Kommunalwahl 2025

Niklas Nissen will „eine Stimme für die jungen Menschen sein“

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Niklas Nissen (19) kandidiert bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr für die SP.

Von der Schule direkt in den Wahlkampf. So könnte für Niklas Nissen das kommende Jahr aussehen. Bei der Kommunalwahl im November nächsten Jahres wird der Nachwuchspolitiker als Kandidat in Apenrade antreten. Was ihn zu seiner Kandidatur motivierte und welche Themen ihm wichtig sind.

In der Vorhalle des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig in Apenrade sitzt Niklas Nissen und hat bereits sein Handy mit einigen Notizen gezückt. Er ist vorbereitet auf das Interview. Der 19-Jährige ist stellvertretender Vorsitzender der Jungen Spitzen, der Jugendorganisation der Schleswigschen Partei. Bei der Kommunalwahl im November nächsten Jahres wird er für die SP in Apenrade kandidieren.

Wie bist du in die Politik gekommen?

„Ich bin ein bisschen hineingerutscht in die Jungen Spitzen, das ist typisch, wenn man hier am deutschen Gymnasium anfängt. Damals wurde ich von unserer ehemaligen Vorsitzenden Katharina Kley eingeladen, zu einer der Sitzungen der Jungen Spitzen mitzukommen. Das hat mir sehr gut gefallen.“

Hast du schon in deiner Zeit bei den Jungen Spitzen erste politische Erfolge erreichen können?

„Sehr am Herzen liegt mir bei den Jungen Spitzen die Aufklärungsarbeit. Wir sind da in politischen Zusammenschlüssen. Auch international.

Im Sommer waren wir beispielsweise in Österreich, haben uns dort mit anderen Minderheiten getroffen und über unsere Minderheit aufgeklärt. Das finde ich sind Erfolge, wenn wir unsere Minderheit raus in die Welt tragen können.“

Fiel dir die Entscheidung zu kandidieren schwer?

„Ich habe schon länger abgewogen. Aber ich wurde sehr motiviert von den Älteren, die meinten, dass sie mir das zutrauen. Da habe ich nur positive Worte mitbekommen.“

Was motiviert dich, Politik zu machen und zu kandidieren?

„Ich glaube, dass ich frischen Wind in die Politik bringen kann. Junge Menschen haben innovative Perspektiven und neue Ideen, die elementar wichtig sind. Sie bringen einfach einen anderen Blickwinkel mit rein. Ich glaube, dass das und auch die Vertretung von mehreren Generationen in der Politik ganz wichtig ist.“

Findest du, dass junge Menschen in Apenrade aktuell zu wenig vertreten werden?

„Ich würde schon sagen, ja. Die Jugend wird in Apenrade zwar durchaus berücksichtigt, das zeigt sich beispielsweise durch den neuen Treffpunkt für den Jugendklimarat.

Aber ich denke speziell an die Mitglieder des Stadtrates. Da sind zu wenig junge Menschen vertreten, vor allem in meinem Alter, 20- bis 25-Jährige. Da möchte ich durch meine Kandidatur eine Stimme für die jungen Menschen sein.“

Was wäre die erste Sache, die du angehen würdest, wenn du es in den Stadtrat schaffst?

„Ich habe mir drei Kernthemen überlegt, in denen ich mich engagieren möchte. Das Erste wäre die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Da denke ich zum Beispiel an ein grenzüberschreitendes Transportnetz oder grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Gesundheit.

Das zweite Thema wäre Klima und nachhaltige Entwicklung. Das habe ich bewusst so breit formuliert. Weil ich mich in den kommenden Wochen und Monaten intensiv mit dem Vorstand der Jungen Spitzen und dem Kandidatenkreis der SP zu dem Thema austausche.

Außerdem möchte ich gerne die soziale und kulturelle Teilhabe der jungen Generation stärken. Ich denke da etwa an ein Projekt, wie ein Jugendkulturhaus, wo junge Leute sich treffen können, und wodurch das Gemeinschaftsgefühl über Ausbildungsinstitutionen hinweg gestärkt wird.

Es gibt ja auch das NygadeHuset. Das könnte auch eine Idee sein: Schon bestehende Einrichtungen weiterzuentwickeln. Aber es wäre mir wichtig, dass wir Jugendlichen hier einen Ort bekommen, wo wir uns treffen können.“

Du willst eine Stimme für die jüngeren Menschen sein. Aber warum sollten ältere Menschen dich wählen?

„Weil ich glaube, dass ich junge Menschen und die älteren Generationen sehr gut vereinen kann. Ich möchte zeigen, dass politische Teilhabe kein bestimmtes Alter braucht und man auch in jungen Jahren Verantwortung übernehmen kann.“

Wie schätzt du deine Chancen ein?

„Das ist natürlich schwierig. Ich glaube, das hängt davon ab, wie stark meine Präsenz im Wahlkampf sein wird, vor allem auch in den Ausbildungseinrichtungen. Aber wenn ich da All-in gehe, gibt es, glaube ich, schon eine Chance, dass ich reingewählt werde.“

Die Schleswigsche Partei ist im Apenrader Kommunalrat in dieser Legislaturperiode mit zwei Sitzen vertreten: Kurt Asmussen und Erwin Andresen.