Wildschweinzaun

Afrikanische Schweinepest: Prävention im Fokus

Afrikanische Schweinepest: Prävention im Fokus

Afrikanische Schweinepest: Prävention im Fokus

Apenrade/Aabenraa
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Foto: Dieter Nagl/Ritzau Scanpix

Die Afrikanische Schweinepest ist vor den Toren Deutschlands angekommen. Während sich Dänemark mit einem Wildschweinzaun abgrenzt, setzt das Land Schleswig-Holstein auf Prävention und Aufklärung und im Ernstfall ebenfalls auf einen Zaun.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist auf dem Vormarsch. Bisher gab es zwar noch keinen einzigen registrierten Fall in Deutschland, doch die Angst wächst, und der dänische Wildschweinzaun ist in aller Munde.

Das Land Schleswig-Holstein setzt im Umgang mit dem Virus auf Vorbeugung und die Vorbereitung auf den Ernstfall, wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (kurz „MELUND“) in einer Stellungnahme erklärt.

Die wahrscheinlichste Möglichkeit der Verbreitung der Seuche ist demnach vom Menschen gemacht: durch infizierte Lebensmittel, die nicht in geschlossenen Müllbehältern entsorgt und somit von den Tieren gefressen werden können. Hier sollen mithilfe von Informationskampagnen an Raststäten und Parkplätzen Reisende oder Berufskraftfahrer auf das Problem aufmerksam gemacht werden.

Doch auch an anderer Stelle bedarf es Aufklärung: „Weiteren relevanten Adressen wie Häfen, Busunternehmen, Pflegediensten sowie Landwirtschaftlichen Lohnunternehmen und landwirtschaftlichen Unternehmen, die Saisonarbeitskräfte aus anderen Mitgliedsstaaten beschäftigen, wurde mehrsprachiges Informationsmaterial zur ASP-Prävention zur Verfügung gestellt“, heißt es auf Anfrage des „Nordschleswigers“.

Früherkennung: Jäger sind involviert

Im Bereich der Früherkennung ist auch die Jägerschaft involviert. Durch intensivere Bejagung und die Entnahme von Proben tragen sie ihren Teil dazu bei, möglichst früh auf einen Ausbruch der Schweinepest aufmerksam zu machen. Durch Schulungen, Informationsmaterial und Vorträge werde weitere Aufklärung betrieben, so das MELUND. Und: „Vor Jagdreisen in betroffene Gebiete wird dringend gewarnt.“

Außerdem wird die Jagd auf Schwarzwild nun erleichtert, beziehungsweise gefördert: Seit dem vergangenen Jahr ist in Schleswig-Holstein künstliches Licht gestattet, und das Wildschadensgesetz für Landwirte ist an entsprechende Maßnahmen geknüpft.

Da Maisfelder von Wildschweinen gerne als Verstecke genutzt werden, müssen Bauern hier Jagdschneisen einrichten, da ansonsten kein Anspruch auf Entschädigung bei Wildschaden mehr bestehe, wie der ehemalige schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) bereits bei einem Gipfel-Treffen im vergangenen Jahr erläutert hatte.

Als wichtigste Maßnahme, um die Einschleppung der Schweinepest zu vermeiden, gilt die „Einhaltung der Biosicherheitsanforderungen in den schweinehaltenden Betrieben“. Hier wird durch verstärkte Aufklärungsarbeit und Kontrollen versucht, vorzubeugen.

Verstärkte Kontrollen von Schweinetransporten aus von Scheinpest betroffenen Ländern durch das Veterinäramt soll das Einschleppen durch den Viehtransport verhindern, die Trichinenuntersuchungsgebühr für Schwarzwild wurde nach dem Beschluss im vergangenen Jahr ausgesetzt und Sammelplätze eingerichtet, bei denen Jäger tot aufgefundenes Schwarzwild kostenfrei entsorgen können. Für die Entnahme von Proben werde den Jägern auf Antrag auch eine Aufwandsentschädigung gezahlt, so das MELUND.

Materialtests und Tierseuchenübungen

Die Vorbereitungen für einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest laufen trotz der präventiven Maßnahmen auf Hochtouren: Neben Materialtests und einer Tierseuchenübung im vergangenen Jahr soll die Weiterverbreitung des Virus bei einem Ausbruch durch einen temporären Elektrozaun eingezäunt werden.

„Zu diesem Zweck sind derzeit 50 Kilometer Elektrozaun sowie 10 Kilometer herkömmlicher Wildzaun eingelagert“, so das MELUND weiter. Der Aufbau, die Pflege und die Wartung des mobilen Zauns erfolge in Schleswig-Holstein durch die Landesforsten.

Auf die Errichtung eines solchen mobilen Elektrozauns setzt im Ernstfall auch Mecklenburg-Vorpommern, wie die Zeitung „Lübecker Nachrichten“ Anfang des Jahres berichtete. Demnach hat das Bundesland 51 Kilometer Elektrozaun für 50.000 Euro gekauft.

Im Falle eines Ausbruchs der ASP könne so in einem Radius von fünf Kilometern um den Seuchenherd der mobile Elektrozaun aufgebaut und mit bis zu 12.000 Volt verhindert werden, dass bereits infizierte Tiere die Pest weiterverbreiten. In diesen sogenannten Restriktionszonen verbleiben die infizieren Tiere und sterben dort.

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