Außenpolitik

Samuelsen: Dänemark folgt den USA – auch unter Trump

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Kopenhagen
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Donald Trump
Für Dänemarks Außenminister gibt er den Weg vor: US-Präsident Donald Trump. Foto: Scanpix

Dänemark sollte weiterhin enger Verbündeter der USA bleiben, meint Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen. Zu der transatlantischen Zusammenarbeit gebe es auch unter Trump keine Alternative, sagt er – auch wenn es derzeit populär sei, Trump abzuschwören. Damit erteilt er Angela Merkels Plänen einer eigenständigeren europäischen Verteidigungsallianz eine Absage.

Dänemark sollte weiterhin enger Verbündeter der USA bleiben, meint Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen. Zu der transatlantischen Zusammenarbeit gebe es auch unter Trump keine Alternative, sagt er – auch wenn es derzeit populär sei, Trump abzuschwören. Damit erteilt er Angela Merkels Plänen einer eigenständigeren europäischen Verteidigungsallianz eine Absage.

Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz) hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt kritisch zum Verhalten von US-Präsident Donald Trump geäußert. Doch der engen dänisch-amerikanischen Freundschaft abschwören – dazu sei er deshalb noch lange nicht bereit, sagt er in einem Interview mit der Tageszeitung Dagbladet Information.

„Wir haben einen besonderen Zugang zu den USA geschaffen, den wir schützen sollten. Wir haben mehr als 40 Soldaten in Afghanistan verloren und somit wirklich etwas geopfert, um dorthin zu gelangen“, sagt Samuelsen. Eine Alternative zur Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten kann er sich nur schwerlich vorstellen.

„Ich glaube, dass sich alle Europäer darüber im Klaren sind, dass es ein langer, schwerer Weg werden würde, zum Einzelkämpfer ohne die transatlantische Zusammenarbeit zu werden“, sagt er – auch im Hinblick auf Äußerungen Angela Merkels, die eine engere europäische Verteidigungszusammenarbeit zu einem ihrer wichtigsten Ziele erklärt hat.

Samuelsen glaubt nicht an Merkels eigenständigeres Europa

2014 hatte Samuelsen im dänischen Fernsehen gesagt, dass die Außenpolitik seiner Partei sich danach richte, den Amerikanern zu folgen. Als er dann zum Außenminister wurde, wurde spekuliert, ob er zu dieser Aussage auch nach der Wahl Trumps noch stehen würde. Und das tut er – auch wenn dies bei den Wählern nicht gut ankommen könnte, sagt er.

„Es ist klar, dass europäische Politiker sich dazu verlocken lassen könnten, Trump nur zu kritisieren, weil er in Europa nicht beliebt ist“, sagt der Außenminister. „Und das könnte zweifelsohne ein leicht gangbarer Weg sein“, so Samuelsen zu Information. „Die paar Male, wo ich es für nötig hielt, den Zeigefinger in Richtung Trump zu heben, wurde ich bejubelt wie noch nie von Leuten, die niemals die Liberale Allianz wählen würden. Doch Politik, auch Außenpolitik, ist und bleibt zu wichtig, um auf die Jagd nach kurzfristigen Bonuspunkten zu gehen“, sagt er.

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