Bildungsumbruch

Gymnasialreform beschlossen: Höhere Notenhürden, neue Berufsausbildung und das Ende der 10. Klasse

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Unterrichtsminister Mattias Tesfaye (Bildmitte) hat am späten Dienstagabend die neue Reformvereinbarung für die weiterführenden Schulen vorgestellt.

Nach langen Verhandlungen haben sich die dänische Regierung, die Sozialistische Volkspartei und die Dänische Volkspartei auf eine Abschaffung der 10. Klassen und eine grundlegende Reform der gymnasialen Ausbildung geeinigt. Die Vereinbarung wird das dänische Bildungssystem ab 2030 erheblich verändern.

Die dänische Regierung, die Sozialistische Volkspartei (SF) und die Dänische Volkspartei (DF) haben sich für eine weitreichende Reform der gymnasialen Ausbildung entschieden. Die am Dienstagabend vorgestellte Vereinbarung sieht eine Abschaffung der kommunalen 10. Klassen, eine Erhöhung der Zugangsvoraussetzungen für die traditionellen Gymnasien sowie die Einführung einer neuen Ausbildung vor.

Mit dieser Reform will die dänische Regierung das Bildungssystem modernisieren und besser auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ausrichten. Bildungsminister Mattias Tesfaye (Soz.) betonte, dass die neuen Ausbildungswege mehr Praxisbezug und bessere Zukunftschancen für die Schülerinnen und Schüler schaffen sollen.

Strengere Zugangskriterien für Gymnasien

Ab dem Jahr 2030 sollen Schülerinnen und Schüler in Dänemark zwischen drei verschiedenen gymnasialen Ausbildungswegen wählen können: dem allgemeinen Gymnasium (stx), dem Handelsgymnasium (hhx) und einer neuen berufs- und praxisorientierten Ausbildung namens EPX. Diese neue Ausbildung wird die bisherige HF-Ausbildung ersetzen.

Wer in das allgemeine Gymnasium oder das Handelsgymnasium aufgenommen werden möchte, muss künftig einen Notendurchschnitt von mindestens 6 in der Abschlussprüfung der Volksschule (folkeskole) erreichen. Bislang lag die Hürde bei einem Notendurchschnitt von 5. Schülerinnen und Schüler, die diese Anforderung nicht erfüllen, haben die Möglichkeit, durch eine Aufnahmeprüfung dennoch zugelassen zu werden. Für die EPX-Ausbildung reicht eine bestandene Abschlussprüfung mit einem Durchschnitt von mindestens 02.

Abschaffung der 10. Klasse

Ein weiterer zentraler Punkt der Reform ist die Abschaffung der kommunalen 10. Klasse. Diese soll in die neue EPX-Ausbildung integriert werden. Alternativ besteht für Schülerinnen und Schüler weiterhin die Möglichkeit, ein zehntes Schuljahr an Nachschulen (efterskoler) oder freien Fachschulen zu absolvieren. Die dort erzielten Noten können jedoch nicht mehr zur Verbesserung des Abschlusszeugnisses herangezogen werden.

Zukunft des technischen Gymnasiums ungewiss

Unsicher bleibt die Zukunft des technischen Gymnasiums (htx). Die Vereinbarung sieht vor, dass eine Kommission von Expertinnen und Experten prüfen soll, ob es sinnvoll ist, diese Ausbildung angesichts sinkender Anmeldezahlen in das allgemeine Gymnasium (stx) zu integrieren. Ziel ist es, ein breiteres geografisches Angebot für technische Ausbildungsgänge sicherzustellen. Gut funktionierende technische Gymnasien sollen jedoch weiterhin bestehen bleiben.

Schrittweise Einführung bis 2030

Die Reform wird schrittweise umgesetzt und soll ab dem Schuljahr 2030/2031 vollständig greifen. Es wird jedoch den Schulen und Kommunen erlaubt sein, schon früher mit der Einführung der neuen Strukturen zu beginnen. Für die Einführung und den Betrieb der neuen EPX-Ausbildung plant die Regierung Ausgaben von insgesamt 4,8 Milliarden dänischen Kronen. Die jährliche Mehrbelastung wird auf rund 2,3 Milliarden Kronen geschätzt, da durch die Abschaffung der 10. Klasse auch Einsparungen erzielt werden.