Jollenhafen

Loddenhoi-Zwist sorgt im Rathaus für Arbeit

Loddenhoi-Zwist sorgt im Rathaus für Arbeit

Loddenhoi-Zwist sorgt im Rathaus für Arbeit

Paul Sehstedt
Loddenhoi/Loddenhøj
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„Wer versucht, mit Steinen die Mündung des Møllebæk zu beeinflussen, macht sich strafbar, denn die Natur muss ihren freien Lauf wählen können“, unterstreicht Tom Wienke, Sekretariatsleiter in der kommunalen Verwaltung für Planung, Technik und Umwelt. Foto: Paul Sehstedt

In der Kommune Apenrade gehen immer wieder Hinweise auf mögliche Verstöße seitens der Jollengilde ein. Eine erneute Sachbearbeitung der Baugenehmigung ist noch nicht abgeschlossen.

Das sehr angespannte Verhältnis zwischen dem Verein zum Erhalt des Naturstrandes Loddenhoi und der Jollengilde beschäftigt die kommunale Verwaltung weiter regelmäßig. In den vergangenen Tagen gingen auf dem Schreibtisch von Tom Wienke, Sekretariatsleiter in der Abteilung für Planung, Technik und Umwelt, gleich mehrere Klagen oder Anfragen den Strand oder Jollenhafen betreffend ein.

Ein Bürger zeigte sich besorgt über die Algenbildung im Hafenbecken, die seiner Meinung nach gesundheitsschädlich für Badende sein könnte, während von anderer Seite bemängelt wurde, dass Mitglieder der Jollengilde angeblich mit größeren Steinen versuchen würden, die Mündung des Møllebæk umzuleiten.

Eingriff in die Natur

„Wir haben die Jollengilde und andere Personen darüber informiert, dass Eingriffe dieser Art verboten sind, denn die Natur muss ihren eigenen freien Lauf nehmen können“, erklärt Wienke gegenüber dem „Nordschleswiger“.

„Wer Ähnliches beobachtet, soll Fotos von den Tätern machen und diese an die Polizei schicken. Die entscheidet dann, ob eine strafbare Handlung begangen worden ist. Wir haben Fotos erhalten, können aber nicht erkennen, wer die Steine in den Bach gelegt hat, und wir werden nicht mehr unternehmen.“

Algenbildung nicht unnormal

Die Natureinheit der Kommune hat auf Anfrage von Tom Wienke mitgeteilt, dass die Algenbildung nicht unbekannt und dem zu geringen Wasseraustausch unter anderem im Hafenbecken geschuldet ist.

„Auch in diesem Fall werden wir außer der ständigen Kontrolle der Badewasserqualität für den Erhalt der Blauen Flagge nicht weiter aktiv sein“, lautet Wienkes Antwort an den Kläger. Die Blaue Flagge ist das internationale Gütesiegel für Badestrände. Außer der Badewasserqualität fließen auch andere Parameter in die Bewertung ein.

Neue Sachbearbeitung gefordert

Der umstrittene Jollenhafen wurde im September 2014 von der Küstenbehörde (Kystdirektoratet, KDI) genehmigt, doch wegen Klagen und Eingaben verzögerte sich der Baubeginn bis ins Frühjahr 2020 hinein. Zweimal verlängerte die Behörde die Gültigkeit der Genehmigung; zuletzt 2019, doch dieser Schritt wurde von der Umweltschiedsstelle in Viborg beanstandet und eine neue Sachbearbeitung gefordert.

Mitte Februar teilte Hans Erik Cutoi-Larsen, Abteilungsleiter im KDI, auf Anfrage des „Nordschleswigers“ mit, dass das neue Verfahren nach etwa zwei Monaten abgeschlossen sein wird. Der Verwaltungsvorgang ist bisher nicht abgeschlossen, und laut Cutoi-Larsen vergeht noch ein wenig Zeit, bis das Ergebnis vorliegt.

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