TRadition

„Pers Awten“: Feuer am Strand bei Emmerleff Kliff mit Seefahrtsgeschichte 

Anne Marie Ludvigsen hielt im Schein des Biikefeuers die Rede zum Pers Awten.

Das Biikefeuer mit anschließendem Beisammensein in Hoyer mit Vortrag, Pharisäer und Gesang war wieder ein Publikumsmagnet. Museumsinspektorin Anne Marie Ludvigsen präsentierte neue Erkenntnisse über die Hafenstadt Tondern.

Veröffentlicht

Zusammenfassung

  • Am Strand von Emmerleff Kliff versammelten sich zahlreiche Gäste zum traditionellen Biikefeuer mit Erinnerungen an die frühere Seefahrt.
  • Im Højer Hus folgten gemeinsames Singen, Geselligkeit mit Kaffee und Pharisäer sowie ein Vortrag von Museumsinspektorin Anne Marie Ludvigsen.
  • Ludvigsen hob den kulturellen Reichtum der Tonderner Marsch hervor und präsentierte neue Funde zur früheren Bedeutung Tonderns als Hafenstadt.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Um die 100 wetterfeste „Pers-Awten“-Gäste haben sich am Sonnabend am Strand von Emmerleff Kliff (Emmerlev Klev) versammelt, um im Schein des Biikefeuers das Zusammensein zum Seefahrerabschied wie in vergangenen Zeiten zu genießen.

Museumsinspektorin Anne Marie Ludvigsen, unter anderem Leiterin des Marschen- und Mühlenmuseums in Hoyer (Højer), informierte die Festversammlung über die einst sehr große Bedeutung der Seefahrt in den Küstendörfern wie Emmerleff, aber auch in Hoyer und der einstigen Seestadt Tondern (Tønder). 

Die heutigen Biikefeuer sind längst kein Gruß mehr an die Matrosen und Kapitäne, die – oft ohne Rückkehr in ihre Heimat – davonssegelten, sondern vielmehr ein Zeichen der Wiederbelebung der Tradition im Zuge der Besinnung auf die Geschichte: zunächst auf den Inseln Sylt (Sild/Söl) und Rømø (Röm) und seit einigen Jahrzehnten auch touristisch geprägt entlang der gesamten Watenmeerküste.

Die Veranstaltung am Strand von Emmerleff Kliff lockte erneut viele Menschen an.

Nach dem Aufenthalt am wärmenden Feuer unter dem Abendhimmel, als sogar noch die Mondsichel leuchtete, trafen sich über 60 „Pers-Awten“-Fans auf Einladung der „Højeregnens Lokalhistoriske Forening“ und der „Tønder Amt Grænseforening“ im Versammlungshaus Højer Hus.

Gemeinsames Singen in Hoyer

Dort hatten Wirtin Laila Gubi und das Pharisäer-Team des lokalhistorischen Vereins bereits alle Vorbereitungen für das gemütliche Beisammensein getroffen.

Nachdem bereits am Strand gemeinsam das Heimatlied „For en fremmed barkst og fattigt“ gesungen worden war, folgten im Højer Hus begleitet von Kirsten Ehmsen, Ballum, am Klavier Lieder von Jens Rosendahl oder die Jordsandweise aus dem Hoyer-Liederbuch, das dänische und deutsche Lieder umfasst. 

Kirsten Ehmsen begleitete die Festgesellschaft beim Gesang im Højer Hus.

Während Kaffee, Torten, Kuchen und Pharisäer nach dem Aufenthalt am teilweise noch eisbedeckten Wattenmeer als willkommene Stärkung verspeist wurden, ergriff erneut Anne Marie Ludvigsen das Wort. 

Sie berichtete über die Zielsetzung des Museums in Hoyer, auf den Reichtum und die Wichtigkeit des Erhalts des Kulturerbes der Tonderner Marsch aufmerksam zu machen. 

Der kulturelle Reichtum der Region

Angesichts der Entscheidungen, den 2010 geschaffenen Nationalpark Wattenmeer größtenteils nur bis zur Krone der Seedeiche reichen zu lassen, sei das nicht immer einfach. 

Neben den großen Schätzen der Wattenmeernatur dürfe man nicht den kulturellen Reichtum der Region vergessen, der in den vielen Gegenständen des Tonderner Museums sichtbar ist. 

In Hoyer gab es außer Kaffee und Kuchen auch Ausführungen zum Thema Kulturerbe.

Sichtungen beispielsweise alter Zollpapiere zeigten, was für exotische Importwaren im 18. Jahrhundert nach Tondern und Hoyer per Schiff kamen. 

Zitronen und Zucker gehörten dazu, erkennbar auch an Silbergerätschaften der Museen, aus denen die Produkte aus fernen Ländern einst bei den Wohlhabenden serviert wurden. 

Es gab auch die Möglichkeit, sich an dem nordfriesischen „Nationalgetränk“, einem „Pharisäer“, zu stärken.

„Bei den Baumaßnahmen in den Straßen Hoyers haben Archäologen als Füllmaterial nicht nur Steingut- sondern auch Porzellanscherben gefunden“, so die Historikerin.

Das belege, dass man sich damals teures Geschirr leisten konnte.

Neue Erkenntnisse durch Kartenmaterial

Und sie stellte auch jüngst aufgefundenes Kartenmaterial mit Angaben zur Wassertiefe in der Wiedau vor, das belegt, dass bis vor 200 Jahren noch in größerem Umfang Fracht von und nach Tondern auf dem Wasser durch die Seeschleusen bei Nordermühle befördert wurde.