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Angst vor Vestager: Apple verschiebt Einführung neuer KI-Funktionen

Angst vor Vestager: Apple verschiebt Einführung neuer KI-Funktionen

Angst vor Vestager: Apple verschiebt neue KI-Funktionen

dodo/Ritzau
Kopenhagen
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Margrethe Vestager
Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat Apple im Blick. (Archivbild) Foto: Cornelius von Tiedemann

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Die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Wettbewerbsregeln der EU, sorgen dafür, dass sich das Ausrollen der neuen Technologie in Europa verzögert.

Die Einführung der kürzlich angekündigten KI-Funktionen von Apple wird in Europa verschoben.

Laut der Nachrichtenagentur „AFP“ geht dies aus einer schriftlichen Mitteilung des Konzerns hervor.

Dem Tech-Giganten zufolge ist die „regulatorische Unsicherheit“ im Zusammenhang mit der EU-Verordnung für digitale Märkte (DMA) der Grund für die Verzögerung.

„Wir glauben nicht, dass wir in der Lage sein werden, diese Funktionen in diesem Jahr für unsere Nutzer in der EU einzuführen“, schreibt Apple.

Viele Produkte betroffen

Vor knapp zwei Wochen hat Apple bei einer Präsentation in Kalifornien die Integration von künstlicher Intelligenz in eine Reihe von Betriebssystemen für Produkte wie iPhone, iPad und MacBooks vorgestellt.

Die integrierte künstliche Intelligenz wird Apple Intelligence genannt und kann in einer Reihe von Apps und Funktionen auf den Geräten des Unternehmens verwendet werden.

Anfang März wurde der Tech-Gigant von der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit einer Geldstrafe von 1,8 Milliarden Euro, was 13,4 Milliarden Kronen entspricht, belegt.

Ärger für Apple

Der Grund war, dass Apple ein Monopol im App Store durchsetzt, das wettbewerbsverzerrend ist und sowohl Verbraucher als auch Anbieter digitaler Dienste über den App Store betrifft.

Die Strafe für Apple wurde wenige Tage vor der Einführung des sogenannten Digital Markets Act (DMA) der EU verhängt.

Ende März hatte die EU-Kommission die ersten Untersuchungen zu Verstößen gegen die Verordnung für digitale Märkte eingeleitet. Die Untersuchungen richten sich unter anderem gegen Apple.

Neue Befugnisse

Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager warnte am Dienstag – während die Untersuchungen noch laufen – dass Apple die Verordnung nicht einhält.

„Wir haben eine Reihe von Problemen mit Apple, und diese finde ich sehr ernst“, sagte sie dem Fernsehsender CNBC.

Die Verordnung für digitale Märkte gibt der EU-Kommission die Befugnis, Geldstrafen zu verhängen und strukturelle Veränderungen bei den Unternehmen zu verlangen, die die EU-Regeln nicht einhalten.

Die Geldstrafen können bis zu zehn Prozent des jährlichen weltweiten Umsatzes eines Unternehmens ausmachen.

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