Politik

Kein Problem mit Ramadan

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Kopenhagen
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Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Geht es nach Integrations- und Ausländerministerin Inger Støjberg sollten Muslime im Fastenmonat Ramadan Urlaub nehmen, weil sich ihrer Meinung nach Fasten und Arbeiten nicht vertragen – etwa bei Busfahrern. Die dänische Bus- und Zuggesellschaft Arriva will aber „kein Problem lösen, das es nicht gibt."

Muslime sollten im derzeit laufenden Fastenmonat Ramadan Urlaub nehmen. Diese Überzeugung vertritt die dänische Integrations- und Ausländerministerin Inger Støjberg in einem Leserbrief Anfang der Woche in der Zeitung BT. Nun erntet sie Widerspruch für ihre Auffassung, dass Arbeiten und Fasten sich nicht vertragen.

Arriva Antwort auf Leserbrief

Man könne sich beruhigt in einen Bus setzen, dessen Fahrer gerade faste, zitiert die Zeitung Jyllands-Posten die Bus- und Zuggesellschaft Arriva. Støjberg hatte in ihrem Leserbrief explizit Busfahrer erwähnt. „Wir haben nie Probleme oder Unfälle gehabt, die auf fastende Busfahrer zurückzuführen sind“, sagt Arrivas Kommunikationschefin Pia Hammershøy Splittorff zu Jyllands-Posten. Rund ein Drittel der Busfahrer der Verkehrsgesellschaft hat einen anderen ethnischen Hintergrund. Zahlen zu praktizierenden Muslimen hat Arriva aber nicht. Praxis ist, dass christlich orientierte Busfahrer gern zu Weihnachten frei haben, Muslime gern zu Ramadan und Schichten bei Bedarf intern getauscht werden. Daran will Arriva auch nichts ändern. „Wir versuchen nicht, ein Problem zu lösen, das es nicht gibt, so die Kommunikationschefin und betont, keiner politischen Agenda zu folgen.

Auch bei der betreffenden Gewerkschaft F3 hat man von den Problemen, die die Ministerin anspricht, nichts gehört. Deren Vorsitzender im Bereich Transport, Jan Villadsen, erinnert daran, dass in Kopenhagen geschätzte 50 Prozent der Busfahrer einen anderen ethnischen Hintergrund haben und er noch von keinem einzigen Vorkommnis dieser Art gehört habe.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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