Kultur und Freizeit

Floorball im SC Saxburg: Die Alternative für Sporttreibende

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Woche für Woche wird in der Bülderuphalle Floorball gespielt – eine Mischung aus Hockey und Eishockey.

Die Spielgemeinschaft SC Saxburg/BBI hat mit Floorball eine relativ neue Sparte, die insbesondere bei älteren Akteuren beliebt ist. Am Freitag ist die Abteilung Ausrichter eines Turniers. Publikum und potenzielle Neueinsteigerinnen und -einsteiger sind herzlich willkommen.

Einige laufen sich warm, andere warten nicht ganz so aktiv auf den Beginn des allwöchentlichen Trainings in der Bülderuper Sporthalle. Es werden noch kurz die Mannschaften eingeteilt, dann geht es los – ob aufgewärmt oder per Kaltstart.

Auf zwei mit speziellen Banden eingerahmten Feldern mit zwei kleinen Toren wird Floorball gespielt, auch Unihockey genannt. Es ist eine Mischung aus Hockey und Eishockey ohne Schlittschuhe. Der Plastikball ist hohl und sehr leicht.

Seit rund acht Jahren gibt es bei der Spielgemeinschaft SC Saxburg/BBI (Bylderup-Burkal Idrætsforening) dieses Angebot.

„Der frühere Hallenwart Dres Hansen hatte es damals in Verbindung mit einer Kampagne des Sportverbandes DGI für Leute eingeführt, die nicht mehr Handball oder Fußball spielen oder gar keinen Sport machen, aber gern Sport in der Gemeinschaft treiben wollen. Es war zunächst in Regie des Sportcenters und wurde später dann von uns übernommen“, berichtet Stefan Lorenzen kurz vor Trainingsbeginn in der Bülderuphalle.

Lorenzen ist seit sechs Jahren Spartenleiter und auch regelmäßiger Teilnehmer der allwöchentlichen Trainingseinheiten.

Stefan Lorenzen leitet die Floorballsparte und spielt auch selbst bei den Trainingsabenden mit.

Aktivität für Alt und Jung

Immer mittwochs kämpfen zwei Gruppen mit Floorball-Schlägern um Ball und Tore. „Es gibt eine Oldboy-Gruppe, in der die meisten über 50 Jahre alt sind, und eine jüngere Gruppe“, erzählt Stefan Lorenzen, der selbst bei der jüngeren Truppe mitmischt.

Bei den älteren Herren sind rund 15 mit von der Partei, die Youngsters machen mit 26 Floorball-Spielern die größte Gruppe aus. Eine Damenabteilung würde man auch gern einführen, es fehle aber noch an Spielerinnen.

Was macht den Reiz aus und lässt in Bülderup so viele teilnehmen?

Schweißtreibend: Beim Floorballtrainig geht es hin und her.

„Es kann jeder mitmachen, egal auf welchem sportlichen Level er sich befindet. Ob man vorher Mannschaftssport betrieben oder kaum Sport gemacht hat, spielt keine Rolle. Und für diejenigen, die mal Handball oder Fußball gespielt haben, ist es eine gute Alternative, sich zu bewegen und in einer Mannschaft zu spielen“, skizziert der Spartenleiter die Motivation der Teilnehmenden.

Sportlich am Ball bleiben

„Viele ehemalige Mannschaftssportler tun sich schwer, sich mit Joggen, Krafttraining oder Gymnastik fit zu halten. Floorball ist da eine gute Ausweichmöglichkeit. Bewegung in der Gemeinschaft und das Spielen auf Tore mit ein wenig Wettkampfcharakter ist dann doch reizvoller“, ergänzt der Spartenleiter, der sich als einstiger SC-Handballer selbst zu dieser Gruppe zählt.

Seit rund drei Jahren ist Uwe Petersen dabei. Er sei als Nichtsportler dazugestoßen, sagt der 42-Jährige mit einem Lachen. So ganz stimmt das aber nicht. Freizeitfußball hat er schon mal gespielt, und auf Drängen seiner Frau trainiert er seit einiger Zeit für einen Halbmarathon.

