Deutsche Minderheit

An der Schule wird wieder marschiert: Cecilie geht die 100 Kilometer an

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Der Startschuss für den Mammutmarsch ist ertönt. Schülerin Cecilie (2. v. l.) will versuchen, die anvisierten 100 Kilometer vor Ablauf der 24-Stunden-Frist zurückzulegen.

Eine Neuauflage des 24-stündigen Dauermarsches ist auf der Tartanbahn an der Deutschen Schule Tingleff gestartet worden. Mit dabei sind diesmal auch Jugendliche der Nachschule. Warum sie mitmachen und was sie sich vornehmen, haben zwei Teilnehmende dem „Nordschleswiger“ erzählt.

„Als es die Runde machte, dass der Marsch wieder geplant ist, habe ich nur gedacht ‚wow‘, da muss ich teilnehmen“, sagt Cecilie Marie Nielsen. Die Neuntklässlerin begab sich am späten Donnerstagvormittag zusammen mit anderen Jugendlichen ab Klasse 7 auf einen Mammutmarsch, mit dem Ziel, auf der Tartanbahn vor der Deutschen Schule Tingleff 100 Kilometer vor Ablauf einer 24-Stunden-Frist zurückzulegen.

Der Marathonspaziergang ist eine Neuauflage des Events von 2023, als Geld für zwei Kinderhospize gesammelt wurde. Dieses Mal wird ohne Spenden spaziert und marschiert. Im Mittelpunkt steht die Grenzerfahrung.

„Ich finde es eine spannende Gelegenheit, herauszufinden, was der Körper kann. Wenn ich es nicht schaffe, habe ich es zumindest versucht“, so Cecilie.

Sie werde Kopfhörer dabeihaben und versuchen, sich so gut es geht abzulenken. „Ich werde mich unterwegs auch viel mit Schulkameradinnen und -kameraden unterhalten. Das hilft bestimmt am besten“, sagt Cecilie.

Neuntklässlerin Cecilie Marie Nielsen ist buchstäblich als Einzelgängerin beim Mammutmarsch gestartet.

Koordinator des Marathon-Events ist, wie vor zweieinhalb Jahren, Lehrer Henning Kracht. „Einige Schülerinnen und Schüler, darunter ehemalige, die an der Nachschule sind, haben sich eine Wiederholung des Mammutmarsches gewünscht“, sagte Kracht wenige Minuten vor dem Countdown.

Seite an Seite mit Schülerinnen und Schülern der Nachschule

Dieses Mal sind auch Jugendliche der benachbarten Nachschule dabei. Von beiden Einrichtungen haben sich viele für eine Teilnahme als Gruppe entschieden – entweder zusammen oder als Staffel mit zwei, drei oder vier Marschierenden. Auch Lehrkräfte machen sich als Gruppen auf den Weg.

Neun Hartgesottene versuchen sich buchstäblich als Einzelgänger, darunter Cecilie. Sie wollen die Distanz allein bewältigen.

Die Teilnehmerschar beim Fotoshooting kurz vorm Start

Nachschüler Emil Strelow hat sich für eine Mittellösung entschieden. „Ich laufe in der Staffel mit drei anderen Jungs. Sie haben mich überredet. Wir wollen die 100 Kilometer abwechselnd schaffen“, so der 16-Jährige kurz vor dem Start.

Emil übernimmt die Schicht von 18 bis 24 Uhr. „Ich hoffe natürlich, möglichst weit zu kommen.“ Ob er einiges mehr als seinen Anteil von 25 Kilometer schafft, müsse sich zeigen. „Ich wäre auch mitten in der Nacht gelaufen. Wir haben uns jetzt aber so aufgeteilt.“

Emil Strelow hat sich mit drei Mitschülern der Nachschule zu einer Staffel zusammengetan.

Verpflegung, Betreuung und automatische Rundenzählung

Wie bei der Premiere werden die Runden mittels Transponder elektronisch erfasst. Es gibt rund um die Uhr ein Team aus Betreuerinnen und Betreuern, einen Verpflegungsstand und Pausenzelte. Die Teilnahme erfordert eine Einverständniserklärung der Eltern.

„Wer nicht mehr kann, hört einfach auf. Das ist keine Schande und auch dieses Mal die Prämisse. Es geht um die Grenzerfahrung und für einige um das Erlebnis, in der Nacht zu wandern“, betont Henning Kracht, der von der Nachschule Thies Rheintal als organisatorischen Mitstreiter an der Seite hat.

Die Distanz der Teilnehmenden wird gemessen und kann auf einem Bildschirm mitverfolgt werden.

„Wir haben überlegt, den Marsch künftig alle zwei Jahre zu veranstalten“, ergänzt Kracht.

Henning Kracht marschiert auch. Er hat sich mit Nachschulhausmeister Carsten Thomsen zusammengetan. Beide wollen die 100 Kilometer zu zweit schaffen. „Ich marschiere in der Nacht. Mal sehen, wie es läuft“, so Kracht kurz vor dem Start.

Gehören zum Organisations- und Koordinationsteam des 100-Kilometer-Events: Lehrer Henning Kracht (l.) von der Deutschen Schule und Kollege Thies Rheintal von der Nachschule.