GRENZKONTROLLEN

Es reicht: Pendlerin will Widerstand organisieren

Es reicht: Pendlerin will Widerstand organisieren

Es reicht: Pendlerin will Widerstand organisieren

Niels Ole Krogh, fla.de/FS
Apenrade/Aabenraa
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Sabrina Johansen mit TV-Persönlichkeit Christian Degn Foto: Flensborg Avis

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Die Administratorin der Facebook-Gruppe für Pendlerinnen und Pendler sucht das große Megafon und organisiert den Widerstand gegen die Grenzkontrolle.

Genug ist genug, findet Krankenpflegerin Sabrina Johansen, die für ihre Arbeit in der Kommune Apenrade täglich die Grenze überqueren muss. Sie ist die Administratorin der Facebook-Gruppe „Grænsependleriet“, die mittlerweile fast 400 Mitglieder umfasst. Wenn „RTL“, „DR“ oder „Flensborg Avis“ den schon sieben Jahre andauernden Alltag der Grenzpendlerinnen und -pendler abbilden wollen, ist sie es auch, an die sich die Medien richten.

„Viele Menschen sind die Schlangen an der Grenze leid. Es ist vollkommen unverantwortlich, dass die dänische Regierung nicht in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass wir zur Arbeit kommen. Nichts passiert, schon seit Jahren. Es gibt viel Protest, und ich bin überzeugt, dass wir in Kopenhagen etwas erreichen können, wenn wir zusammenstehen. Ich schaue dabei zu den Minderheitenparteien, Grænseforeningen, den Grünen und den dänischen Parteien im Folketing“, sagt Sabrina Johansen.

Es ist vollkommen unverantwortlich, dass die dänische Regierung nicht in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass wir zur Arbeit kommen.

Sabrina Johansen, Grenzlandbewohnerin

Ohne Erfolg

Der offene Brief, den die Minderheitenparteien, der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) und die Schleswigsche Partei (SP), verfasst hatten, habe nicht den gewünschten Effekt gehabt.

„Ich hoffe, dass wir es schaffen, mit vereinten Kräften richtig viele Unterschriften zu sammeln, um eine Klage bei der EU-Kommission einzureichen“, sagt die schon 15 Jahre in Flensburg lebende und die „nordschleswigsche Hauptstadt“ liebende Krankenpflegerin.

„Die Grenzkontrollen sind vollkommen lächerlich. Das ist reine Symbolpolitik. Es gibt 27 Grenzübergänge, drei davon sind bewacht. Das soll für Sicherheit sorgen und Terrorismus bekämpfen. Ich fahre im Jahr mindestens 200-mal über die Grenze und hätte jedes Mal Waffen hinüberschmuggeln können. Das Argument der Regierung macht also keinen Sinn“, meint die Grenzlandbewohnerin.

Die dänisch-friesische Partei SSW findet die Idee, alle Akteurinnen und Akteure in einer Organisation zu sammeln, gut.

„Fürs Erste könnte das ein Runder Tisch sein, an dem wir das Thema diskutieren. Daran nehmen wir gerne teil“, sagt die Vizevorsitzende des SSW, Sybilla Nitsch.

Lange Wartezeiten

Besonders während der Ferien sind die Schlangen bis zu mehrere Kilometer lang und verursachen Wartezeiten von einer halben Stunde bis Stunde.

„Wenigstens eine Extraspur für Pendlerinnen und Pendler könnten die dänischen Behörden einrichten. Dafür gibt es genug Platz, zum Beispiel in Krusau. Anstatt dessen sitzen da drei Beamtinnen und Beamte, die jedes einzelne Fahrzeug kontrollieren“, findet die verärgerte, oftmals eine halbe Stunde länger fahrende Pendlerin.

Auch in der Öresundregion gibt es Pendlervereinigungen. Die Facebook-Gruppe „Pendler Øresund“ zählt beispielsweise 4.600 Mitglieder.

„Ich habe in ,Grænsependleriet' um Unterstützung gebeten, aber da kam nichts zurück“, beklagt Sabrina Johansen.

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