Spendable Offensive

Dänemarks Angebot an die EMA: Mietfrei wohnen

Dänemarks Angebot an die EMA: Mietfrei wohnen

Dänemarks Angebot an die EMA: Mietfrei wohnen

Kopenhagen
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Dieses Gebäude hätte die EMA in Kopenhagen beziehen können. Foto: EMAtoCPH

Spendable Offensive der Regierung. Finanzausschuss hat der Kostenübernahme laut Politiken aber offenbar nicht zugestimmt.

Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern zeigt sich Dänemark besonders spendabel, wenn es um die Beheimatung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA geht. Wie berichtet, hat die Regierung in dieser Woche seine Bewerbung abgeschickt, um den Entscheidungsträgern die Ansiedlung der Agentur in den Copenhagen Towers schmackhaft zu machen. Mit dem Angebot, die EMA 20 Jahre lang mitten im Ørestad lang mietfrei wohnen zu lassen, inklusive Wasser, Wärme und Strom, macht man im europäischen Vergleich ein sehr großzügiges.

Bis 2039 soll der dänische Steuerzahler sämtliche Betriebskosten der EU-Agentur übernehmen. 49 Millionen sind bereits jetzt abgesetzt, nur um die Copenhagen Towers zu reservieren, bis die EMA eine Wahl getroffen hat. Nur Österreich ist noch spendabler und will die Kosten 25 Jahre lang übernehmen. Schweden würde mit dem Sitz in Stockholm nur drei Jahre Miete übernehmen. Mit 900 gutbezahlten Mitarbeitern und zigtausenden Hotelübernachtungen pro Jahr ist die EMA ein Pfund, mit dem ein Land rechnen kann. Doch die Großzügigkeit der dänischen Regierung ruft nun kritische Stimmen hervor.

„Mit Blick auf die europäische Zusammenarbeit finde ich es nicht sonderlich förderlich, dass wir nun damit in Konkurrenz treten, wer am längsten gratis zur Miete wohnen lässt. Die Regierung hätte den Finanzausschuss darüber informieren müssen“, so der Leiter der Alternative, Uffe Elbæk. Der Finanzausschuss hatte zwar den 49 Millionen sowie etwaigen weiteren Kosten zugestimmt. Die 20-Jahre-mietfrei-Offensive wurde laut Politiken aber in Regierungsregie in Absprache mit den Parteisprechern getroffen.

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