Neue Einreisebeschränkungen

Corona-Tests: Polizei bestätigte Testpflicht für Kinder

Corona-Tests: Polizei bestätigte Testpflicht für Kinder

Corona-Tests: Polizei bestätigte Testpflicht für Kinder

Kupfermühle
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Ohne negativen Corona-Test keine Einreise – die dänische Regierung schraubt noch einmal die Anforderungen hoch. Ein Leben auf beiden Seiten der Grenze wird nochmals schwieriger. Foto: Frank Cilius/Ritzau Scanpix

Nachdem die dänische Regierung kurzfristig die Corona-Beschränkungen verschärft hat, ist es für die Bewohner des Grenzlandes noch schwerer geworden, ihr deutsch-dänisches Leben zu leben. Ole Hansen kann ein Lied davon singen.

Ole Hansen ist Grenzpendler und wohnt in Sichtweite der deutsch-dänischen Grenze in Kupfermühle. Wenn er nicht gerade im Homeoffice wäre, dann würde er in Apenrade (Aabenraa) unterrichten. Für ihn, wie für alle anderen Grenzpendler, die in Deutschland wohnen, aber in Dänemark arbeiten, gilt nun die Regel, dass ein jeder, der die Grenze queren will, jede Woche einen frischen negativen Corona-Test vorweisen muss.

Diese neue, kurzfristig eingeführte Regel gilt nach Aussage Hansens jedoch nicht für seine Tochter. Sie besucht die Klasse 0 in der Holbøl Friskole unweit der deutsch-dänischen Grenze. Sie müsse alle 24 Stunden einen negativen Corona-Test vorweisen. Dies wurde Ole Hansen nach eigener Aussage so gesagt, als er die Corona-Hotline der dänischen Polizei anrief. „Das kann man einem siebenjährigen Kind nicht zumuten, das kann man einer Familie nicht zumuten“, sagt Ole Hansen zu dieser Anforderung.

Erwerbstätige Eltern stehen vor einem Problem

Ole Hansen ist erwerbstätig, seine Frau ebenfalls, sie sind auf eine Betreuung der Tochter angewiesen. Diese würde ihm auch zustehen, er habe sich auf der Homepage des Unterrichtsministeriums informiert, sagt Ole Hansen. Dass nun der dänische Staat seiner Ansicht nach mit zweierlei Maß misst, verärgert ihn sehr.

„Unfair ist das“, sagt Hansen. Unfair ist für ihn zum einen die Entscheidung der dänischen Regierung, Corona-Tests einzufordern, ohne dies offenbar mit der Region Süddänemark, geschweige denn mit Flensburg oder mit dem Land Schleswig-Holstein abzustimmen. Unfair findet er zum anderen auch, dass er als Arbeitnehmer in Dänemark Steuern zahlt, aber Leistungen, wie eine Kinderbetreuung, nicht in Anspruch nehmen kann. Sein Urteil über das Handeln in Kopenhagen fällt nicht positiv aus: „Die Regierung in Kopenhagen hat gedankenlos gehandelt und ihr Vorhaben überhaupt nicht kommuniziert.“

„Ich erkenne die Lage an, und mir ist bewusst, dass es Regeln geben muss, um die Pandemie einzudämmen, und ich weiß auch, es muss jetzt gehandelt werden. Die Regeln müssen aber fair gestaltet werden“, unterstreicht Hansen, der auch die aktuellen Infektionszahlen kennt. Die Inzidenzen liegen in Nordschleswig höher als im nördlichen Schleswig-Holstein, auch wenn in Flensburg in den vergangenen Tagen deutlich mehr Infektionen gemeldet wurden.

Kein Einzelfall

Die Hansens lösen das Betreuungsproblem gerade dadurch, dass sich die Großmutter um die Enkelin kümmert. Für Ole Hansen kann dies aber mit Blick auf die Gesundheit seiner Mutter nicht die Lösung sein. Und seine Frau und er sind nicht die Einzigen, deren Kind nicht wie gewohnt in Dänemark betreut wird. Er kenne noch zwei Familien im Ort und eine aus Harrislee, die dasselbe Problem hätten, so Hansen.

Der deutsche Kindergarten in Pattburg (Padborg) betreut Kinder von Grenzpendlern und zurzeit werden dort diese Kinder auch betreut, denn Kinder unter zwölf Jahren bräuchten keinen Test, so der Informationsstand des Kindergartens.

Die Reichspolizei hingegen bestätigt die Testanforderung für Kinder. Für Personen mit einem triftigen Grund reiche ein wöchentlicher negativer Corona-Test. Da der Schulbesuch oder eine Ausbildung nun aber keine triftigen Gründe mehr darstellten, müssten Schulkinder einen Test vorweisen, der maximal 24 Stunden alt sein dürfe. In den Reisebeschränkungen gebe es zurzeit keine untere Altersgrenze für die Testpflicht, so die Reichspolizei.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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