Reiseabenteuer

Halbzeit der Tour Berlin-Kopenhagen: So ist es Kajak-Enthusiast Till bislang ergangen

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Mit deutscher und dänischer Flagge am Kajak ist der ehemalige Tingleffer Till Blume auf dem Weg nach Kopenhagen. Das Foto zeigt den 55-Jährigen kurz vor dem Start in Berlin.

Etwas mehr als die Hälfte seiner Paddelstrecke hat der in Tingleff aufgewachsene Till Blume geschafft. Auf der Route Berlin-Kopenhagen hat der 55-Jährige bereits nette Begegnungen gehabt – unter anderem mit einer Gräfin.

Till Blume ist nach wie vor motiviert und guter Dinge, wie bei einem Telefonat deutlich wird. Der 55-Jährige hat etwa die Hälfte seines Kajakabenteuers hinter sich. Von Berlin nach Kopenhagen möchte der frühere Tingleffer und ehemalige Schüler der deutschen Schule paddeln. Fünf bis sechs Wochen hat er für die Mammutstrecke von rund 800 Kilometern angesetzt.

Nach der Reise auf Flüssen ist der Kajak-Experte mittlerweile in der Ostsee angelangt. Die Mittwochsetappe war von Travemünde nach Boltenhagen vorgesehen. Ob er es weiter bis nach Wismar schafft, müsse sich zeigen, so Blume am frühen Vormittag.

Tückischer Wind auf der Elbe

Die offene See ist meist rauer, und es ist anspruchsvoller zu paddeln. Doch auch im Binnenland kann es hart werden. „In der Elbe ist es anscheinend Gesetz, dass man Gegenwind hat. Das war harte Arbeit. Ich bin acht Stunden ohne Pause gefahren“, berichtet der Ex-Tingleffer von der bis dato anstrengendsten Etappe.

In den ersten Tagen nach dem Start in Berlin am 19. Juni sah es auf der Havel noch ganz anders aus. „Es war ein herrlicher Auftakt. Das Wetter war schön, und es gab entlang der Route viel Leben zu entdecken. Die Stimmung war toll“, erzählt Till Blume dem „Nordschleswiger“.

Till Blume hat im Kajak Wind und Wellen getrotzt und schon über die Hälfte seiner Wegstrecke zurückgelegt.

Auf seiner Tour-Homepage berichtet der 55-Jährige täglich von seinen Erlebnissen. Auf der Seite ist auch die Route beschrieben, einschließlich einer Karte.

Nach einem längeren Aufenthalt in Lübeck, wo Till Blumes Vater Peter aufgewachsen ist und die Großeltern lebten, ging es in Richtung Travemünde und Ostsee.

Dieser Abstecher durfte auf der Kajak-Zwischenstation in Möln natürlich nicht fehlen. Till Blume an der Skulptur des Namensvetters Till Eulenspiegel, der sagenumwobenen Narrenfigur aus dem Mittelalter.

Netter Plausch mit der Gräfin von Bernstorff

Er habe so manche schöne Bekanntschaften gemacht, erzählt Till Blume. Besonders in Erinnerung ist ihm das Zusammentreffen mit der Gräfin und Hausherrin des Schlosses Gartow bei Schnackenburg geblieben. Till Blumes Urgroßvater hatte dort einst für die Adelsfamilie von Bernstorff gearbeitet und in Schlossnähe gewohnt.

„Nach einer Gruppenführung mit der Gräfin kam ich mit ihr ins Gespräch. Ich erzählte ihr von meinem Urgroßvater und zeigte ihr Fotos. Sie war sehr interessiert und sehr zuvorkommend. Als ich ihr von meiner Paddeltour erzählte und sie erfuhr, dass ich noch ins zehn Kilometer entfernte Schnackenburg zurückmuss, bot sie kurzerhand an, mich zu fahren“, erzählt Blume.

Immer wieder Daumen hoch

Till Blume vor dem Schloss Gartow, wo sein Urgroßvater einst beschäftigt war.

Nette Begegnungen hatte er auch auf Flussabschnitten mit vielen Schleusen. „Ich bin zusammen mit motorisierten Booten von Schleuse zu Schleuse gepaddelt. Die Leute und auch die Schleusenmeister winkten mir zu und hoben respektvoll die Daumen.“

Auch wenn er schon mehr als die Hälfte der Tour geschafft hat und alles mehr oder weniger nach Plan läuft, geht er sein Reiseabenteuer gelassen an. Bei den Zwischenstationen nimmt sich der Wassersportler Zeit fürs Sightseeing.

Sehenswertes ohne Stress genießen

„Es gibt in den verschiedenen Orten Interessantes zu sehen und zu erleben. Das will ich mitnehmen“, so der Kajakenthusiast, der sich auf der Tour schon zweimal mit seinen Eltern getroffen und ausgetauscht hat.

Blume übernachtet meist bei Wassersportvereinen, die er kontaktiert. „Das ist ganz unkompliziert. Ich kann da immer mein Zelt aufschlagen“, so Blume mit Dank an die verschiedenen Klubs.

Till Blume mit seinen Eltern Inga und Peter während einer Kajakpause zu Anfang der Tour.

Er hofft, weiterhin so gut durch- und voranzukommen. Die großen Materialprobleme habe es zum Glück nicht gegeben. Er müsse allerdings einen Riss in seinem Boot im Auge behalten und unter Umständen reparieren. „Es dringt ein wenig Wasser ein. Noch ist es aber nicht schlimm“, so Blume, auf den bald die Königsetappe zukommt: über die Ostsee zur dänischen Küste bei Møn.