Bildung

Deutsch-Studium unter Druck – Lektor setzt auf Finanztopf

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Moritz Schramm freut sich darüber, dass die Ministerin die Zusammenarbeit mit den Universitäten sucht.

Kann eine Finanzspritze für Deutsch und Französisch helfen? Moritz Schramm von der Süddänischen Universität sagt: Auf jeden Fall. Er weiß auch schon, wie die Unis die Mittel sinnvoll einsetzen können.

Die Süddänische Universität (SDU) hat in diesem Jahr sieben Studierende im Fach Deutsch aufgenommen. 2020 waren es noch 23. Auch an der Kopenhagener und Aarhuser Universität sind die Zahlen rückläufig.

Bildungs- und Forschungsministerin Christina Egelund (Moderate) möchte dem entgegenwirken. Daher hat sie im Haushalt für das kommende Jahr 68 Millionen Kronen vorgesehen, um den Unterricht in den Studiengängen Deutsch und Französisch zu stärken.

„Das ist sehr gut, aber auch sehr notwendig“, sagt Moritz Schramm, der Lektor für Deutsch an der SDU ist. Zudem ist er Vorsitzender von Dansk Tysk Selskab.

„Wir sind am Deutschstudium finanziell herausgefordert und benötigen die Mittel, um einen besseren Unterricht anbieten zu können.“

Schramm setzt auf bisherige Erfahrungen

Egelund hat sich noch nicht darauf festgelegt, wie die Mittel verwendet werden sollen. In einer Pressemitteilung sagt sie lediglich, sie wolle die Qualität des Unterrichts stärken und die Studiengänge weiterentwickeln.

„Ich finde es ausgesprochen positiv, dass die Ministerin sagt, dass sie die konkrete Verwendung der Mittel mit den Universitäten besprechen möchte“, so Schramms Einschätzung.

Dies ermögliche, dass man sich bei der Planung auf das Wissen der Bildungseinrichtungen stützen könne. Bereits 2021 hatte das Folketing einen Sondertopf für Deutsch beschlossen, der mittlerweile ausgeschöpft ist.

„Wir hatten sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz dieser Mittel. Ich hoffe, dass wir mit den neuen Geldern auf diesen Erfahrungen aufbauen können“, sagt der Lektor.

Erfolg mit extra Stunden im Sprachunterricht

Konkret hat die SDU die Mittel unter anderem dafür verwendet, die grundlegenden Sprachkenntnisse der Studierenden zu stärken.

„Die Mittel wurden für extra Stunden im Spracherwerb für neue Studierende eingesetzt. Zudem konnten wir auch Studierenden aus anderen Fächern erste Zusatzkompetenzen in Deutsch geben. Das war ein Erfolg.“

Wissen über Deutschland soll gestärkt werden

Schramm hofft darauf, dass die Politik bereit ist, noch nachzulegen. Seiner Ansicht nach sollten nicht nur die Deutschkenntnisse unterstützt werden.

„Es ist notwendig, auch das Fachwissen über Deutschland zu stärken.“

Gerade in der derzeitigen geopolitischen Situation sei eine engere Zusammenarbeit innerhalb der EU unerlässlich. Als größtes EU-Land und Nachbar spiele Deutschland dabei eine entscheidende Rolle.

„Daher braucht Dänemark weitere Expertinnen und Experten in diesem Bereich.“