Beim Floorball in Bülderup gibt es zwei Altersgruppen. Das Foto zeigt die Youngsters, die immer Mittwochabend nach den Oldies auf Torejagd gehen.

„Sie meinte, ich könnte mich mal mehr bewegen“, so Uwe Petersen gehorsam schmunzelnd. Floorball sei dann dazugekommen.

Über die sozialen Medien und vom Hören-Sagen sei er darauf aufmerksam geworden, wie er erzählt. Das Bewegen, das Spielen auf Tore und die Gemeinschaft – diese Kombination mag er an den Floorball-Treffen. „Hier kann jeder dabei sein, egal, wie fit er ist und wie viel Talent er fürs Floorballspielen mitbringt“, so Petersen.

Spartenleiter Lorenzen kennt noch ein weiteres Detail, das die Spieler bei der Stange hält: „Die Teilnahme ist ganz unverbindlich. Wenn man mal nicht beim Training dabei sein kann, ist das überhaupt kein Problem. Man braucht sich auch nicht abzumelden.“

Ist seit drei Jahren dabei und hat Freude am Floorballspielen: Uwe Petersen.

Fair Play oberstes Gebot

Bei den allwöchentlichen Einheiten geht es locker und gesellig zu. Zumindest außerhalb der Spielfelder. Wenn die Partien beginnen, in der Regel spielen drei gegen drei, kommt buchstäblich Bewegung rein. „Man will ja Tore erzielen und gewinnen“, so Lorenzen mit einem Schmunzeln.

Fairness geht dabei vor. Wenn mal zu viel geschubst wird, der Stock mal zu hoch gehalten wird oder als Stolperfalle zwischen die Beine gelangt, dann wird auf Freistoß für das andere Team entschieden – ohne Schiedsrichter. „Das klappt an unseren Floorballabenden immer gut“, so der Spartenleiter.

Es kann jeder mitmachen, egal auf welchem sportlichen Level er sich befindet.

Stefan Lorenzen

Floorballturnier zum Miterleben

Am Freitag sind allerdings Schiedsrichter in der Bülderuphalle dabei. Die Floorball-Sparte ist am Abend Ausrichter eines Turniers. Ab 18 Uhr gehen 16 Mannschaften aus verschiedenen Ecken Nordschleswigs auf Torejagd. „Wir selbst sind mit vier Mannschaften dabei – drei Herren- und ein Mixed-Team.“

Drei Pokale werden beim Floorball-Turnier vergeben. Ein Mixed-Pokal sowie eine B- und A-Trophäe bei den Herren.

„Zuschauer sind herzlich willkommen. Vielleicht kommen einige ja auf den Geschmack und würden es gern mal probieren. Bei uns können alle mitmachen. Gern auch Frauen“, betont Stefan Lorenzen.

Wer mehr über die Sparte wissen möchte und vielleicht sogar schon mit einem Reinschnuppern liebäugelt, dürfe sich gern bei ihm melden (Tel. 44 12 00 25), betont Stefan Lorenzen.

Floorball (Unihockey)

Floorball ist eine Sportart, bei der der Hockey- und Eishockeysport miteinander vereint werden. Es wird mit einem Ball mit 26 Löchern gespielt, der mit einem sogenannten Stock geschlagen wird. Der Stock ähnelt dem Eishockeyschläger, ist jedoch wesentlich leichter, weil er aus Kunststoff ist.
Floorball wird in der Sporthalle betrieben. Es gibt eine etwa 50 Zentimeter hohe Bande.
Beim Kleinfeld-Floorball wird auf zwei Tore gespielt, ohne Torwart. Diese Variante kommt meist im Schul- und Hobbybereich zum Einsatz.
Beim Großfeld-Floorball sind die Tore größer, und es gibt einen Torwart.
Bei beiden Varianten gilt körperloses Spiel.
Floorball ist besonders in der Schweiz und in den skandinavischen Ländern sehr beliebt und zieht oft ein großes Publikum in die Sporthallen.