbutt, Wittling, Köhler, Hornhecht, Meerforelle, Hering, Meeräsche und Makrele zu fangen sind.

Für seine Kundinnen und Kunden hat Mats Korth Bekleidung mit eigenem Logo entworfen. Foto: Sara Eskildsen

Im Laufe der Jahre hat er in seinem Bootsverleih aufgerüstet – mit einem Verkaufsangebot an Angelausrüstung. „Meine Kunden haben immer wieder das eine oder das andere gebraucht, und ich habe ihnen zu Beginn meine eigenen Sachen gegeben. Und so kam es, dass ich hier eine Auswahl an Equipment anbiete“, sagt Korth und zeigt auf die Regale, die er gerade installiert.

Neben Ausstattung der dänischen Marke Kinetic bietet Korth mittlerweile auch seine eigene Marke an: „tock“.

Erste Produkte im Lockdown entworfen

Die ersten Angelhaken haben Mats Korth und seine Frau selbst gebastelt – irgendwann hat er seine Ideen in Produktion gegeben. Mittlerweile verkauft er auch seine eigenen Angelruten – beispielsweise die „Ostsee Plattfisch Spin 240“, mit der fetten Schollen zu fangen sind.

„Das erste Produkt war ein Vorfach zum Plattfisch-Angeln. Eines, das es so nicht gibt, und von dem ich überzeugt war, dass es die Fische interessant finden. Meine Frau und ich haben 2020 im Lockdown 1.000 Stück gebastelt, und innerhalb von zwei Wochen waren die im Online-Shop ausverkauft. Dann haben wir uns Produzenten herausgesucht und haben mit denen meine Prototypen nachgebaut. So ist die eigene Marke entstanden.“

Mats Korth gibt seinen Gästen eine große Menge an Infomaterial mit. Unter anderem einen Platten-Vertrag, der einer Fang-Garantie gleicht. Foto: Sara Eskildsen
Ostsee-Angelruten der Mats-Korth-Marke „tock“ Foto: Sara Eskildsen

Im April eröffnet der Angelshop in Mummark, in dem auch die Buchungen für die Charterboote durchgeführt werden. Viele Boote sind bereits für 2023 gebucht, das Geschäft läuft gut. Mats Korth denkt derzeit darüber nach, einen weiteren Bootsverleih in einem nahe gelegenen Hafen auf Alsen zu eröffnen.

„Ich suche einen Partner oder einen Investor“

„Meine Idee wäre, die Bootsvermietung auf einen weiteren Hafen auszuweiten. Ich suche einen Partner oder einen Investor, der Lust auf dieses Geschäft hat.“

Die Nachfrage ist groß genug, sagt Mats Korth. „Ich denke auch an diesen Ferienpark, der auf Nordalsen entsteht. Das habe ich im Hinterkopf, und da will ich vorbereitet sein. Wir haben heute schon Gäste, die aus Düwig oder Norburg kommen und sich ein Paket Würmer kaufen. Die Kunden werden den weiten Weg fahren“, schätzt der Geschäftsmann.

Frauke Korth mit einer Scholle aus dem Kleinen Belt Foto: Privat

Er setzt mit seinem Angebot nicht auf „Fischtruhen-Tourismus“, wie er es nennt, sondern auf schöne Angelerlebnisse.

„Ich will, dass die Leute Urlaub machen und angeln. Zwei bis drei Fische fangen, die sie abends zubereiten und essen. Früher sind die Leute mit dem Anhänger angereist und haben die Truhe voll gemacht, damit ja viele Familienmitglieder ein Jahr davon leben und essen können“, so Korth. „Hier geht es uns um das Erlebnis, nicht um die Menge.“

Erlebnis-Angeln statt Massen-Fischen

Apropos Menge: Ja, die Fische werden weniger, sind aber noch da. „Man merkt: Der Bestand geht etwas zurück. Wir machen den Leuten auf Bildern auch nicht zu viele Versprechungen. Einen schönen Fisch am Tag fangen und essen – das ist hier auf jeden Fall drin. Man kann auch 50 fangen – je nachdem, welche Ausrüstung man hat.“

Beim Dorsch ist jedoch wegen der Fangquote nur ein Fisch pro Tag und Person erlaubt.

Mommark Charterboot verfügt über 15 Meeresangelboote, die man sich für einen oder mehrere Tage buchen kann. Foto: Privat

Noch zweieinhalb Monate, dann geht die Saison für Mats Korth und seine Angelgäste los. Bis dahin wird der Angelladen bestückt und die Boote werden gewartet und aus dem Winterlager geholt.

Für Mats Korth und seine Frau Frauke geht in der Zwischenzeit noch auf zum Meeresangeln nach Ägypten.

Thunfisch statt Scholle

Statt auf Scholle wird er dann „auf Thunfisch“ angeln, wie er verrät. Denn egal, wie gut man angelt – einen Thunfisch wird selbst Mats Korth im Kleinen Belt vermutlich nie fangen. Weitere Informationen zu Mommark Charterboot gibt es hier.

 

Zwei der Schiffe, unter anderem das Service-Boot, haben den Winter vor dem Angelladen verbracht. Der Rest der Flotte überwintert überdacht. Foto: Sara Eskildsen
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