Hundegesetz

Dänische Behörden lassen immer weniger Hunde töten

Dänische Behörden lassen immer weniger Hunde töten

Dänische Behörden lassen immer weniger Hunde töten

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Scanpix

Seit 13 Hunderassen im Jahr 2010 verboten wurden, ist die Zahl der Tiere, die die Behörden aufgrund von Beißattacken einschläfern ließen, stark zurückgegangen. Dies habe aber nichts damit zu tun, dass die illegalen Hunde gefährlicher seien, meint die Sprecherin der Einheitsliste.

Diese 13 Hunderassen sind in Dänemark seit 2010 verboten:

  1. Pitbull Terrier
  2. Tosa
  3. American Staffordshire Terrier
  4. Fila Brasileiro
  5. Dogo Argentino
  6. American Bulldog
  7. Boerboel
  8. Kangal
  9. Zentralasiatischer Owtscharka
  10. Kaukasischer Owtscharka
  11. Sydrussisk ovtcharka
  12. Tornjak
  13. Šarplaninac

Die dänischen Behörden lassen heute deutlich weniger Hunde töten als noch in der Zeit nach Inkrafttreten des Hundegesetzes vor sieben Jahren. Damals wurden 13 Hunderassen gesetzlich verboten.

Von 2010 bis 2013 wurden jährlich mehr als 200 Hunde pro Jahr getötet, weil sie entweder zu einer der 13 illegalen Hunderassen gehörten oder weil sie einen Menschen oder einen anderen Hund gebissen hatten.

Diese Zahl ist in den vergangenen drei Jahren in beiden Kategorien deutlich zurückgegangen. In diesem Jahr wurden bisher „nur“ 13 Hunde auf Anordnung der Behörden eingeschläfert. Das belegen neue Zahlen der Umwelt- und Lebensmittelbehörde, die die politische Sprecherin der Einheitsliste, Maria Reumert Gjerding, nachgefragt hat.

Einheitsliste für Aufhebung des Hundegesetzes

Sie ist dafür, das Verbot bestimmter Hunderassen wieder abzuschaffen. Aus ihrer Sicht ist der Rückgang der getöteten Hunde darauf zurückzuführen, dass in den ersten Jahren nach dem Start des Hundegesetzes vor allem Tiere getötet wurden, die zu den 13 Rassen auf der schwarzen Liste gehörten. Warum aber heute auch weniger Hunde wegen Beißattacken eingeschläfert werden, dafür gebe es keine klare Erklärung und auch keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen den 13 Hunderassen und der Anzahl der Beißattacken, sagt Gjerding zur Nachrichtenagentur Ritzau.

„Eine Evaluierung des Hundegesetzes hat bereits gezeigt, dass das Rassenverbot und der Rückgang von Bissen nichts mit einander zu tun haben. Die Aggressivität eines Hundes hängt nicht von der Rasse, sondern vom Verhalten des Besitzers ab“, so die Sprecherin.

DF: Das Verbot wirkt

Ihre Kollegin Karina Due von der Dänischen Volkspartei ist dagegen anderer Meinung. Für sie ist der Rückgang der Beißattacken ein klares Zeichen dafür, dass das Verbot der 13 Hunderassen wirkt. Sie erinnert daran, dass früher oft Titelseiten von Zeitungen damit gefüllt waren, dass eines der heute verbotenen Tiere ein Kind gebissen habe. „Das sehen wir heute nicht mehr. Nicht, weil die anderen Hunde nicht beißen, sondern weil die Verletzungen einfach geringer sind, wenn ein Chihuahua oder ein Dackel nach einem Menschen schnappt“, so Due.

Hundeaktivisten kritisieren die Statistik der Behörde. Aus ihrer Sicht gibt es heute nur weniger Tötungen, weil die Behörden die konfiszierten Hunde in Käfigen sitzen lassen, statt sich die Mühe zu machen, sie einzuschläfern.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Mutiges Museum“