Abschiebezentrum auf Insel

Politiker auf Lindholm mit Demo begrüßt

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Kalvehave
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„759 Millionen für Lindholm oder für Krankenhäuser?“, lautete eine der Fragen der Demonstrierenden an DF-Politiker Martin Henriksen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Der Ausländer- und Integrationsausschuss des Folketings ist am Mittwoch nach Kalvehave und auf die Insel Lindholm gereist, wo ein Abschiebezentrum entstehen soll.

Im Süden Seelands hat es am Mittwoch friedlichen Widerstand gegen das geplante Abschiebezentrum auf der Insel Lindholm gegeben. Das vorgesehene Gelände war Ziel eines Ausflugs des Folketings-Ausschusses für Ausländer und Integration.

Besonders der ausländerpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei, Martin Henriksen, der auch Vorsitzender des Ausschusses ist, musste sich dabei laute Buh-Rufe gefallen lassen, berichtet das lokale Nachrichtenportal „sn.dk“. „Bleib drüben, Martin“, riefen Demonstranten dem Politiker von Lindholm aus zu, als die Fähre von Kalvehave Havn kommend übersetzte.

Rund 200 Menschen waren auf die kleine Insel gekommen, um die zehn Politiker in Empfang zu nehmen und ihrer Unzufriedenheit über die Pläne von Regierung und Dänischer Volkspartei Ausdruck zu verleihen.

„Schämt euch!“, steht auf einem der Schilder. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Für den Anwohner Joachim Brix-Hansen aus Kalvehave, war es ein „Skandal“, dass von den Regierungsparteien Venstre und den Konservativen kein Politiker mitgereist war. „Das zeugt von Gleichgültigkeit gegenüber der Bevölkerung“, sagte er zu „sn.dk“.

Die Motive der Demonstrationsteilnehmer waren derweil gemischt. Während ein Teil sich über „unmenschliche“ Bedingungen für künftigen Bewohner der Insel beklagten, drückten andere ihre Furcht vor eben jenen Menschen aus, die dort einziehen sollen. Auch die hohen Kosten des Projektes waren ein zentraler Kritikpunkt.

Im Anschluss an den Besuch auf der Insel gab es eine Ausschusssitzung in Kalvehave, an der auch der Bürgermeister der Kommune Vordingborg und fünf Mitglieder einer Bürgergruppe teilnahmen.


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