Deutsches Gymnasium für Nordschleswig

Studenterkørsel: „Eine große Sauftour“

Studenterkørsel: „Eine große Sauftour“

Studenterkørsel: „Eine große Sauftour“

Florian Schaaf
Florian Schaaf
Apenrade/Aabenraa
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Auch der Regen kann die gute Stimmung nicht trüben. Foto: Lukas Scherz

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Wie feiert sich das bestandene Abitur am besten? Mit einem gemeinsamen Roadtrip durch die Region, dem Besuch bei gastfreundlichen Eltern und genug Alkohol. Der Abschlussjahrgang des DGN geht auf traditionelle Abi-Fahrt.

Zwei Reihen Abiturientinnen und Abiturienten stehen sich gegenüber und recken die Studentenmützen in die Luft. Unter lauten Anfeuerungsrufen läuft einer der Jungen durch den so entstandenen Tunnel und trinkt seine Bierdose auf ex. Die Gruppe jubelt.

Der Abschlussjahrgang des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) ist mit der Schule fertig. Nachdem dies am vergangenen Freitag in der Aula des DGN und im Haus Nordschleswig offiziell gefeiert wurde, steht jetzt der inoffizielle Teil der Tradition an: Studenterkørsel.

In einem überdachten – von Vorteil bei dem regnerischen Wetter – und mit Bannern behängten Lkw besucht die Gruppe die Elternhäuser aller Schulabgängerinnen und Schulabgänger – zumindest die der in Nordschleswig wohnenden.

Unter anderem wird der Zug in Loit (Løjt) Kirkeby, Hadersleben (Haderlev), Tondern (Tønder), Tingleff (Tinglev), Gravenstein (Gråsten) und Nordburg (Nordborg) halten.

Alle einsteigen: Gleich geht es los Foto: Lukas Scherz

Der Tag ist noch jung

„Es ist eine große Sauftour“, fasst Abiturient Bjarne Piepenbrock die Veranstaltung zusammen. Einen Tag lang feiern die jungen Menschen das bestandene Abitur und genießen es, noch einmal beisammen zu sein, bevor sich demnächst die Wege trennen.

„Mit der Schule fertig zu sein, fühlt sich mega nice an“, findet Martina Lutz. Und vor allem ist morgen kein Unterricht. „Deswegen kann man sich hier auch richtig entspannen, weil man weiß, man muss morgen nichts machen“ erklärt sie und ergänzt mit einem Lachen: „Auskatern.“

Die Stimmung ist gut, wenn auch noch relativ ruhig. Das wird sich wohl bald ändern, der Tag ist ja noch jung. „Weniger Regen, bessere Stimmung“, folgert Bjarne. „Und mehr trinken“, fügt Martina hinzu.

Die Krauskopfs in Apenrade sind die erste Station der diesjährigen Fahrt. Foto: Lukas Scherz

Erster Halt: Apenrade

Im Wohnzimmer und in der Küche des Hauses der Krauskopfs in Apenrade, dem ersten Halt des Tages, ist schon alles vorbereitet. Die Tische im Wohnzimmer sind gedeckt und in der Küche ist ein Frühstücksbuffet mit Brötchen und allerlei anderem aufgebaut.

Wie die Tradition es verlangt, gibt es in jedem Elternhaus etwas zu essen – und noch wichtiger: etwas zu trinken. Als alle ihren gefüllten Becher in der Hand haben, stoßen sie zusammen an: „Skål!“

Nach etwa 20 Minuten geht es weiter, dem Zeitplan schon etwas hinterher. Das Haus der Krauskopfs liegt in der Nähe der Schule. Da es für den 40-Tonner schwer ist, in einer kleinen Straße zu parken, wartet dieser auf dem Parkplatz des DGN und die gut gelaunt schnackenden ehemaligen Schülerinnen und Schüler laufen das kleine Stück.

Auf dem Weg zum LKW: Skål! Foto: Lukas Scherz

We Are The Champions

Am Gymnasium angekommen positionieren sich alle noch einmal für ein Erinnerungsfoto, bevor es dann endlich weiter geht. Mit lauter Musik und „We Are The Champions“ fährt der Lkw mit den johlenden jungen Menschen vom Hof.

Zwei Banner prangen an der Seite des Fahrzeugs. Das erste fordert andere Autos zum Hupen auf: „1. Dyt – vi skåler, 2. Dyt – vi bunder, 3. Dyt – vi flasher.“

Das zweite beinhaltet sogar eine politische Botschaft: „Gym er slut. Der er ingen, der tuder. Putin er en luder. Fri Ukraine!”

Eine kleine Gruppe muss das erste Stück symbolisch hinterherlaufen – diesmal all jene, die in der letzten Prüfung eine Zwölf hatten. Und da die letzte Prüfung „Fremdsprache Deutsch“ war, hatten sehr viele eine Zwölf.

Eine Straße weiter werden auch sie jedoch wieder an Bord geholt. Der Lkw setzt sich erneut in Bewegung und verschwindet hinter der nächsten Kurve: auf dem Weg zum nächsten Halt und dem morgigen Kater entgegen ...

Viele deutsche Muttersprachler mussten das erste Stück laufen. Foto: Lukas Scherz
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