Regierungsziel

Eine Million Elektroautos bis 2030

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Elektroautos sollen billiger werden. Foto: Thomas Lekfeldt/Ritzau Scanpix

Rund drei Millionen Autos fahren derzeit in Dänemark. In zwölf Jahren soll jedes dritte davon ein Elektroauto sein, der Verkauf von Benzinern und Dieselautos soll dann aufhören. Das hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt. Kritiker halten die Pläne für unausgegoren.

Steuern auf E-Autos

Bis Ende 2015 waren Elektroautos von den hohen dänischen Zulassungssteuern befreit.

Dann wurde eine Angleichung der Zulassungssteuer in 20-Prozent-Schritten bis 2020 beschlossen.

2019 würden sie demnach bei 40 Prozent des Betrages für herkömmliche Autos liegen.

Nun sollen die Abgaben erneut auf den Prüfstand.

Zunächst soll der weitere Anstieg der Zulassungssteuer verschoben werden.

Es soll gesichert werden, dass durch die Umstellung keine großen Löcher in den Staatshaushalt gerissen werden.

Durch Freibeträge von 40.000 Kronen in 2019 und 77.500 Kronen in 2020 fällt die Zulassungssteuer für die kommenden Jahre de facto weg.

In Dänemark soll es billiger werden, kleine und mittelgroße Elektroautos und andere Niedrig- oder Nullemissionsautos zu kaufen. Das geht aus dem Klima-Entwurf der Regierung hervor, der am Dienstag präsentiert wurde. Durch Steuersenkungen und Freibeträge sollen die Bürger dazu gebracht werden, dass sie bis 2030 eine Million Elektroautos kaufen, berichtet Danmarks Radio.

Erreicht werden soll dies dadurch, dass die geplante Anhebung der Zulassungssteuer für Elektroautos und Plug-in-Hybride um ein Jahr verschoben wird. Zudem soll es einen erhöhten Steuerfreibetrag von 40.000 Kronen für 2019 für die Besitzer „grüner“ Autos geben. 2020 soll dieser Freibetrag auf 77.500 Kronen ansteigen.

Das bedeutet, dass ein Elektroauto, das ursprünglich 375.000 kostete, wenn es 2019 gekauft wird, 345.000 Kronen kostet. Für Unternehmen soll es ebenfalls günstiger werden: Für „grüne“ Firmenwagen soll es zwischen 2019 und 2022 je 30.000 Kronen Freibetrag geben.

Strom wird nach 2019 wieder besteuert

Beim Elektroauto-Branchenverband DEA wird das begrüßt. Bereichsleiterin Lærke Flader glaubt, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen werden. Allerdings hätte sie es auch gerne gesehen, wenn die Steuerbefreiung für Strom, der zum Laden von Elektroautos genutzt wird, verlängert worden wäre. Die läuft nämlich nur bis 2019.

„Elektroautos fahren dreimal so lange mit einer Energieeinheit, die einem Liter Benzin entspricht. Doch zugleich wurden Stromabgaben eingeführt, die dreimal so hoch sind wie bei Benzinautos“, rechnet Flader vor.

Dennis Lange Foto: FDM

Auch Dänemarks größter Autofahrer-Club FDM hat an den Regierungsplänen einiges auszusetzen. Statt höheren Freibeträgen für 2019 und 2020 sollte es lieber feste Rahmenbedingungen über einen längeren Zeithorizont geben, meint der Verbandsjurist Dennis Lange. „Das hier bedeutet doch, dass wir wieder einen Elektroauto-Markt haben, an dem die Steuern – und damit die Preise für die Kunden – rauf und runter gehen, und es keine Ruhe gibt. Man weiß in Wirklichkeit nicht, wonach man sich im nächsten Augenblick richten kann“, sagt er.

Die Branche habe das so nicht gewollt – und die Kunden würden sich dadurch nicht zum Kauf von Elektroautos anspornen lassen, meint er. Die Zahl von einer Million Elektroautos in zwölf Jahren werde so keinesfalls erreicht. Stattdessen sollte die Regierung an der jetzigen Linie festhalten, wo es für Elektroautos in der Praxis keine Zulassungssteuer gibt, und an der laufenden Kfz-Steuer justieren.

Egal, ob 2030 nun eine Million Elektroautos durch Dänemark fahren oder nicht: Danach sollen keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden. Wie das erreicht werden kann – dazu soll eine Kommission Vorschläge erarbeiten.

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