Digitalisierung

Dänische Bürger bekommen Gesamtüberblick über ihre Daten

Dänische Bürger bekommen Gesamtüberblick über ihre Daten

Dänische Bürger bekommen Gesamtüberblick über ihre Daten

dodo
Kopenhagen
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Foto: Jonas Vandall Ørtvig/Ritzau-Scanpix

Alle Bürger sollen künftig die von den Behörden über sie gespeicherten Daten an einem Ort im Internet finden und einsehen können, so die Idee von Innovationsministerin Sophie Løhde. Experten äußern sich positiv, sehen aber auch Gefahren.

Die Bürger in Dänemark sollen künftig alle Daten, die die Behörden über sie speichern, online an einem Ort einsehen können, meint Innovationsministerin Sophie Løhde (Venstre). Sie will am Dienstag die neuen Pläne der Regierung für eine künftige Digitalisierungsreform präsentieren.

Jens Myrup Pedersen, Dozent am Institut für elektronische Systeme an der Universität Kopenhagen, hält es für eine gute Idee, den Bürgern Zugriff auf ihre Daten zu geben, sieht aber auch Risiken darin. „Man legt alle Eier in einen Korb und schafft so ein attraktives Ziel für Angriffe. Auf der anderen Seite ist es natürlich eine gute Idee, dass man alle seine Informationen an einem Ort findet“, so Pedersen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Positiv äußert sich auch der „Rat für Digitale Sicherheit“: „Es ist ganz sicher gut, wenn mehr Transparenz darüber geschaffen wird, was die Behörden über einen wissen. Es ist eine gute Idee, diese Daten an einem Ort zu sammeln, da die Bürger sie so leicht finden können“, sagt der Vorsitzende Henning Mortensen.

Wer schaut in meine Daten?

Wie die Zeitung Berlingske berichtet, wird durch die neue Reform für die Bürger auch die Möglichkeit geschaffen, zu sehen, wer die Daten von einem einsieht. „Dies ist sehr wichtig. Man muss sehen können, wer auf welche Daten Zugriff hatte und wann dieser Zugriff geschah“, sagt Jens Myrup Pedersen.

Die Daten der Bürger sollen Schritt für Schritt über drei Jahre von 2020 bis 2023 an einem Ort zusammengefasst werden. Dabei handelt es sich unter anderem um Informationen über die Wohnverhältnisse, Waffenscheine, Scheidungsangelegenheiten oder Geschlechtskrankheiten, berichtet die Zeitung.

Ministerin Sophie Løhde betont, dass nur die Bürger selbst Zugriff auf die gesammelten Daten haben werden und Behörden nur mit Erlaubnis der Bürger Informationen an Dritte weitergeben dürfen.

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