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Mit dem Drahtesel auf den Spuren der Gendarmen

Mit dem Drahtesel auf den Spuren der Gendarmen

Mit dem Drahtesel auf den Spuren der Gendarmen

Apenrade/Aabenraa
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Idyllische Aussichten beim Radeln am Gendarmenpfad gibt es unter anderem in Süderhaff mit Blick auf die Ochseninseln. Foto: kjt

Abseits der viel befahrenen großen Landstraßen gibt es in Nordschleswig reichlich Fahrradrouten. In der Kommune Apenrade gehören Abschnitte entlang der Förde und am Gendarmenpfad bis in die Kommune Sonderburg zu den besonders reizvollen Strecken.

In Verbindung mit der Corona-Krise stieg das Interesse für das Fahrradfahren in so manchen Ländern markant. Immer mehr Menschen entdeckten das umweltfreundliche Fortbewegen als neue Freizeitbeschäftigung oder auch als Alternative für den Weg zur Arbeit. Der Verkauf von normalen Fahrrädern und E-Bikes stieg vielerorts rasant an – Tendenz steigend.

Kommunen und Fremdenverkehrsvereine haben das Radfahren als touristische Unternehmung schon längst in ihrem Portfolio. Wenn eine Kommune auch noch an der Küste liegt, umso besser.

Große Bandbreite

Die Kommune Apenrade listet auf ihrer Homepage unterschiedliche Routen auf. Mal auf kleinen Nebenstraßen von Dorf zu Dorf, auf dem Radweg entlang größerer Verbindungsstraßen, rustikal durch Wald und hügelige Landschaft oder am Meer entlang: Apenrade hat von allem etwas zu bieten.

Immer wieder reizvoll: Radfahren in der Natur Foto: kjt

Im Gebiet der Lokalredaktion Tingleff/Tinglev ist unter anderem die Grenzroute bis nach Tondern/Tønder bekannt. Wegen der corona-bedingten Grenzschließungen ist die Route aber buchstäblich abgehakt.

Fast schon Kultstatus hat das Radeln auf dem Gendarmenpfades oder entlang dieser Strecke. Von Krusau/Kruså bzw. Schusterkate/Skovmagerhus bis nach Höruphaff/Høruphav auf Alsen/Als erstreckt sich der rund 74 Kilometer lange Pfad, den einst Grenzgendarmen entlangspazierten, um illegalen Grenzgängern oder Schmugglern auf die Schliche zu kommen.

Der Verlauf des Gendarmpfades. In Blau alternative Streckenabschnitte für Fahrradfahrer Foto: gendarmsti.dk

Der Gendarmenpfad besticht durch eine große Abwechslung. Von Krusau über Kollund, Süderhaff/Sønderhov und Randershof/Rønshoved bis nach Rinkenis/Rinkenæs eröffnet sich Radfahrern ein maritimes Ambiente mit vielfältiger Natur.

Das setzt sich auch mit dem Übergang in die Kommune Sonderburg fort, wenn es an Ekernsund/Egernsund vorbei auf Broackerland buchstäblich rund geht, ehe am geschichtsträchtigen Ort Düppel/Dybbøl vorbei Alsen angesteuert wird.

Idyllischer Streckenabschnitt mit Brücke Foto: kjt

Manchmal ausweichen

Der Gendarmenpfad ist heute in erster Linie eine Wanderroute. Viele Abschnitte können aber auch mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Radfahrer müssen an Teilstücken allerdings kleine Routenänderungen in Kauf nehmen, weil das Passieren mit dem Rad nicht erlaubt oder wegen unwegsamen Geländes nicht möglich ist. Dann heißt es entweder schieben oder auf befahrbare Ausweichstrecken ausweichen. Landschaftlich schön sind aber auch die Wege parallel zum „Gendarmsti".

Der historische Pfad ist dabei stets gut wiederzufinden, denn die Radfahrer müssen sich immer nur Richtung Wasser halten.

Auf vielen Abschnitten des Gendarmenpfades kann mit dem Fahrrad gefahren werden. Foto: kjt

Was gibt es unterwegs zu entdecken und zu tun?

Nimmt man Krusau als Startpunkt, dann bietet sich in Süderhaff ein kulinarischer Zwischenstopp an den beiden Hotdog- und Eisbuden mit Blick auf die Ochseninseln an.

Geschichtsträchtige Abstecher

Weiter gen Osten wird es historisch. Das Mahnmal des während der Besatzung des Natziregimes 1944 umgekommenen damaligen Grenzgendarmleiters Svend Bartholin Paludan-Müller und das Schloss der Königsfamilie in Gravenstein liegen auf der Strecke Richtung Sonderburg.

Bei Ekensund befindet sich das Ziegeleimuseum, und kurz vor Sonderburg ist der landschaftliche Abschnitt „Dybbøl Banke“ (Düppeler Schanzen) zu erblicken. Auf jenem Gelände fand 1864 während des Deutsch-Dänischen Krieges die Schlacht von Düppel statt, bei der das dänische Heer nach fast fünfwöchiger Belagerungszeit von den Preußen vernichtend geschlagen wurde.

Wegstrecke entlang der Flensburger Förde Foto: kjt

Wer Zeit bei der Radtour mitbringt, kann das Historiencenter Düppel („Historiecenter Dybbøl Banke“) besuchen.

Ein Verweilen bietet sich auch am Hafen in Sonderburg an, insbesondere wenn das Wetter mitspielt. Bewundert und unter Umständen besucht werden kann hier unter anderem das Schloss.

Auf dem letzten Teilstück neben oder auf dem Gendarmenpfad geht es mit Blick auf die Insel Kekenis/Kegnæs bis nach Höruphaff/Høruphav, wo der bekannte Weg mit einer erneut reizvollen Landschaft offiziell endet.

Die Mühle „Vibæk Mølle" kurz hinter Höruphaff Foto: A. Tams

In die Verlängerung

Wer vom Radfahren noch nicht genug haben sollte, kann seine Tour mit einem Abstecher auf die beschauliche Insel Kekenis erweitern, die mit einer kleinen Landzunge mit Alsen verbunden ist.

Vorbei an kleinen Campingplätzen, wo man Erfrischungen kaufen kann, ist auch diese Gegend sehr idyllisch und einladend, wenn man nicht gerade auf der Hauptstraße des kleinen Eilandes entlangfährt.

Ob man die Wegstrecke des „Gendarmsti" auch wieder zurückfährt oder es bei einer Richtung belässt, ist jedem selbst überlassen. Möglich wäre auch ein Zwischenstopp mit Übernachtung in einer Pension, einem Gasthof oder einem Campingplatz, wie es viele Wanderer tun.

Die Kommune Apenrade listet zahlreiche andere Radstrecken auf, wobei es auch mehrere im Einzugsgebiet der Lokalredaktion Tingleff gibt. Beispiele für Streckenabschnitte:

1. Holebüll/Holbøl

2. Bülderup-Bau/Bylderup-Bov

3. Terkelsbüll/Terkelsbøl

4. Uk/Uge

5. Frösleer Plantage/Frøslev Plantage

Wer es wilder und sportlicher angehen möchte und über ein Mountainbike samt Sicherheitsausrüstung verfügt, kann sich auf der Mountainbikestrecke in der Kelstruper Plantage austoben.

Fahrradfahren soll schön aber auch sicher sein (Archiv). Foto: kjt
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